Test - AOC Agon AG352QCX : 35-Zoll-Curved-Brummer mit 200 Hz

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Zugegeben, der AOC Agon AG352QCX ist schon eine Weile auf dem Markt. Wir haben erst jetzt ein Muster ergattert, dennoch wollen wir euch den Test nicht vorenthalten. Immerhin ist der 35-Zöller zum Preis von circa 699 Euro derzeit eines der günstigsten Modelle in dieser Größenordnung. Doch kann das Gerät mit den teureren Modellen der Konkurrenz mithalten?

Beim AOC Agon AG352QCX handelt es sich um einen Curved Monitor mit einer Bildschirmdiagonale von 35 Zoll sowie einer Auflösung von 2.560 x 1.080 Pixeln im 21:9-Format bei bis zu 200 Hz Bildwiederholrate. Fast schon ein Traum für Spieler, die in ihrer Spielwelt versinken wollen. Der Nachteil der recht geringen Auflösung ist ganz klar die geringe Pixeldichte, die vor allem beim Arbeiten an dem Monitor störend auffällt. Andererseits benötigt ihr keine teure High-End-Karte, um den Panoramablick in Shootern oder Open-World-Titeln zu genießen.

Das Design des Monitors ist klar auf Gaming ausgelegt. Wenig verwunderlich, ist Agon doch die Gaming-Reihe von AOC. Das schwarze Gehäuse mit silbernem Dreibeinstandfuß und ebenso silbernen Blenden an der Rückseite, kombiniert mit roten Zierelementen und abschaltbarer roter Beleuchtung, ist ein gut verarbeiteter Hingucker. Zudem wurde an alle Ergonomiefunktionen (Höhen- und Neigungsverstellung sowie drehbarer Fuß) gedacht, was bei preisgünstigeren Modellen keine Selbstverständlichkeit ist.

Wer möchte, kann das Display dank VESA-Verschraubung, an der auch der Standfuß befestigt wird, an die Wand hängen. Selbst ein Tragegriff und ein ausklappbarer Headsethalter sind vorhanden. An der Ausstattung gibt es nichts zu meckern, zumal auch alle notwendigen Kabel dabei sind.

Bei den Anschlüssen bleiben ebenfalls wenig Wünsche offen. Display Port 1.2, HDMI 2.0, DVI sowie ein (ziemlich überflüssiger) analoger D-Sub-Anschluss sind ebenso vorhanden wie MHL, 2x USB 3.0 (1x USB fast charge) und Audio. Die Erreichbarkeit der nach unten gerichteten Anschlüsse könnte etwas besser sein, andererseits stöpselt man üblicherweise nicht dauernd an einem Monitor herum, daher ist das verschmerzbar. Praktisch ist hingegen der QuickSwitch-Controller, eine kabelgebundene Fernbedienung für das On-Screen-Menü. Allerdings hätten wir uns eine sinnvollere Anordnung der Richtungstasten gewünscht – die Platzierung untereinander ist für einen Gamer nicht gerade intuitiv.

Das recht übersichtliche, wenn auch etwas altbackene OSD kann mit dem Controller oder einem an der Unterseite befestigten 5-Wege-Stick bedient werden. Im OSD sind alle erdenklichen Funktionen vorhanden, hinzu kommen AOC Shadow Control (Aufhellung dunkler Bereiche) und Low-Input-Lag-Modus sowie verschiedene Gaming-Modi. Ferner unterstützt das Display FreeSync zur Verhinderung von Tearing und Rucklern in Verbindung mit AMD-Grafikkarten der neueren Generationen.

Wie die Konkurrenz verwendet AOC für den Agon AG352QCX ein MVA-Panel von AU Optronics. Das gute Stück verfügt über einen Curved Radius von 2000 mm und ist damit nicht ganz so stark gekrümmt wie die 1800R-Modelle. Die Auflösung beträgt, wie eingangs erwähnt, 2.560 x 1.080 Pixel, es handelt sich also um das 21:9-Wide-Full-HD-Format. Die Reaktionszeit von 4 ms bewegt sich im üblichen Rahmen. Die Bildwiederholrate umfasst native 144 Hz, kann aber bis auf 200 Hz übertaktet werden. Bei den maximalen Frequenzen neigt das Panel allerdings ein wenig zur Schlierenbildung – mal mehr, mal weniger, je nach Glück bei der Panel-Lotterie.

Die Bildqualität geht insgesamt in Ordnung, insbesondere Schwarzdarstellung und Kontrast können paneltypisch überzeugen. Die Farbdarstellung ist okay, kommt aber natürlich nicht an die Qualitäten eines IPS-Panels heran. Mit ein wenig Nachjustierung hier und da kann man eine Menge Freude an dem Monitor haben. Negativ fällt lediglich auf, dass die Homogenität der Helligkeit nicht gerade optimal ist. Das merkt man aber eher bei einfarbigem Hintergrund als beim Zocken.

Insgesamt ist die Darstellungsqualität ordentlich und nicht schlechter als bei teureren Konkurrenten, die zum Großteil das gleiche Panel einsetzen. Schaut man sich das User-Feedback im Internet an, sollte man allerdings bei Interesse einen Händler wählen, der unkompliziert beim Geräteaustausch ist, falls ihr doch mal ein Panel erwischt, das deutlichere Schwächen als unser Testgerät aufweist. Aber das ist im Grunde bei jedem Monitorkauf empfehlenswert.

Greift zu, wenn...

… ihr ein großflächiges Curved Display mit hoher Bildrate und ordentlichem Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, das eure Hardware nicht überfordert.

Spart es euch, wenn...

… euch die für die Größe arg niedrige Auflösung und die damit verbundene geringe Pixeldichte stört.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Panorama-Display zum moderaten Preis

Für Grafikfetischisten ist der AOC Agon AG352QCX trotz seines moderaten Preises eher zweite Wahl, denn die geringe Pixeldichte bei der Größe nebst einer Auflösung von 2.560 x 1.080 Pixeln ist nicht optimal. Wer sich allerdings die teuren Grafikkarten für höhere Auflösungen nicht leisten will, aber trotzdem einen fetten Curved Monitor auf dem Schreibtisch haben möchte, sollte dem Gerät einen Blick gönnen.

Die Bildqualität geht in Ordnung bis auf Schwächen bei der Homogenität. Allerdings ist ein wenig Glück bei der Panel-Lotterie erforderlich, denn mitunter können einzelne Exemplare zu deutlicher Schlierenbildung bei hohen Bildraten neigen. Das ist allerdings kein Einzelfall, sondern trifft auf nahezu alle Displays dieser Größe mit AUO-Panels zu, unabhängig vom Monitorhersteller.

Dafür, dass der AOC Agon AG352QCX aktuell einer der günstigsten Monitore dieser Größenordnung ist, kann sich der Mut zum Risiko aber lohnen. Bei Ausstattung, Bildrate und Farbdarstellung sowie Kontrast gibt es nämlich nichts zu meckern.

Überblick

Pro

  • hohe Bildwiederholrate
  • ansprechendes Design
  • praktisches Bedienteil
  • guter Kontrast, ordentliche Farbdarstellung
  • gute Ergonomie
  • moderater Preis

Contra

  • Neigung zur Schlierenbildung bei hohen Bildraten
  • Helligkeit nicht ganz homogen
  • ein wenig Glück bei der Panel-Lotterie erforderlich (wie bei fast allen Monitoren)

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