• 4817 Besucher
  • 18 Mitglieder online

Allgemeine Informationen

Titel:
Sonstiges aus der Welt der Spiele
System:
PC PlayStation 3 PlayStation 2 Xbox 360 Xbox Wii Gamecube PlayStation Portable 3DS DS / DSi iPod touch / iPhone / iPad
Entwickler:
-
Publisher:
-
Genre:
-
USK/PEGI:
- / -
Spieler:
Offline: - / Online: -
Release:
-
Off. Seite:
Watchlist:
In Watchlist eintragen

Killergames und Socialchats - Event - Special

PC Icon PS2 Icon PS3 Icon X360 Icon Xbox Icon Wii Icon GCN Icon PSP Icon DS(i) Icon

Teufelszeug und Gegenreden

In der Podiumsdiskussion zeigte sich einmal mehr die Problematik der zu breit gefächerten Veranstaltung. Der World of WarCraft spielende fünfzehnjährige Jugendliche schien sich unwohl zu fühlen, über sein Hobby Auskunft zu geben. Das Publikum brachte dagegen vor allem Computerspielklischees und Vorurteile hervor, die einem Videospieleredakteur die Haare zu Berge stehen lassen. Etwa wenn darüber gestritten wurde, ob der Amokläufer von Erfurt nun ein Killerspieler war oder nicht.

Beängstigend dann auch Wortmeldungen, in denen Counter-Strike als „Programm zur Senkung der Tötungshemmung" und „Werkzeug zur Fremdsteuerung des Konsumenten durch die Spieleindustrie" gebrandmarkt wurde - was uns gerade im Zusammenhang mit Counter-Strike und seinen Mod-Szene-Wurzeln ein Schmunzeln entlockte. Weniger lustig der Hinweis eines Besuchers, dass alle Shooter schlussendlich Simulatoren seien, die dazu dienten, die Spieler das Töten von Menschen zu lehren. Eine der Emanzipation verpflichtete Zuhörerin fragte darauf, ob es eigentlich auch Spiele für Mädchen gebe oder ob es sich immer nur um „Jungen-Spiele" handle, in denen man vielleicht nebenher noch Frauen vergewaltigen könne.

Das waren dann auch die Momente, als die Expertengruppe am Rednerpult nicht so recht weiterwusste. Gerade die beiden Psychologen brachten spannende Aspekte zum Thema ein, etwa der Hinweis, dass eine zuvor kurz gezeigte Mehrspielerszene aus Call of Duty: Modern Warfare 2 auch nicht brutaler sei als ein Kriegsbericht im Fernsehen und dass Suchtverhalten am Computer immer auch eine Selbstbehandlung von sonstigen Defiziten sei. Gewaltspiele würden Jugendlichen eine Struktur bieten, was gerade Kindern mit einem Migrationshintergrund helfen würde. In einer Gesellschaft, in der sie viele Probleme haben, könnten sie in Spielen ihre Talente beweisen.

Die anwesenden Redner und einige Personen im Publikum meinten, Videospielgegner würden im Gegenteil viele Ängste in die Spiele hineinprojizieren, die so aus einer neutralen Sicht gar nicht bestehen. Dazu würden Unterschiede in Spielen weniger wichtig sein, es herrsche im Internet mehr Gleichberechtigung als im realen Leben. Sei bezüglich der Amokläufe nicht vielmehr Kritik am Waffenzugang und vielleicht sogar an der die Armee befürwortenden Öffentlichkeit angebracht? Videospiele seien nun mal eine Realität und man dürfe angesichts von fehlenden Spielräumlichkeiten außer Haus in Städten den Kindern keinen Vorwurf machen, vor dem Computer abzuhängen.

Solche und ähnliche Meinungen kamen von Publikum und Expertenrunde. Dabei blieb es leider bei vielen Unschärfen - Brutalo-Spiele, Online-Spiele, Internetsucht, Jugendkultur, soziale Verwahrlosung, Generationen- sowie Technologiewissenskonflikt und ähnliche Themen wurden stark vermischt. Auffällig jedoch, wie positiv gerade die beiden Psychologen über Videospiele referiert haben. Das ist keine Selbstverständlichkeit und zeigt, dass sich in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit bezüglich der Videospiele allmählich etwas tut.

Aufklärung tut dringend Not

Eines machte die Tagung „Killergames und Socialchats" aber mehr als deutlich: Das Thema Videospiele wird in einem atemberaubenden Tempo immer komplexer. Es scheint deshalb immer schwieriger für nicht spielende Personengruppen, etwas von der Materie zu verstehen. Genau das dürfte allerdings weiter die Ängste und damit auch eine ablehnende Haltung provozieren. Wie soll die Aufklärung der breiten Masse über unser Hobby zukünftig erfolgen? Wie ermöglicht man solchen Kreisen einen Einstieg ins Thema? Oder ist der Zug längst abgefahren, die Aufholjagd vergebens? Die sehr anregende und angeregt geführte Tagung ließ gerade uns Spiele-Experte lange grübeln - und das ist schlussendlich ja wahrlich keine schlechte Sache. weiter...

Empfiehl uns weiter!

Wie geht das?

Facebook

Bookmarks

Du bist nicht eingeloggt

Um einen Kommentar zu erfassen, musst du dich einloggen.

Einloggen

Kommentare

  • WÜRG !!

    bin ich froh Österreich zu sein !! ich zocke was ich will und wann ich will!! keine Zensur durch selbsternannte Moralapostel wie in Deutschland !! Generationenkonflikt ??
    mein Vater ist 70 und spielt Resident Evil 5!!

  • Finde ich super mal was konkretes darüber zu lesen.
    Sonst muss man sich ja immer die Vorurteile von Ahnungslosen Politikern und Erziehungsorganen reinziehen.
    Sehr interessant ist, wie dieses Theman in seine Einzelteile zerlegt wird, soll heissen Positive und Negative Seiten angezeigt werden und das ganze nicht vorwiegend schlechtgeredet wird.

    Der Kommentar mit der Vergewaltigung finde ich total daneben. Diese Frau ist nicht mehr aufzüklaren, so eine eingefressene Haltung gegenüber diesem Thema ist nicht mehr zu kurieren.

    Was das airport lvl in ''CoD MW2'' angeht. Klar ist es eine heikle Szene. Für mich ist dieser Abschnitt aber ein Teil der gesamten Geschichte.
    In gewissen Büchern und Krimis kann man zb. genauso bis ins letzte Detail lesen wie der Mörder sein Opfer zur strecke bringt und diese Tat geplant hat, was für mich auf die gleiche Stufe gehört wie dieses eine lvl. Nur, es gehört zur geschichte und ohne diesen Teil nimmt die geschichte nicht ihren Lauf.

  • Interessant, interessant!

    Auch meiner Meinung nach ist das ein sehr aufschlussreicher Artikel.
    Vor allem finde ich es sehr gut, dass sich Gameswelt auf eine solche Veranstaltung begeben hat.
    Sehr Interessant fand ich das Thema bzw. die Verbindung zwischen Computerspielen das damit verbundene Chatten. Dass sich viele Gamer nur zum Chatten beispielweise in World of Warcraft einloggen ist mir bekannt, warum nicht ? Man kann beiden Hobbys nachgehen und durch das Computerspiel in eine andere Welt eintauchen; man bleibt "anonymer". Ich möchte jetzt auch nicht weiter mehr darauf eingehen sonst wird das hier zu lange aber nochmal zu dem Flugzeuglvl in Cod6, da bin ich einer Meinung mit Frank Egle!
    Fazit: Guter Artikel ! Der Konflikt/Kontakt zwischen Spieler und Anti-Spieler darf nicht abbrechen oder sich ausweiten!

  • Interessanter Beitrag

    Hier ist auch noch ein spannender Artikel zu dem Thema:

    http://wisegamers.ch/artikel/70/gewalt_und_videogames/

  • sowohl veranstaltung als auch artikel sind sehr gut, um mich kurz zu halten.

  • Ich fand den Artikel ebenfalls sehr aufschlussreich, nett, dass sich mal einer so ausgiebig darum gekümmert hat zu solch einer Veranstaltung hinzugehen und darüber zu berichten...

  • sehr schöner Artikel...
    ist halt auch mal gut zu sehen das nicht nur immer alles verteufelt wird sondern auch mal konkrete Lösungsansätze zu sehen sind wie man die Generationen etwas zusammenführen kann
    besonders der letzte Abschnitt ist meiner Meinung sehr richtig erkannt
    die eltern sollten sich mit dem was ihre Kinder machen auseinandersetzen wenn sie dies nicht tun was erziehen sie dann? .....
    Mfg Unschuldslos

  • well done

    sehr guter Artikel Mr. Stöckli!

  • "Eine der Emanzipation verpflichtete Zuhörerin fragte darauf, ob es eigentlich auch Spiele für Mädchen gebe oder ob es sich immer nur um „Jungen-Spiele" handle, in denen man vielleicht nebenher noch Frauen vergewaltigen könne."

    :-) omg

    Finde es toll das es solche Veranstaltungen gibt. Nur eben muss halt auch der Wille da sein etwas zu verstehen. Wenn Eltern ihre Kinder einfach vor die Bildschirme stetzen und sich nicht mit ihnen beschäftigen ist dieses Defizit kein Wunder. Wenn sich Eltern mehr mit ihren Kindern befassen würden wüssten sie auch einiges mehr über Spiele und den Bezug des Kindes dazu. Aber heute hat man ja nur noch Kinder aus gesellschaftlichen Gründen weils halt dazu gehört Kinder zu haben die Erziehung ist ja dann Sache der Lehrer und des Fernsehens..... und der Videospiele

  • Toller Artikel, das gibt wieder mal eine nette Einsicht in den Stand der Dinge oder zumindest einen Teilbereich davon. Es gibt noch viel zu tun...
    Genau!

    Ich finde solche Veranstaltungen grundsätzlich eine super Sache, unabhängig davon, ob jetzt manche Themen etwas unbeholfen erörtert werden. Schade finde ich nur, dass man solche Veranstaltungen braucht. Toll finde ich die Eltern, die tatsächlich merken, "hey, von dem, was mein Kind macht, hab ich keine Ahnung, vllt. sollte ich mich damit mal auseinandersetzen".

  • Toller Artikel, das gibt wieder mal eine nette Einsicht in den Stand der Dinge oder zumindest einen Teilbereich davon. Es gibt noch viel zu tun...

Weitere Artikel zu Sonstiges aus der...

... alle Artikel anzeigen

Top-Angebote

STYLE WECHSELN

Dauerhaft speichern?

PLATTFORMAUSWAHL

Weitere Plattformen

Dauerhaft speichern?

WIR PRÄSENTIEREN

Twitter

WERBUNG

UMFRAGEN
Deine Meinung zur neuen Xbox 360 250 GB?

Bitte log dich ein oder registriere dich kostenlos

Detaillierte Anzeige