22.06.2012 - Philipp Rogmann
Batman: Arkam City – Harley Quinn’s Revenge spielt zwei Wochen nach den Geschehnissen des Hauptspiels und wir erfahren in der Rolle von Robin, dass Batman verschwunden ist, als er versuchte, eine Gruppe Geiseln aus der Hand von Harley Quinn zu befreien. Frau Quinn ist auf einem persönlichen Rachefeldzug gegen die Fledermaus – warum, wissen alle, die Arkham City gespielt haben. Dazu ist der dunkle Ritter stark depressiv und kleine Aussagen lassen uns eine große zugrunde liegende Handlung erahnen. Dass die Möglichkeit, eine tolle Geschichte zu schreiben, ungenutzt gelassen wird, ist wirklich schade – die Depression von Batman ist nur ein Beispiel von vielen derartigen Aspekten, die verloren gehen und keine Rolle spielen. So kämpft ihr euch als Batman und Robin durch ein Add-on, das bereits nach kurzer Zeit die Credits erreicht und insgesamt eher unbefriedigend ist.
Erinnert ihr euch noch an das Hauptspiel, in dem ihr mit Batman unglaubliche Distanzen überwinden konntet? So ein Gefühl von Weitläufigkeit kommt in Harley Quinn’s Revenge fast nie auf – besonders nicht bei Robin. Der Sidekick erledigt seine Kämpfe ständig auf engstem Raum. In der Rolle von Batman gibt es durchaus Momente, wo die Großartigkeit von Arkham City wieder voll durchscheint, aber leider sind diese Momente eher dünn gesät. Die Geschichte ist sehr voraussehbar und findet keinen würdigen Abschluss. Das ist besonders deshalb schade, weil Arkham City und der Vorgänger Arkham Asylum gemeinhin als beste Comic-Adaptionen aller Zeiten gelten.
Qualitativ sehr hochwertig sind das Design und die Animation von Robin wiederum gelungen. Neues Motion-Capturing setzt den Gefährten von Batman gekonnt in Szene. Er beherrscht zwar viele Manöver des Fledermausmannes nicht, bringt dafür aber seine eigenen Spezialfähigkeiten mit. So kann er mittels Schutzschildes kurzzeitig auch stärkstem Beschuss, etwa durch fest installierte Geschütztürme, standhalten. Ein taktisches Mittel ist auch die sogenannte Snap Flash. Eine Granate, die an Gegnern angebracht werden kann, um sie – und umstehende böse Jungs – kurz außer Gefecht zu setzen. Robin fehlen natürlich Fähigkeiten wie das Gleiten und die grundsätzliche Mobilität Batmans. Das ist aber durch das Design der Umgebungen, in denen Robin kämpft, auch nicht notwendig. Wie schon beschrieben, finden seine Kämpfe auf engerem Raum statt.
Batman: Arkham City – Harley Quinn’s Revenge hat durchaus Charme, leider ist das Add-on für rund 10 Euro zu teuer für das, was ihr geboten bekommt. Viele kleine Details der Geschichte bleiben ungenutzt und nach etwas über einer Stunde ist schon wieder alles vorbei. Das ist unbefriedigend und passt so gar nicht zum Hauptspiel. Sogar die Hauptgeschichte scheint hingeklatscht zu sein und es mutet so an, als wäre die meiste Zeit bei der Entwicklung in das Design von neuen Animationen geflossen. Nicht missverstehen: Einige der bekannten Schauplätze wurden überarbeitet und schaffen es, kurzzeitig zu fesseln. Aber das ist schlicht zu wenig, um von einem echten Add-on zu sprechen. Ein kostenloser Download wäre angebrachter gewesen.
Besonders die erste Mission, in der ihr Batman spielt, lässt die Atmosphäre von Arkham City kurz wieder aufkommen. Wenn ihr von Lasern und Scharfschützen in der Luft bedrängt werdet und es auf dem Boden von Fieslingen wimmelt, gilt es, strategisch vorzugehen und das ganze Potenzial des Waffenarsenals zu nutzen. Das sind Höhepunkte, die leider viel zu wenig in Harley Quinn’s Revenge vorkommen. weiter...
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Kommentare zu Batman: Arkham City – Harley Quinn’s Revenge
Ich warte schon seit Release auf die GotY-Edition wo wieder alles drin sein wird - um insgesamt 9,99€
1-2h für 10Euro? Da bietet ja I AM ALIVE mehr Spielzeit -.-' Nee, dann lieber erst, wenn es für max. € 5,-im PSN angeboten wird (vorallem wenn es wirklich so dramatische Abstriche im Gegenzug zum Hauptspiel hat).
Ich finde jedenfalls der DLC hat genau die Qualität wie das Hauptspiel. Wer daher dieses mochte, wird den DLC auch mögen.