Test - Crazy Taxi : Crazy Taxi

  • PS2
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Crazy Taxi
Fertig mit Pause.

In der Stadt könnt ihr euch relativ frei bewegen. Meist seid ihr natürlich auf den Strassen unterwegs, doch dürft ihr auch nach Belieben Abkürzungen benutzen. Es ist kein Problem, durch Vorgärten, Parkanlagen, Wiesen oder gar einen U-Bahn-Tunnel zu brausen, um wieder etwas Zeit zu sparen. Natürlich seid ihr nicht allein unterwegs - auf den Strassen und Wegen wimmelt es geradezu von langsamen Verkehr und Passanten. Um innerhalb von Sekunden den Fahrgast abzuliefern, könnt ihr keine Rücksicht auf diese dahinschleichenden Objekte nehmen und braust einfach drauf los. Zum Glück springen Passanten rechtzeitig zur Seite und dem Strassenverkehr kann man zur Not selbst ausweichen. Sonstige Objekte wie zum Beispiel die Tische eines Strassen-Café's, Hot-Dog-Wagen oder auf dem Gehweg abgestellte Kisten müssen bei eurer rasanten Fahrt dran glauben. Eure Passagiere sind nicht gerade zimperlich und akzeptieren so eine ruppige Fahrt, wenn sie nur so schnell wie möglich ans Ziel kommen. Führt ihr während der Reise noch Stunts aus, gibt es sogar ein paar Dollar Extra-Trinkgeld. Für weite Sprünge sind vereinzelt zu findende Schanzen natürlich praktisch und auch das Vorbeirasen ganz Nahe an anderen Fahrzeugen lässt die Kunden spendabel sein.

Crazy Taxi
Der Pfarrer muss in seine Kirche.

Auch die Steuerung ist so schnell kapiert wie das Spielprinzip. Mit den Schultertasten gibt man Gas und bremst, mit 'X' und 'Kreis' schaltet man in den Vorwärts-, beziehungsweise Rückwärtsgang. Dabei ist gleichgültig, ob ihr mit dem Analog-Stick oder lieber dem Digi-Kreuz das Taxi nach links und rechts lenkt. Damit 'Crazy Taxi' auch langfristig Spass macht, haben die Entwickler ein paar kleine, aber feine Tricks eingebaut. Beispielsweise könnt ihr beim Stillstand des Fahrzeugs durch schnelles Schalten in den Vorwärtsgang und gleichzeitigem Gas geben einen sogenannten 'Crazy Dash' ausführen. Durch geübtes Schalten lässt sich des weiteren auch einen 'Crazy Drift' ausführen, um schnell durch Kurven zu schlittern. Ein weiterer Grund, wieso 'Crazy Taxi' auch für erfahrene Spieler interessant ist, ergibt sich aus der Tatsache, dass man zu deutlich besseren Punktezahlen kommt, je besser man die Stadt und die Passagiere mit ihren Zielen kennt. Wem das immer noch nicht reicht, der startet einen anderen Spielmodus. Neben der beschriebenen Arcade-Spielvariante gibt es noch die Möglichkeit, innerhalb eines festgesetzten Zeitlimits soviel Geld wie möglich zu verdienen - Extra-Sekunden bekommt man hier aber nicht. Des weiteren hat man sich bei Sega nicht lumpen lassen und gleich noch eine zweite Stadt eingebaut. Diese Stadt gab es in der Spielhallen-Version nicht, macht aber vom Leveldesign her auch nicht ganz so einen tollen Eindruck wie die Arcade-Town. Trotzdem ist sie ausgezeichnet für etwas Abwechslung zu gebrauchen. Des weiteren gibt es noch die 'Crazy Box', in der man mehrere kurze Aufgaben lösen muss, beispielsweise von einer grossen Schanze möglichst weit zu springen oder überdimensionale Kegel umzufahren.

Crazy Taxi
Einkaufsbummel einmal anders.

Die grosse Frage stellen sich sicherlich nicht nur Dreamcast-Fans: Wie schlägt sich das PS2-'Crazy Taxi' in technischer Hinsicht mit der Dreamcast-Version? Eine Antwort zu geben fällt schwer, doch kann man sagen, dass sie etwa gleichwertig sind. So ist die Grafik auf der PlayStation 2 etwas schärfer und man hat teilweise mehr Weitsicht, dafür gibt es immer noch hässliche PopUps und das berüchtigte PS2-Flimmern ist ab und zu sichtbar, wenn auch in sehr kleinem Rahmen - ausserdem wirken die Texturen bei der Sony-Konsole einen Tick verwaschener. Auf den 60Hz-Modus der DC-Version wurde leider verzichtet. Die witzigen Animationen der Passanten und die detaillierte, farbenfrohe Umgebungsgrafik blieben zum Glück erhalten, auch das Taxi selbst und die Fahrer sehen toll aus. Da stören seltene Frameeinbrüche kaum. Im Bereich Sound gibt es dagegen keine Unterschiede: Immer noch überzeugen die witzigen Sprüche von Passagieren und Taxifahrer und die Geräuschkulisse weiss zu gefallen. Gott sei Dank liess man den Soundtrack wie beim Dreamcast - mehrere Songs der Kult-Bands Bad Religion und Offspring unterstreichen die 'Crazy Taxi'-Atmospäre einfach perfekt und machen das Spiel noch besser. Lautstärke aufdrehen!

 

Fazit

von David Stöckli
'Crazy Taxi' gehörte auf Segas Dreamcast zu einem meiner absoluten Lieblingsspiele. Bei kaum einem anderen Game kann man einfach so mal zwischendurch ein paar Runden fahren und Spass haben. Zum Glück ist die Portierung auf PlayStation 2 hervorragend gelungen und bietet alles, was es schon beim 'Original' gab. Wer auf simple, aber süchtigmachende Arcade-Action steht, kommt um diesen Titel nicht herum - zumal er sowohl für Einsteiger als auch für Profis bestens geeignet ist. Leider ist die Grafik nicht ganz über alle Zweifel erhaben und auch der Umfang hätte ruhig etwas grösser sein dürfen. Doch wer einmal beim genialen Sound von Offspring durch das sonnige Stadt-Ambiente gedonnert ist und dabei ohne Rücksicht auf Verluste Passagiere durch die Gegend befördert hat, wird von dem Spiel nicht mehr so schnell loskommen.  

Wertung

  • PS2
    90
    %

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