Test - Die Siedler IV : Die Siedler IV

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Blue Byte strikes back! Mit der Mission CD zu ihrem Wuselhit 'Die Siedler 4' möchten die Mülheimer Entwickler vor allem Nachschub für die schier unüberschaubare Zahl von Einzelspielern liefern, welche sich gerne nächtelang mit den bösen Schergen des Dunklen Volkes herumschlagen. Neben 3 brandneuen Kampagnen, in denen ihr nach bekanntem Muster wahlweise mit den Römern, Wikingern oder Mayas agiert und die verschiedensten Aufgaben zu erledigen habt, hat Blue Byte seiner Mission CD auch zwei unabhängige Kampagnen spendiert. In den drei 'Siedelmissionen' gilt es, in friedlicher Umgebung Schätze zu finden und einfach drauf los zu siedeln. Die drei 'Konflikmissionen' glänzen durch spezielle Aufgaben, losgelöst von der eigentlichen Kampagne, wobei hier der Kampf nicht zu kurz kommt. Vor allem kommen nun auch die Offline-Spieler in den Genuss der zahlreichen Verbesserungen des eigentlichen Programms ohne den Download von Patches aus dem Internet auf sich zu nehmen.

Die Siedler IV
Die Mission-Briefings sind eher lieblos.

Auf ein extra Intro oder sonstiges schmückendes Beiwerk haben die Mülheimer zwar verzichtet, und auch die Mission-Briefings werden euch nicht mehr vorgelesen, sondern glänzen durch Stille, nichtsdestotrotz werdet ihr euch voller Motivation in die neuen Kampagnen und Missionen stürzen, versprechen doch die Entwickler einen knackigen Schwierigkeitsgrad und stundenlangen Spielspass ob verbesserter Künstlicher Intelligenz und ausgefeilterem Scripting innerhalb der Missionen. Und tatsächlich agiert der Computergegner wesentlich aggressiver - vorbei sind die Zeiten gemütlichen Aufbauens, zumindest in der zweiten Schwierigkeitsstufe. Sicher, dem verwöhnten Online-Profi werden auch die neuen Kampagnen keine schlaflosen Nächste bereiten, ist doch auch die verbesserte KI für wohldurchdachte Finten und Ablenkungsmanöver leicht empfänglich. Zudem konnten die Mülheimer dem PC immer noch nicht beibringen, seine neu erbauten Türme voll zu besetzen, beziehungsweise überflüssige Türme abzureißen.

Die Siedler IV
Die Landschaftsgrafik ist weiterhin etwas unscharf.

Der gehobene Schwierigkeitsgrad resultiert, wie auch schon in der knallharten Mission CD zum dritten Teil der Siedler, vor allem aus den Vorgaben, welche dem Computergegner bereits zu Anfang kräftig unter die Arme greifen. Jede der Hauptkampagnen, welche abwechselnd mit Römern, Wikingern und Mayas bestritten werden, besteht aus fünf abwechslungsreichen Missionen, die sich wohltuend vom Einerlei der Missionen des Hauptprogramms abheben. Hier ist bereits in Grundzügen die Handschrift des neuen starken Mannes bei Blue Byte, Gamedesigner Andreas Suika, zu erkennen. Selbst leidenschaftlicher Spieler, hat er den Käufern von 'Siedler 4' gut zugehört. Nicht nur im Missionsdesign selbst, sondern auch die von ihm seit Release eingebrachten Features zeigen deutlich, wohin die Reise geht, nämlich geradewegs zum Licht am Ende des Tunnels. Dieses leuchtet zwar immer noch nur recht schwach, ob der weiterhin zahlreich bestehenden Probleme und Designfehler des Hauptprogramms, doch man merkt deutlich, dass bei Blue Byte ein frischer Wind weht und an diese Probleme systematisch herangegangen wird.

Die Siedler IV
Die Wikingersiedlung ganz am Anfang.

Mit dem Kauf der Mission CD erhalten auch Offline-Spieler die neueste Version des Programms, welche durch eine schier unüberschaubare Zahl von Bugfixes, Balancing-Aktionen und Design-Korrekturen glänzt. So wurde unter anderem die Soundkullise deutlich entschärft und nicht jede Meldung stört durch einen aufdringlichen Warnton, sondern man beschränkt sich darauf, diesen nur für Angriffsmeldungen einzusetzen. Auch die Minimap funktioniert inzwischen so, dass sie sinnvoll ist und man sofort erkennt, wer Freund oder Feind ist. Wem alles etwas zu gemütlich vonstatten geht, empfehle ich die Geschwindigkeit zu erhören - als besonders reizvoll hat sich hier die zweite Stufe gezeigt, da die dritte Höchstgeschwindigkeit sogar mir zu hektisch erschien. Die zahlreichen Balancing-Änderungen versuchen das Spiel offensiver werden zu lassen und Pattsituationen zu entschärfen. Dies dürfte zwar vor allem die Online-Spieler erfreuen, aber auch der Einzelspieler hat seine Freude an mehr Action im Siedleralltag. Dieser profitiert zudem von einer etwas schlaueren und aktiveren Künstlichen Intelligenz, die inzwischen auch mal zu Gegenangriffen ansetzt und eroberte Türme zurückgewinnen möchte.

 

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