Test - Emergency Room (ER) : Emergency Room (ER)

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Die TV-Serie 'Emergency Room' eroberte die Bildschirme und Herzen zahlreicher Menschen auf der ganzen Welt. Was käme da gelegener für die Fangemeinde als ein gleichnamiges PC-Spiel, bei dem man selbst in den Kittel eines Arztes schlüpfen darf? Wir haben die Umsetzung getestet.

Die TV-Serie 'Emergency Room' eroberte die Bildschirme und Herzen zahlreicher Menschen auf der ganzen Welt. Was käme da gelegener für die Fangemeinde als ein gleichnamiges PC-Spiel, bei dem man selbst in den Kittel eines Arztes schlüpfen darf? Doch steckt mehr hinter der teuren Lizenzfassade oder haben wir es mal wieder mit Murks zu tun? Nun, es ist eine Mischung aus beidem.

Herr Doktor, kommen Sie bitte!

Wer schon mal die eine oder andere Folge von 'Emergency Room' gesehen hat, kann sich bereits denken, worum es sich in der entsprechenden Spielumsetzung dreht. Zunächst erstellt ihr euch ein virtuelles Ebenbild samt Arztkittel und verteilt dann einige Talentpunkte auf verschiedene Fertigkeitsbereiche wie Intelligenz, Konstitution oder Geschicklichkeit. Diese bestimmen euer Ausgangskönnen in den einzelnen Medizinsektoren, zu denen unter anderem Toxikologie, Neurochirurgie und Allgemeinmedizin zählen. Allerdings hat diese Wahl keine allzu großen Auswirkungen auf das Spielgeschehen, da ihr euch im Verlauf der Zeit sowieso das nötige Wissen der Gebiete aneignet. Bevor ihr euch in die Notaufnahme begebt, ist ein kurzer Abstecher in das Tutorial ratsam. Zwar ist 'ER' eine klassische 3D-Simulation im Stil von 'Die Sims 2', doch gerade bei der Steuerung gibt es teilweise große Unterschiede. Interaktionen mit Charakteren und Objekten sind nur im direkten Wirkungsradius der Figur möglich, der sich mit steigender Erfahrung ausweitet; eine sehr ungewohnte Art der Kontrolle. Ähnlich fummelig ist die Kameraführung, die umständlich über spezielle Dreh-Icons vollzogen wird. Einen Preis für besonderen Komfort gewinnt das Spiel definitiv nicht – auch dank der viel zu klein geratenen Minikarte.

Doktorspielchen

Im eigentlichen Spiel beginnt ihr als unerfahrener Jungspund, der gerade von der Universität ins Krankenhaus geschickt wurde. Mittels eines Klicks auf die Patienten im Warteraum erstellt ihr eine erste Diagnose und verteilt die Leute dann je nach Dringlichkeitsgrad auf die Behandlungsräume und Betten. Dort angekommen dürft ihr aber nicht sofort mit der Versorgung beginnen, sondern müsst zunächst auf die helfende Hand einer Krankenschwester warten. Je nach Erfahrungsstufe und Können im jeweiligen Medizinbereich ist die Behandlung ein Erfolg und ihr steigt in der Stufe. Später erhaltet ihr sogar spezielle Fähigkeiten, die das Leben als Arzt einfacher gestalten. Kommt ihr nicht zurecht, eilt ein Kollege zur Hilfe, was euch jedoch einiges an Ansehen kostet. Auch die zwischenmenschlichen Beziehungen solltet ihr nicht außer Acht lassen. Über ein Gesprächsmenü gewinnt ihr Freundschaften oder macht euch Feinde. Was in der Theorie interessant klingt, ist in der Praxis fast ohne Nutzen: Auch ohne Freunde habt ihr im Spielverlauf keinerlei Probleme. Des Weiteren müsst ihr eure drei Grundbedürfnisse (Energie, Hygiene und Gelassenheit) mit Abstechern ins Ärztezimmer, die Cafeteria oder den Fitnessraum auf hohem Niveau halten. Was anfangs noch recht viel Spaß macht und aufgrund zahlreicher Missionen – z.B. die Behandlung bestimmter Patienten unter Zeitdruck – halbwegs interessant erscheint, ist auf Dauer jedoch zu ziellos und simpel. Wirkliche Herausforderung gibt es kaum.

Den kenn ich doch

Grafisch bewegt sich das Spiel auf überdurchschnittlichem Niveau, ohne jedoch echte Highlights zu bieten. Die Figuren sind allesamt flüssig animiert, stehen sich allerdings oftmals im Weg und fuchteln planlos in der Luft herum. Einige bekannte Charaktere erkennt ihr sicherlich auf den ersten Blick wieder. Auch die Notaufnahme an sich macht einen ordentlichen Eindruck. Schade, dass der Bildausschnitt so klein ist. Ständig kommt das Verlangen auf, mehr vom Geschehen sehen zu wollen. Der Sound besteht aus einer Mischung bekannter Musikeinlagen der TV-Serie und einer handwerklich brauchbaren Sprachausgabe. Wer hier keine Wunder erwartet, wird auch nicht enttäuscht sein.

Fazit

André Linken - Portraitvon André Linken
'ER' hat viele gute Ansätze und macht in den ersten Stunden trotz der Steuerungsmacken durchaus Spaß. Auf Dauer mangelt es jedoch an Abwechslung und Herausforderungen. Fans der Serie dürfen ruhig zugreifen, alle anderen schauen vor dem Kauf lieber nochmals genauer rein.

Überblick

Pro

  • Originalcharaktere der Serie
  • zahlreiche Mini-Missionen
  • leichter Einstieg

Contra

  • auf Dauer etwas monoton
  • Kamerasteuerung und Wegfindung schwach
  • Bildausschnitt zu klein
  • teilweise billige Kopie von Sims 2

Wertung

  • PC
    70
    %

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