Test - Enter the Matrix : Enter the Matrix

  • PS2
  • Xbox
  • GCN
Von Kommentieren
Enter the Matrix
Witzig: Per Hacken schaltet ihr Extras frei. (GCN)

Leveldesign, Gameplay und Technik - Risse in der Matrix
Dieses schnelle Aufladen der Energie klingt, als ob das Spiel sehr einfach sei. Dem ist aber nicht so, da ihr nach den ersten Levels ständig von mehreren Gegnern angegriffen werdet, die zu allem Unglück auch immer mehr einstecken können. Allerdings gibt es im ganzen Spiel gerade einmal eine Handvoll unterschiedlicher Gegnertypen - zusammen mit dem wenig anspruchsvollen Kampf-Gameplay kann da schonmal Langweile aufkommt. Praktisch in jedem Level müsst ihr Horden an gleichen Feinden erledigen - anspruchsvolle Sprung- und Kletterpassagen sowie Rätsel, die das ’Drückt Schalter A, damit Tür B aufgeht’-Schema übersteigen, sind äußerst selten. Für etwas Abwechslung sorgen Bosskämpfe, in denen ihr beispielsweise gegen die schier unbezwingbaren Agenten der Matrix antretet, und die Fahrsequenzen - Letztere wirken allerdings arg simpel und unmotiviert designt. Überhaupt ist das Leveldesign stark wechselhaft, was die Qualität angeht. Einige Passagen sind richtig gelungen und bieten interessante Anlagen und Aufgaben, andere dagegen nerven mit wirrem Wegverlauf, unlogischen Abfolgen, unfair platzierten tödlichen Sturzgefahren und sich ständig wiederholenden, stets gleich aussehenden Level-Versatzstücken. Glücklicherweise überwiegen allerdings die gelungenen Levels. Hin und wieder für Frust sorgt die Perspektive, die nicht kontrollierbar ist - in Nahkämpfen wechselt die Ansicht dabei in die Seitenperspektive und schaltet dann blitzartig wieder zurück, wodurch schnell die Übersicht verloren geht. Hier hilft ein Pfeil am oberen Bildschirmrand, der euch etwas den Weg weist, allerdings nur selten zur Verfügung steht.

Enter the Matrix
Niobe in der Kanalisation. (PS2)

Bei der Spielumsetzung zu einer visuell so spektakulären Filmreihe wie ’Matrix’ erwartet man mit Recht eine angemessene technische Gestaltung. Leider ist ’Enter the Matrix’ diesbezüglich eine zweischneidige Sache: Begeistern kann die Darstellung der Spielcharaktere, die ihren Leinwandvorbildern perfekt nachempfunden sind. Besonders viel Wert wurde auf die Animationen per Motion-Capturing gelegt, und das Resultat kann sich sehen lassen - die Kampfbewegungen sehen fantastisch aus und lassen richtiges Action-Kino-Feeling aufkommen - vor allem, wenn der 'Focus' mit seiner Verlangsamung und dem Verwischeffekt aktiviert ist. Da fallen einige etwas weniger überzeugende Animationen wie die Kletter- und Rennbewegungen nicht allzu schwer ins Gewicht.

Enter the Matrix
Ghost einmal als Fahrer unterwegs. (Xbox)

Weniger Grund für Freude beschert allerdings die Umgebungsgrafik. Die Levels sind sehr steril und kahl gehalten - schwache Texturen, fehlende Details und kaum (interaktive) Objekte hinterlassen nicht nur Langeweile, sondern helfen auch nicht gerade bei der Orientierung. Dazu kommen diverse unschöne Clipping-Fehler und dezent polygonarme Abschnitte wie beispielsweise die Fahrsequenzen Dass es auch besser geht, zeigen nur wenige Levels, zum Beispiel die Villa-Abschnitte. Die verschiedenenen Effekte wie Explosionen, Feuer, Rauch und Licht sind ganz passabel, allerdings recht spärlich eingesetzt. Ebenfalls schade ist, dass die Stärken der unterschiedlichen Konsolen kaum ausgenutzt wurden - bis auf einen Tick schärfere Texturen gleichen Xbox- und GCN-Version bis ins kleinste Detail dem PS2-Spiel. Immerhin gibt es auf Xbox und GCN etwas weniger Frameeinbrüche als beim PS2-Pendant; bei der kargen Umgebungsoptik fragt man sich allerdings, wieso es überhaupt hin und wieder zu so deutlichen Rucklern kommen kann.

Zum Glück gibt es beim Sound nichts zu bemängeln - im Gegenteil: Der Filmsoundtrack klingt hervorragend und passt zum Geschehen, was natürlich das Kinoflair unterstützt. Auch die Schuss- und Explosionseffekte gehen in Ordnung. So richtig gut ist aber die englische Sprachausgabe, die vor allem in den Zwischensequenzen punkten kann. Auf eine deutsche Synchronisation wurde verzichtet, dafür gibt’s gelungene deutsche Untertitel. Die Xbox-Version hat im Soundbereich im Vergleich zu PS2 und GCN dank des besten Surround-Klangs leicht die Nase vorn.

 

Fazit

von David Stöckli
: Das lang erwartete ’Enter the Matrix’ zu bewerten, fällt schwer. Positiv sind die toll inszenierten Kämpfe, die in Verbindung mit dem Bullet-Time-Feature und coolen Special-Moves so richtig Kinofeeling aufkommen lassen. Positiv sind dank zweier spielbarer Charaktere auch der ordentliche Umfang mit einigen Levelvariationen und die gelungene Steuerung, ebenfalls sehr schön anzusehen die Zwischensequenzen mit exklusivem Filmmaterial mit den Stars des Films und einer interessanten Story. Weniger gefallen können allerdings das zu wenig Abwechslung bietende Gameplay, die stark schwankende Qualität der Levels und die unmotiviert wirkenden Fahrsequenzen. In puncto Technik können die Animationen begeistern, die karge Leveloptik und einige sonstige Mängel lassen allerdings den Verdacht aufkommen, dass den Entwicklern die Zeit für den Feinschliff gefehlt hat. Trotzdem sollten Action-Anhänger einen oder auch mehrere Blicke riskieren - ’Matrix’-Fans greifen sowieso zu.

Wertung

  • PS2
    78
    %
  • Xbox
    78
    %
  • GCN
    78
    %

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel