Preview - Far Cry 5 : Macht doch, was ihr wollt!

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Der fünfte Teil der Far-Cry-Serie bietet genau das, was die Fans von der Reihe seit jeher erwarten: eine große, offene Spielwelt, vielfältige Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben, und eine dicke Portion Action. Wir waren in Paris und haben uns für ein paar Stunden in Hope County ausgetobt. Hier ein paar Eindrücke.

Nach dem sehr atmosphärischen Anfang, der etwas an Outlast 2 erinnert, muss erst einmal die Flucht ergriffen werden. Der Plan, Father Joseph direkt am Anfang dingfest zu machen, geht gehörig schief. Zwar dürft ihr dem Sektenführer kurzzeitig die Handschellen anlegen, doch der Abtransport im Helikopter endet in einem katastrophalem Absturz mitten in der Pampa.

Schön ist, dass ihr dieses Mal in die Rolle eines Polizisten schlüpft, der zwar grün hinter den Ohren ist, aber zumindest grundlegende Erfahrungen im Umgang mit Waffen und bösen Jungs hat. Wenn ihr also wenig später eure Gegner mit der Pistole aus etlichen Metern Entfernung zielgenau trefft, dann wirkt dies deutlich plausibler als bei den Instant-learning-by-doing-Helden der Vorgänger.

Machen Sie Urlaub in Hope County! - Video-Preview zu Far Cry 5
Kuro hat sich ausführlich mit einer Vorschauversion von Far Cry 5 beschäftigt. Das hat Ubisoft diesmal in Petto.

Allerdings ist eine Gefahrensituation dieser Größenordnung wohl auch für den Helden aus Far Cry 5 etwas extrem. Am Anfang heißt es also erst einmal, den Kopf unten zu halten und die Lage zu sondieren. In den ersten Minuten greift euch Freiheitskämpfer Dutch unter die Arme und gibt eine grobe Richtung vor, die euch mit den Spielmechaniken vertraut macht. Er bittet euch, seine kleine Insel mitten in Hope County von der durchgeknallten Sekte Eden's Gate zu befreien. Da er euch zuvor aus der Patsche geholfen hat, ist das sein gutes Recht.

Spinnt euch euren eigenen roten Faden

Im Anschluss dürft ihr euch nach Herzenslust austoben. Vom Ablauf her erinnert Far Cry 5 ein bisschen an Ghost Recon: Wildlands. Jede Region hat einen Boss aus der Sektenfamilie und ihr baut den Widerstand auf, um dem jeweiligen Obermotz das Handwerk zu legen. Dafür rettet ihr Zivilisten, zerstört Sektenbesitz, schließt Missionen ab und befreit Außenposten.

Das klingt ein bisschen nach Schema F. Wenn die Quests jedoch cool in Szene gesetzt werden und abwechslungsreiche Aufgaben bieten, geht das in Ordnung. Ob dem so sein wird, ließ sich aus der Anspielsitzung in Paris allerdings nicht erschließen. Zwar gab es immer mal wieder aufwendige Zwischensequenzen, die Missionen an sich liefen jedoch recht unspektakulär ab.

Damit ihr die Schlacht nicht alleine schlagen müsst, stehen zahlreiche Mitstreiter bereit. Deren Vertrauen muss jedoch erst gewonnen werden. Ein paar Charaktere wie der Pilot Nick Rye, Scharfschützin Grace Armstrong oder sogar Hund Boomer sind bekannt, doch lassen sich in der Welt von Far Cry 5 noch viele andere Helfer finden.

Im Verlauf der Handlung bastelt ihr euch quasi eure eigene Widerstandstruppe zusammen, um in Hope County aufzuräumen. Im Gespräch mit Creative Director Dan Hay wurde deutlich, dass in Far Cry 5 nicht nur die Bösewichte (seit dem dritten Teil ein Markenzeichen der Reihe) ihre charakterlichen Eigenheiten haben, sondern auch jeder andere Bewohner von Hope County.

Übrigens: Es gibt keine Türme mehr! Kein Witz. Statt die Karte und ihre Sehenswürdigkeiten durch den Blick aus luftiger Höhe aufzudecken, müsst ihr mit Menschen reden oder Hinweise finden. Davon bietet Far Cry 5 reichlich. Gespielt wurde übrigens auf der PlayStation 4 Pro. Dort macht der Shooter eine gute Figur. Auch wenn zahlreiche Explosionen die Umgebung zum Beben bringen, bleibt die Bildrate stabil.

Ein großer Hingucker ist der Schauplatz Hope County selbst. Der Norden der USA bietet eine abwechslungsreiche und detaillierte Natur, die ihr nach allen Regeln der Kunst entdecken dürft. Allerdings trefft ihr an jeder Ecke Gegner und gefährliche Raubtiere, die euch ans Leder wollen. Es wäre fast schon wünschenswert, die Spielwelt würde nicht so sehr vor Gegnern wimmeln, damit die Idylle besser genossen werden kann.

Schicksale finden zueinander

Es ist auf jeden Fall ein großer Spaß, die zahlreichen Waffen und Fahr- oder Flugzeuge auszuprobieren und sich die Zeit mit Nebenbeschäftigungen zu vertreiben. Am meisten Laune macht der Shooter jedoch im Koop mit einem weiteren Mitspieler. Die NPCs erweitern zwar die Gameplay-Möglichkeiten, doch mit jemandem aus Fleisch und Blut an eurer Seite entfaltet der fünfte Teil der Far-Cry-Serie seine ganze Pracht. Zu weit dürft ihr euch jedoch nicht voneinander entfernen, denn dann taucht eine Warnmeldung auf dem Bildschirm auf, was der Immersion minimal schadet.

Schon in den vergangenen Far-Cry-Teilen gab es die Möglichkeit, kooperativ durchzustarten. Jetzt lässt sich jedoch das komplette Spiel zu zweit erleben. Die Koopsitzung wird sogar durch eine mysteriöse Zwischensequenz eingeleitet, die nahelegt, dass die virtuelle Zweisamkeit nicht einfach nur als optionaler Spielmodus fungiert, sondern in die Geschichte eingeflochten wird.

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