Test - Flucht von Monkey Island : Flucht von Monkey Island

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Bevor Lucas Arts hauptsächlich Spiele zu den 'Star Wars'-Filmen produzierte, glänzte die Firma mit sogenannten 'Point&Click-Adventures' auf den Heimcomputern wie C64, Amiga, Atari und natürlich auch schon PC. Games wie 'Zack McKracken', 'Maniac Mansion' oder 'Indiana Jones - The Last Crusade' begeisterten weniger durch die Grafik, dafür mehr durch knackige Rätsel, Bedienungskomfort, viele witzige Dialoge und ironische Ideen. Im Gegensatz zu Textadventures musste man nicht langwierig Befehle eintippen, damit die Spielfigur zum Beispiel ein Gegenstand mitnahm, sondern man nutze einfach eine Art Verben-Baukasten am unteren Bildschirmrand und klickte einfach mit der Maus auf das entsprechende Item im oberen Grafikfenster. Die vielleicht erfolgreichsten Spiele in diesem Stil waren 'Monkey Island' und sein vielleicht sogar noch besserer Nachfolger. Später erschien dann noch ein dritter Teil mit vereinfachter Steuerung, der dank PC-CD-Technik Sprachausgabe und Zeichentrick-Grafik bot. Letztes Jahr erschien mit der 'Flucht von Monkey Island das vierte und bisher letzte 'Monkey Island'-Spiel auf PC, welches trotz komplett veränderter Steuerung und Grafikstil absolut überzeugen konnte.

Flucht von Monkey Island
Monkey Island entert die PlayStation 2.

Sieht man von einer Umsetzung des ersten Teils auf Segas gefloppter 'Mega CD'-Konsole ab, handelt es sich hier um den ersten Videospielauftritt von 'Monkey Island'. Wie schon bei den vorherigen Spielen übernimmt der Guybrush Threepwood den Part der Spielfigur. Einst als junger Taugenichts auf Melee Island angeschwemmt, erlebte er viele Abenteuer, in denen er exotische Inseln bereiste, den untoten Kapitän LeChuck mehrmals besiegt und sich in die Gouverneurin Elaine Marley verliebt, welche er nun endlich auch heiratete.

Bei seinen Versuchen, ein gefürchteter Pirat zu werden, landete er immer wieder auf der mystischen Insel 'Monkey Island'. Doch dies scheint alles in weiter Ferne, während Guybrush und Elaine von ihren Flitterwochen heimkehren. Doch bevor die beiden auf Melee Island eintreffen, müssen noch ein paar Piraten abgewehrt werden, die das Schiff angreifen. Hier darf dann auch der Spieler nach dem hübsch gemachten Renderintro endlich eingreifen und die Kontrolle über Guybrush übernehmen, der an den Schiffsmast gefesselt ist. Diese Bewegungseinschränkung beim Lösen des Problems führt Adventure-Neulinge hervorragend in das Spielprinzip ein, denn unser Held muss mit den wenigen vorhandenen Elementen die Piraten vertreiben, was nach dem Lösen eines einfachen Rätsels auch schnell gelingt.

Flucht von Monkey Island
Bösewicht Le Chuck darf auch nicht fehlen.

Doch in Melee Island angekommen, erwartet das Liebespaar eine unangenehme Überraschung. Kein Mensch empfängt am Pier die Gouverneurin und ihren Mann. Die Ursachen dafür sind schnell aufgedeckt: Da die Flitterwochen etwas länger dauerten, hat der schmierige Charles L. Charles durchsetzen können, dass Elaine als verstorben gilt und er so beste Chancen auf den Gouverneursjob hat. Ausserdem kauft ein windiger Australier namens Ozzie Mandrill die gesamte Piratenwelt auf, in dem er alle Besitzer nacheinander zu einem Beleidigungswettkampf herausfordert, wo er kaum zu schlagen ist. Die erste Aufgabe für Threepwood ist klar - erst mal muss verhindert werden, dass die Gouverneursvilla abgerissen wird, dann muss Guybrush eine Crew zusammentrommeln und nach Lucre Island schippern, wo die Anwälte der Marleys sich um die Situation kümmern sollen.

Flucht von Monkey Island
Das erste Rätsel ist schnell gelöst.

Um bereits die erste Aufgabe zu meistern, muss in typischer 'Monkey Island'-Manier mit diversen Leuten gesprochen werden und Gegenstände einsammeln, welche dann an anderer Stelle eingesetzt werden müssen. Am konkreten Beispiel mit der Zerstörung der Villa bedeutet dies, dass ihr in der Scumm-Bar solange mit ein zwei Dart-werfenden Piraten geplaudert wird, bis diese den Geburtstagsballon eines betrunkenen Gesellen in der Kneipe zerstechen, worauf ihr dessen Kudu-Bretzeln mitnehmen könnt. Am Hafen findet ihr neben einem Grogautomaten und einer resoluten Hafenmeisterin auch einen alten Fahrradschlauch, den ihr mitgehen lässt. An der Villa müsst ihr den Schlauch an einem schleuderförmigen Kaktus befestigen und dem für den Abriss des Hauses zuständige Arbeiter die Bretzel anbietet. Dieser wendet sich dann kurz von seinem Katapult ab und Guybrush kann das Abbruch-Instrument manipulieren. Der Arbeiter muss das Katapult darauf wieder auf den Kaktus ausrichten, das gefeuerte Projektil wird vom Schlauch zurückgefedert und schon ist das Katapult zerstört und der Abbruch der Villa verhindert.

 

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