Special - Fortnite : Selbstversuch mit Freundin: eine Woche Dauer-Koop

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Unverhofft kommt oft, heißt es doch so schön. Fortnite war viele Jahre lang nicht mehr als nur ein belächeltes Experiment. Doch Epic Games zeigte Köpfchen: Nicht ganz unumstritten wurde ein kostenloser Battle-Royale-Modus hinzugefügt, der die Popularität von Fortnite ins Unermessliche katapultierte. Um Fortnite Battle Royale soll es an dieser Stelle aber gar nicht gehen. Stattdessen handelt dieser Text von einer unverhofft spaßigen Koop-Erfahrung. Und zwei Menschen, die jetzt wahrscheinlich Fortnite-abhängig sind.

Am Silvestermorgen surfte ich auf die Fortnite-Homepage. Das habe ich in den letzten Wochen immer mal wieder gemacht. Ich kann mich erinnern, dass ich Fortnite mal vor Jahren in einer frühen Alpha-Version auf der Gamescom gespielt habe. Schon damals hatte der Titel viel von dem Tamtam der Anfangstage verloren. Schon damals wirkte Fortnite nicht wie das Prestige-Projekt, mit dem man Epic Games, die Macher von Unreal (Tournament) und Gears of War in Verbindung bringen würde. Jedenfalls: All die Jahre geisterte Fortnite in meinem Hinterkopf herum. Seit einigen Monaten ist die Early-Access-Version erhältlich.

Während ich bislang der Versuchung widerstehen konnte, wurde ich an jenem Sonntag schwach. Meine Freundin war zu Besuch und ich auf der Suche nach einer Ablenkung von PlayersUnknown's Battlegrounds, was wir immer mal wieder gerne im Duo spielen. Allerdings werde ich da immer furchtbar kompetitiv, was für dicke Luft sorgen kann. Fortnite sollte für ein paar entspannende Koop-Runden sorgen. Sozusagen der harmlose Pausensnack zwischen der Chicken-Dinner-Jagd. Fortnite war außerdem im Angebot, also griff ich zu.

Was kann denn schon passieren?

Wir gingen noch kurz eine Runde im Olympiapark joggen, während zuhause der Download lief. Es sollte die letzte halbwegs gesunde und lebensbejahende Tätigkeit werden, die wir in dieser Woche unternahmen. Ab dann gab es nur noch eins: Fortnite. Wie es dazu kommen konnte? Ich weiß es nicht so recht. Die vergangene Woche lässt sich vielleicht am besten mit dem Film "Hangover" vergleichen: Während meine Freundin wieder unterwegs nach Hause ist, sitze ich in der Redaktion und frage mich etwas ungläubig, wieso wir die komplette Woche, von morgens bis spät in die Nacht, immer nur in Fortnite unterwegs waren.

Eventuell sollte ich an dieser Stelle erst mal erklären, was Fortnite ist. Ja, einerseits gibt es den kostenlosen Battle-Royale-Ableger. Ich habe kurz reingeschaut, nichts verstanden, bin immer sofort gestorben und ganz schnell wieder ins Hauptmenü verschwunden. Denn Fortnite bietet mit Save The World eine komplett andere Spielerfahrung.

Hier sind maximal vier Spieler zusammen unterwegs. Auf geräumigen Karten werden erst Ressourcen gesammelt und/oder kleine Herausforderungen bestanden. Zwischendurch ballert ihr die zombieähnlichen Hüllen über den Haufen. Meistens erfordert das Hauptziel aber den Einsatz einer weiteren Gameplay-Mechanik: den Basenbau. Wurde das Ziel eingezäunt und mit zahllosen Fallen geschützt, startet die finale Phase, die an klassische Tower-Defense-Titel erinnert.

Das Lama Pinata der Pandora

Fortnite überlässt die Zügel weitestgehend dem Spieler. Wann ihr euch dazu entscheidet, das große Gemetzel zu starten und dadurch die Mission zu beenden, bleibt euch überlassen. Bis dahin kümmert ihr euch um euren eigenen Kram. Gerade zusammen mit der Freundin im Schlepptau war das ideal: Während ich die Basis gebaut und Fallen bestückt habe, sammelte sie Ressourcen und bekämpfte Gegner. Wir zogen gemeinsam durch die Gegend, suchten Schätze, erfüllten Herausforderungen und bekämpften toughe Monster.

Manche Runden gingen flott über die Bühne, andere zogen sich in die Länge. Immer genau so, wie wir Lust hatten. Der ansprechende Grafikstil und die toll gestalteten Orte auf den Karten halfen enorm. Gerade die detaillierten Einrichtungen der Gebäude begeistern mich. Egal ob Krankenhaus, Autowerkstatt, Supermarkt, Büro oder Sportsbar: Überall findet ihr auch in der hintersten Ecke brauchbares Loot.

Apropos Loot: davon gibt es in Fortnite eine ganze Menge. Waffen und Fallen stellt ihr mit Blaupausen selber her, die es in unterschiedlichen Seltenheitsstufen gibt. Genauso wie die Helden in den vier Klassen Soldat, Entdecker, Ninja und Konstrukteur. Außerdem könnt ihr Überlebende verschiedenen Teams zuweisen, um permanente Boni auf Attribute zu bekommen. Das ist alles höllisch komplex, total undurchsichtig, typisch free-to-play und gerade deshalb motivierend. Natürlich gibt es Lootboxen in Form von Lama Pinatas, aber ihr werdet durch die Erfüllung der Aufträge permanent mit der In-Game-Währung belohnt, sodass es absolut keinen Grund gibt, Echtgeld zu verwenden.

Meine Freundin und ich hatten eine sehr unterhaltsame Woche. Zwar wirkte es in meiner Wohnung zwischenzeitlich so, als würden wir eine private LAN-Party zelebrieren, aber ich genoss die Zeit. Und jetzt entschuldigt mich, ich muss mit meinem epischen Donner-Basis-Kyle ins neu freigeschaltete Gebiet Plankerton, um noch fünf Kühlschränke zu zerstören. Dadurch bekomme ich 500 Schneeflocken-Tickets, um mir ein weiteres Feiertagslama zu gönnen.

Was ist das überhaupt für ein Spiel? Hier lest ihr unseren Fortnite Test

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