25.06.2012 - Michael Zeis
Neben Gaikai lautet ein anderer großer Name OnLive. Beide Dienste laufen bereits – wenn auch in deutschen Landen zum Teil noch sehr eingeschränkt oder nur über Umwege. Nun soll also Gaikai möglicherweise verkauft werden. CNN Money hat da angeblich etwas läuten hören. Und bei mir läutet's auch schon: War da nicht was kurz vor der E3? Ein Gerücht, dass Sony angeblich groß in den Cloud-Gaming-Bereich vorstoßen will? 500 Millionen US-Dollar soll der Gaikai-Spaß kosten. Eine Summe, über die ein Riese wie Sony nur müde lächelt. Eine Verbindung wäre also denkbar.
Eine Verbindung zu einem anderen Unterhaltungselektronik-Riesen besteht bereits: Samsung stattet seine Smart-TV-Geräte künftig mit Gaikai aus. Womit jede Spielekonsole mal so eben geschickt umgangen wird. Dass das nicht im Sinne von Sony sein kann, ist klar, denke ich. Also wie könnten die Gerüchte dann noch zusammenpassen? Eines ist sicher: Sony – und auch Microsoft – können sich nicht gegen die Cloud-Gaming-Entwicklung stellen. Deshalb lieber mit dem Strom schwimmen, anstatt in der drohenden Flut unterzugehen. Die Kooperation von Gaikai mit Samsung akzeptieren und sich mit 500 Millionen US-Dollar ein hochinteressantes Unternehmen unter den Nagel reißen. Wenn einen der Samsung-Deal danach noch stört, kann man ja immer noch nach Ausstiegsmöglichkeiten im Vertrag suchen.
Aber das sind Details, die uns als Endkonsumenten wenig tangieren. Viel wichtiger ist, wer denn letztendlich tatsächlich zugreifen wird. Sony liegt aufgrund der Gerüchte natürlich nahe, aber Microsoft sitzt bestimmt nicht Däumchen drehend in der Ecke und guckt zu. Nintendo klammere ich hier absichtlich aus, weil Gaikai und Co. nicht so recht zur bereits eingeschlagenen Wii-U-Richtung passen. Oder geht Gaikai vielleicht an keinen der großen Konsolenplatzhirsche und stattdessen backen Sony und Microsoft ihre eigenen Cloud-Gaming-Brötchen? Denkbar, sicher, aber das würde auch bedeuten, dass die große Knallernachricht, die zukünftige Kunden für die neuen Konsolen bereits zu einer Richtung tendieren lassen könnte, ausbleiben würde. "Sony/Microsoft startet eigenen Cloud-Gaming-Dienst" haut eben nicht so rein wie "Sony/Microsoft kauft Gaikai". Und die Risiken, etwas komplett Eigenes auf die Beine stellen zu müssen, sollte man ebenfalls nicht unterschätzen.
Nicht nur deshalb, liebe Sony- und Microsoft-Verantwortlichen: Greift zu! Selbst wenn - oder besser gesagt: erst recht wenn der überraschende Verkauf nur bedeuten sollte, dass Gaikai aufgrund von Fehlplanungen bereits das Geld ausgegangen ist. Verbessert und expandiert den Dienst mit euren großen finanziellen Möglichkeiten, damit er die von Gaikai-Gründer David Perry versprochene Geschwindigkeit weltweit erreicht. Integriert euren neuen Schatz in eure kommende Konsole und lasst ihn parallel zum traditionellen Spielehandel laufen. Dann dürfte auch der Shitstorm vonseiten der Datenträgerhändler nicht unerträglich groß ausfallen. Aber vor allem: Entscheidet euch endlich für einen Zug, bevor alle abgefahren sind. David Perry hat euch, wenn sich die Gerüchte bewahrheiten, einen direkt vor die Nase gestellt: Ihr müsst nur noch einsteigen. Ansonsten heißen die Big Player in einigen Jahren nicht mehr Sony, Microsoft und Nintendo, sondern vielleicht Gaikai und OnLive.
Seit Kurzem ist Gaikai über Facebook nutzbar. Wir nehmen das zum Anlass, um uns von dessen Funktionalität zu überzeugen.
Diesen Beitrag als Gast kommentieren
Noch keinen Account?
Hier kostenlos registrieren!
Passwort vergessen?
Kommentare zu Gaikai - Kommentar
also ich halte von diesem zocken über stream auch ganz und gar nichts. ich hätte weiterhin die games in einer hülle die ich mir ins regal stellen kann. zb die ganzen edition games.
das dürfte interessant zu lesen sein...
www.forbes.com/sites/johngaudiosi/2012/07/02/sony-computer-entertainment-acquires-cloud-gaming-company-gaikai-for-380-million/
sieht wohlt so aus als ob Sony zugeschlagen hat
;-)
Wenn alle nur noch auf Smartphones, Tablets oder über Cloud spielen, oder es gar nur noch F2P-Spiele gibt, dann ist wohl meine Zeit gekommen und ich werde zum Nichtspieler. Dann bin ich dann auch alt genug für andere Sachen, was alte Leute halt so machen :-)
ich kann mich nicht so sehr mit Cloud-gaming anfreunden. Was ist mit Serverprobleme? (Sieht man heute ja schon gut mit dem Daueronlinezwang? Wie lange werden die Spiele online bleiben? Kann ich das Game auch noch in 5 oder 10 Jahren spielen?
Du vergleichst also immer Äpfel mit Birnen? Nicht nur, dass das offizielle Screenshots sind (mit entsprechender Nachbearbeitung), du vergleichst auch Uncharted mit Need for Speed. Und nochmal: Du hockst ja nicht 20cm hinter dem Bildschirm, wenn du an der Konsole zockst ...
Insofern behaupte ich mal wagemütig, dass der Großteil der Spieler den Unterschied nicht bemerken wird, wenn sie nicht einen Bild-in-Bild-Vergleich anstellen. Wenn dann 1% Hardcore-Gamer und Grafik-Fetischisten dabei sind, die das sehen - dann wird das Gaikai und Onlive auch egal sein. An die richtet sich der Service ja ohnehin nur bedingt
game2gether.de/wp-content/uploads/2011/11/uncharted_3_preview.jpg
game2gether.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/uncharted3_231484b-1024x576.jpg
mediang.gameswelt.net/public/images/201110/5727a9087bc5dc99b40e877c00118372.jpg
3. Braucht man nichts zu installieren und das System mit jeder gezockten Demo mehr zuzumüllen
Das Streaming von Spielen ist eine wahnsinnig interessante Angelegenheit, aber aktuell in der Form von OnLive oder Gaikai noch nicht zu empfehlen... schon gar nicht "richtigen" Gamern, denen Lag, Kompressionsartefakte und verwaschene Grafikdarstellung sofort auffallen.
Es ist halt nur ein 720p-Video-Stream, der da auf den Bildschirm kommt... komplett mit den üblichen Kompressionsartefakten von Videos. Man denke an 720p-Lets-Play-Videos auf Youtube, nur noch einen Tick schlechter. Das ist einen ganzen Zacken schlechter, als wenn man direkt am Rechner oder auf Konsole in 720p spielen würde... geschweige denn von höheren Auflösungen.
Für Grafikfetischisten ist das ganz sicher nichts.
Allerdings... als Ersatz für Demos finde ich die Dienste sehr interessant:
1. brauche ich keine 6GB-Demo mehr runterladen, sondern kann sofort loszocken und
2. sind die Demos etwa auf Gaikai oft die Originalspiele, nur halt mit Zeitbeschränkung - ich kann mir also das richtige Spiel angucken und nicht nur das eine Highlight, dass der Entwickler für die Demoversion rausgesucht hat... sofern es überhaupt eine explizite Demo gibt...
Dem Rest des Textes stimme ich zu: Cloud-Gaming wird in 10-20 Jahren etabliert sein und es werden wohl die meisten ihre Spiele streamen.
Solang wird es gar nicht dauern. Tendenz eher 5 - 10 Jahre.
(...)
• Meine I-Net-Verbindung: 6MBit/0,5M/15ms via speedtest.
Nun muss man aber fairerweise sagen, dass zum Einen deine Internet-Verbindung vielleicht dem heutigen Durchschnitt entspricht, aber da ja auch noch eine ganze Menge Luft nach oben ist. In einer überschaubaren Zeitspanne wird die Bandbreite bei Privatanschlüssen ganz automatisch steigen - in 5 Jahren hat jeder (der für so einen Dienst in Frage kommt) 6 MBit mindestens, wohl eher deutlich mehr. Vor 5 Jahren waren 6 Mbit noch "schnell", heute wirst du für sowas ausgelacht
Zum anderen sollte man die Streaming-Technik eher mit der aktuellen Konsolen- als PC-Generation vergleichen, was Grafikqualität anbelangt. Wenn man ehrlich ist, ist das Grafikniveau bei PS3/X360 nicht wahnsinnig viel besser als in deinem Vergleichs-Screenshot. Klar, aus 1 Meter Entfernung sieht das scheisse aus - aber ist es nicht viel wahrscheinlicher, dass du mit einer Streaming-Konsole am großen Flatscreen hängen wirst als vor deinem TFT?
Grundsätzlich sehe ich es aber ähnlich wie du, das steckt heute noch in den Kinderschuhen (insbesondere in Europa) und wird einfach noch ein paar Jahre und einen potenten Investor brauchen. Aber: Der Gaming-Markt ist sehr spannend und einen besseren Einstiegszeitpunkt als jetzt mit der Streamingtechnologie gibt es kaum. Gaikai ist nur bedingt für MS und Sony interessant - die haben schon eigene (mehr oder weniger) funktionierende Marken, die für Gaming stehen.
Viel spannender ist es doch für Unternehmen, die in den Markt reinwollen - vielleicht Samsung oder LG, vielleicht Telko-Anbieter (die könnten auch das von blade01 angesprochene Bandbreiten-Problem lösen). Die würden davon viel stärker profitieren.
Ihr werdet sehen, dass das eben nicht so "10-Jahre-zurück" aussieht
Dem Rest des Textes stimme ich zu: Cloud-Gaming wird in 10-20 Jahren etabliert sein und es werden wohl die meisten ihre Spiele streamen. Eben weil es so einfach ist und man nie wieder neue Hardware braucht, ABER die Qualität ist HEUTE wirklich noch SEHR schlecht. Ich habe auf Gaikai schon einige Zeit verbracht und mit meiner Leitung sieht das Bild verwaschen aus und man hat teils schlimme Artefakte. Dazu noch eine Auflösung die nicht nativ ist, d.h. nicht der exakten TFT-Auflösung entspricht und somit sehr bescheiden aussieht.
NFS The Run in der Probeversion über Gaikai
• Gefühlte fps des 720p-Streams: 20-25 (Fraps zeigt 64 an, das haut aber nicht hin)
• Grafikqualität ~ Need for Speed Most Wanted als kaputtkomprimiertes JPEG
• Lag: Schwankend. Meist den gefühlten Fps angemessen, also nix mit feinem Driften via Tastatur, was eigentlich in Rennspielen geht, zwischenzeitlich aber gröbere Aussetzer von gefühlt einer Viertelsekunde
• Meine I-Net-Verbindung: 6MBit/0,5M/15ms via speedtest.
Das ist INGAME per Fraps aufgenommen:
http://s1.directupload.net/file/d/2933/4ef2alm4_png.htm
Ich habe das Spiel auch bei Origin gekauft und wenn man es "normal" spielt sieht es viel besser aus als das. Man sieht also deutlich dass Gaikai noch in den Kinderschuhen steckt und das wird sich so schnell auch nicht ändern.
Klar ist lange Spielzeit ne schöne Sache, nur verstehe ich nicht warum du dafür ne neue Konsole haben willst/musst...? Wie lang ein Spiel wird,hat nicht viel mit der Hardware zu schaffen, sondern viel mehr mit der Lsut der Programmierer ein Spiel entsprechend lang zu gestalten.
Ich brauche dazu keine neue Hardware.
Ich hätte mir schon vom Sprung PS2--> PS3 gedacht dass man auf 40GB Blu-Rays mehr packt als nur bessere Grafik.
Mal ne Frage an die Redakteure oder falls gerade einer vom Fach(Telekommunikationsbranche) anwesend ist:
Wie ist das eigentlich wenn gerade erste Anbieter wegen Filesharings rumnerven das sie die Bandbreite verringern.Wenn ich da an Cloudgaming denke, ist das überhaupt zu unterscheiden vom Filesharing oder evtl. anderen Saugmöglichkeiten??Stelle ich mir etwas kompliziert vor wenn Kabel Deutschland(wechselt da bloß nicht hin, Drecksfirma!!!)nach einer gewissen GB Größe halt einfach den Zugang drosselt.....
Unabhängig von der Frage:Für mich gilt weiterhin das ich Games entweder weiterverkaufen kann oder über den ACC von Freunden zocken kann.Ansonsten wäre Gaming für mich einfach zu kurzweilig, da hätte ich von anderen Hobby einfach mehr.
Was die Hardwargumente angeht:Also wer muß denn bitte seine Hardware "am laufenden Band" tauschen??Das ist für mich ein lächerliches Argument pro Streaming.Warum?Erstmal ist die Gamesentwicklung an ihrem Limit angekommen oder nahe davor.Jetzt schon muß für ein wirklich gut aussehendes Game so ein großer Aufwand betrieben werden das es schwer ist die kosten SICHER reinzuholen(und nur dann werden große Publisher investieren).Ich behaupte das derjenige der jetzt einen Highendrechner hat damit auch noch in 3-4 Jahren in hohen Details zocken kann.Selbst meine alte Krücke schafft dank der Tempodrosselung durch die aktuellen konsolen nahezu alle Titel in hohen Auflösungen mit mindestens mittleren Details(meist auch in hohen Details) und mein Rechner würde heute so hart gesagt als Bürorechner taugen.Nebenbei nimmt kaum einer einen Unterschied zwischen mittleren und hohen Details war wenn er zockt, einfach weil es da wnizige Nuancen sind.
Ich pers. sehe in dem worum es hier geht keinen Vorteil für die Konsumenten, einzig für die Produzenten/Vertreiber!
Und allein denen gehts doch um die Einführung eines an sich nutzlosen Produkts.
Nebenbei sei mal die frage in den Raum gestellt wie sich alle das so denke, wer soll das denn bezahlen?Denken einige wenn Games gestreamt werden wird billiger weil kein Zwischenhändler(ok evtl. wirds ausgelagert, dann immerhin Lizenzkosten an) da ist oder weil der TRansport im herkömmlichen Sinne nicht nötig ist?Man stelle sich mal vor was für Hardware nötig ist, was für eine Manpower.Ist ja nicht so das der Kram sich dann von alleine wartet.
Das bleibt doch alles am Kunden hängen, sehe schon so einen Käse wie X-Box live auf uns zukommen wo ich auch noch blechen darf.....
Geht mal auf http://www.gaikai.com/ und testet dieses cloud gaming mal aus (keine registirierung erforderlich, einfach auf "Play now" klicken.
Ihr werdet sehen, dass das eben nicht so "10-Jahre-zurück" aussieht wie manche hier prophezeien. Hinzu kann man die Games "leihen" und das komfortabler und billiger als in der Videothek.
Ich persönlich kaufe meine Spiele lieber Digital aber dafür das diese Technik so gut wie auf jedem System laufen soll + dem "ausprobier" feature finde ich Cloud-Gaming echt ne feine Sache!
Was die technische Seite angeht, mache ich mir durchaus auch, aber wenig Sorgen. Natürlich steckt das alles noch in den Kinderschuhen, aber in mir wehrt sich etwas vehement dagegen, die Cloud-Gaming-Entwicklung nicht gut zu finden, nur weil sie etwas _zu_ weit der Zeit voraus zu sein scheint bzw. einfach noch nicht perfekt ist (wenig verwunderlich für Neues). Die Vorstellung, daheim nicht mehr hohe Summen für neue Grafikkarten u.ä. ausgeben zu müssen, damit mein privater Zocker-PC das neue Tetris mit der Unreal Engine 4 abspielen kann, sorgt allein schon dafür, dass ich es kaum erwarten kann, dass die Cloud-Gaming-Geschichte mit möglichst großen Schritten voranschreitet.
@Finanzberater: Ich würde gerne nicht nur über Gaikai schreiben, sondern auch mehr zu OnLive. Nur tut sich bei OnLive aktuell vergleichsweise wenig. :-/
@Orchas
Klar ist lange Spielzeit ne schöne Sache, nur verstehe ich nicht warum du dafür ne neue Konsole haben willst/musst...? Wie lang ein Spiel wird,hat nicht viel mit der Hardware zu schaffen, sondern viel mehr mit der Lsut der Programmierer ein Spiel entsprechend lang zu gestalten.