Test - GAMDIAS Hermes P2 RGB : Ein neuer Herausforderer betritt das Spielfeld

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Die Firma GAMDIAS ist hierzulande wahrscheinlich den wenigsten ein Begriff. Der chinesische Hersteller vertreibt seit ein paar Jahren Hardware aller Art, diese ist in Deutschland aber eher unbekannt. Selbst bei Amazon findet sich kaum entsprechende Hardware. Jedoch ist das mechanische Gaming-Keyboard Hermes P2 RGB bei uns noch gar nicht erschienen. Warum ihr euch aber drauf freuen könnt, verraten wir euch in unserem Test.

Hermes, der Götterbote, bekannt für seine Geschwindigkeit, steht mit seinem Namen Pate für die Tastatur. Das natürlich nicht grundlos, denn sie wirbt mit einem Lichtgeschwindigkeitsanschlag und blitzschneller Reaktionszeit. Da wir leider keine übermenschlichen Fähigkeiten haben, mussten wir uns mit der üblichen Reaktion begnügen, aber auch die nahm das P2 ohne Zögern an.

Als Erstes musste das frisch erschienene Subnautica herhalten. Zugegeben, der Titel ist selten hektisch, jedoch zeigte die Tastatur sofort, wie angenehm es ist, mit ihr zu spielen. Der geringe Widerstand, gepaart mit einem Anschlag von gerade einmal 2 mm und befriedigendem Klickgeräusch, half bei der ausgiebigen Erkundung der Unterwasserwelt. Dazu gibt es eine eingebaute Handballenablage, die schlaffe Zockerarme wunderbar unterstützt.

Die neuartigen Switches sind mit Sicherheit das spannendste Feature der Tastatur. Sie sind von Hersteller GAMDIAS eigens ge- und verbaut worden und sollen allem voran für mehr Langlebigkeit sorgen. Satte 50 Millionen Anschläge werden versprochen – 30 Millionen mehr als bei anderen mechanischen Tastaturen. In der Praxis wird wahrscheinlich niemand diese Werte erreichen, aber sie zeigen zumindest, dass man sich bei der Entwicklung ordentlich Gedanken gemacht hat, um ein qualitativ hochwertiges Produkt auf den Markt zu bringen.

Das merkt man an jeder Ecke: Der Korpus mag aus Plastik sein, die Oberfläche besteht jedoch aus Metall. Die Switches sitzen schön fest und können bei Bedarf ausgetauscht werden. Zudem ist das Verbindungskabel textilummantelt. Insgesamt macht die Tastatur dadurch einen sehr hochwertigen Eindruck, der während der Benutzung immer wieder bestätigt wird. Außerdem handelt es sich nicht um klassische mechanische Keys, sondern um optisch-mechanische Switches.

Der Unterschied liegt vor allem in der Eingabe. Zwar wurden wie gewohnt mechanische Teile verbaut, aber um einiges weniger. Es gibt keine Metallpunkte mehr, die mit der Zeit oxidieren könnten, denn der Anschlag wird durch Licht weitergegeben. Außerdem fallen somit auch Quietschgeräusche weg, die manche Besitzer nach längerer Benutzung von klassischen mechanischen Varianten wahrnehmen. Ob sich die Technik am Ende durchsetzen wird, bleibt aber abzuwarten. In jedem Fall scheint sie für die Hersteller kostengünstiger zu sein, da sie weniger Bauteile benötigt.

Hera, die Gattin (und Schwester!) von Zeus, ist die Namensgeberin für die herunterladbare Software. Die Tastatur funktioniert zwar einwandfrei ohne, aber sie ist trotzdem durchweg zu empfehlen. Es können bis zu sechs Profile eingestellt und on-the-fly getauscht werden. Das Wichtigste dabei für professionellere Zocker: die Einstellung von Makrotasten. Mit HERA gelingt dies unkompliziert und fix.

Zuerst wird eine Tastenkombination festgelegt und dann im entsprechenden Menü auf die gewünschte Taste gelegt. Wer beispielsweise in der neuen Civlization-6-Erweiterung Rise and Fall zwischen Einheiten schnell hin- und herwechseln, Baubefehle geben oder Einheiten auf Erkundung schicken will, kann sich die Arbeit mit Makrotasten ein wenig erleichtern.

Selbstverständlich können auch Beleuchtungsintensität und Farben eingestellt werden – dafür ist es ja schließlich ein RGB-Keyboard. Die Tasten leuchten alle schön gleichmäßig hell und passen sich, wenn gewünscht, automatisch an Spiele an. HERA erkennt nämlich bei vielen Titeln, was ihr gerade zockt, und beleuchtet bei Ego-Shootern beispielsweise ganz von selbst die entsprechenden Standardtasten. Zusätzlich könnt ihr noch einen Alarm aktivieren. Dafür legt ihr die Taste, die Zeit und den Sound fest, der gespielt werden soll, wenn der Alarm losgeht.

Selbstredend bietet die Tastatur zudem die typischen Funktionen, wie N-Key Rollover, Anti-Ghosting und andere Feinheiten. Der Preis ist mit knapp 140 Euro etwas hoch angesetzt und wird viele potenzielle Käufer womöglich abschrecken. Tatsächlich lohnt sich die Investition aber, wenn man viel am PC arbeitet oder spielt. Denn die Tastatur ist für jahrelange Nutzung ausgelegt und dank ihrer optisch-mechanischen Charakteristika und der hochwertigen Verarbeitung ist sie definitiv empfehlenswert.

Greift zu, wenn...

… ihr eine mechanische Tastatur ohne Cherry- oder Kailh-Switches haben möchtet, die zudem sehr hochwertig verarbeitet ist und lange Freude bereitet.

Spart es euch, wenn...

… ihr nicht mehr als 100 Euro für eine Tastatur ausgeben wollt und kein Interesse an neuartigen Switches habt.

Fazit

Julian Laschewski - Portraitvon Julian Laschewski
Eine ausgezeichnete und vielseitige Tastatur

Die Firma GAMDIAS sagte mir vor dem Test nichts. Darüber hinaus konnte mir mein schlechtes Latein auch nur beim Wort „Dias“ weiterhelfen. Aber ein griechischer Gott als Namenspate, das klingt schön hochgestochen und ist zum Glück nicht übertrieben, denn das Endprodukt ist definitiv empfehlenswert. Das Keyboard ist bezüglich seiner Qualität über alle Zweifel erhaben, eignet sich hervorragend zum Arbeiten und Spielen und bringt darüber hinaus neuartige Switches mit, die einwandfrei funktionieren – inklusive angenehmen Widerstands und tollen Klickgeräuschs. Einzig der Preis könnte für manche abschreckend wirken, nichtsdestotrotz lohnt sich die Investition!

Überblick

Pro

  • sehr hochwertige Verarbeitung
  • angenehmer Widerstand
  • schönes Klickgeräusch
  • mit Handballenablage
  • Software bietet sehr viele Einstellungsmöglichkeiten
  • leicht zu reinigen
  • sehr reaktionsfreudig
  • modernes und schickes Design

Contra

  • Preis etwas hoch angesetzt
  • könnte für manchen Schreibtisch zu klobig sein

Awards

  • Hardware Tipp

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