Preview - Ghost Hunter : Ghost Hunter

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Während Capcom bei der ’Resident Evil’-Reihe weiterhin auf den GameCube setzt und Konamis nächste Fortsetzung zur erfolgreichen 'Silent Hill'-Reihe frühestens nächstes Jahr Spieler in aller Welt in freudige Angst und Schrecken versetzt, springt Sony dieses Weihnachten selbst in die Grusel-Bresche und präsentiert mit 'Ghosthunter' die nunmehr zweite PlayStation2-Entwicklung aus der englischen Edelschmiede Studio Cambridge. Dabei werden wieder auf die bekannten Tugenden der Engländer gesetzt, eine cineastische Präsentation und bombastische Grafik, welche schon 'Primal' zum Erfolg verhalfen.
 

Klassische Tugenden
Wie schon im letzten Action-Adventure aus gleichem Hause schlüpft ihr auch bei 'Ghosthunter' in die Haut eines Heldens wider Willen, der aus seiner bis dato doch so normalen Welt gerissen wird. Lazarus Jones, seines Zeichens Neuling bei der Detroiter Polizei, wird samt Partnerin unverhofft zu einer alten Schule zitiert, in welcher Jahre zuvor mysteriöse Morde stattgefunden haben. Als sich nun auch noch Bauarbeiter über Geistererscheinungen in dem verfallenen Gemäuer beschweren, macht sich das Duo auf, dem Schrecken ein Ende zu setzen. Im Keller stößt Lazarus alsbald auf eine Geisterkammer und hat nichts Besseres zu tun, als die untoten Störenfriede freizulassen. Zu allem Übel verschmilzt eines der Astralwesen mit dem Helden, während der Rest scheinbar Gefallen an seiner Partnerin findet und mit dieser Reißaus nimmt. Dank des unfreiwilligen Bündnisses kann Lazarus nun jedoch selbst in die Geisterwelt eintauchen und die ansonsten unsichtbaren Zeitgenossen erspähen, so dass er sich ohne größere Verzögerung als Geisterbekämpfer auf eine wilde Verfolgungsjagd begibt.

Erzählt wird die recht umfangreiche Hintergrundgeschichte mit Hilfe Minuten langer Zwischensequenzen in Ingame-Grafik. Die Geschichte gibt sich dabei trotz geplanter USK 16-Wertung deutlich familienfreundlicher als beispielsweise 'Resident Evil' oder Konamis 'Silent Hill'. Blut wird hier durch Wattebäusche ersetzt, welche aus angeschossenen Monsterteddys herausquellen, und die amüsant-sarkastischen Kommentare von Lazarus und seinen diversen Kumpanen und Gegnern sorgen sogar für den einen oder anderen Lacher.

Drei Dinge in einem
Im aus der Third-Person-Sicht zu spielenden Abenteuer erwartet euch eine Mischung aus klassischen Action-Einlagen, knackigen Rätseln sowie gelegentlich eingestreuten Schleichpassagen. Vor allem der Actionpart erweist sich jedoch als leicht ungewöhnlich. Während ihr anfangs noch mit einer Desert Eagle unterwegs seid und euch nach und nach mit einem Scharfschützengewehr oder einem Granatwerfer versorgt, dienen alle Waffen doch nur dazu, Geister zu schwächen und sie somit in die reale Welt zu ziehen. Einmal angeschossen, müsst ihr eure Widersacher mittels Plasmadiskus einfangen, um sie später wieder ihrem Schicksal im Geistergefängnis zu übergeben. Während euch eure Desert Eagle als Standardwaffe dient und somit über eine unbegrenzte Anzahl an Munition verfügt, gilt es, die Zusatzwaffen mittels Astralenergie eingefangener Monster neu aufzuladen. Die Kämpfe erweisen sich im Übrigen als überraschend gemächlich, was dem Spieler jedoch mangels automatischer Zielfunktion und dem leicht trägen Verhalten eurer Spielfigur zugute kommt.

Unterbrochen werden die Actioneinlagen durch kleinere Erkundungs- und Rätselabschnitte. Diese fallen mangels echter Interaktivität innerhalb der sehr linearen und erfreulich kompakten Levels und meist ziemlich abstruser Lösungswege leider etwas langatmig aus und sorgen für einen spürbaren Bruch im ansonsten actionbetonten Spielfluss. Mal müsst ihr einen Geist als Stromleitung missbrauchen, mal gilt es, an vereinzelt im Levelabschnitt verteilten Beschwörungsstellen den Geist in Lazarus selbst zu rufen, um als Astralwesen an bis dato unerreichbare Stellen zu gelangen. Vor allem der Mangel an echten Hinweisen sorgt hier für den einen oder anderen Frustmoment, so dass nur zu hoffen bleibt, dass Sony bis zum Release noch einmal nachbessert.

 

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