Preview - Ghost Hunter : Ghost Hunter

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Nur minimal besser präsentieren sich die Schleichabschnitte, bei denen ihr ungesehen an Geisterhorden vorbeihuschen müsst oder euch klammheimlich an ein besonders schreckhaftes Monster heftet, um auf dessen Spuren bis dato verschlossene Türen zu durchqueren. Aufgrund deutlicher Übersichtsprobleme der störrischen und leider nur teilweise nachjustierbaren Verfolger-Kamera sowie des Fehlens des beispielsweise aus 'Metal Gear Solid' bekannten Radars tappt ihr, was die Position eurer Gegner betrifft, meist im Dunkeln. Glücklicherweise sind diese Abschnitte durch die Bank so konzipiert, dass ihr nach einer ungewollten Entdeckung ohne Neustart einen weiteren Versuch wagen könnt. Die optionale Ego-Perspektive bietet hier nur bedingt Abhilfe, da ihr euch in diesem Modus nicht fortbewegen könnt.

Augenschmaus
Im Dunkeln tappt ihr jedoch nicht nur aufgrund mangelnder Übersicht, allgemein sind die sechs Abschnitte - egal ob ihr nun einen Sumpf erkundet oder vorsichtig auf einem versunkenen Schiff um die Ecke lugt - überraschend dunkel gehalten, so dass ihr über weite Teile eure zuschaltbare Taschenlampe zu Hilfe ziehen müsst, um überhaupt noch etwas erkennen zu können. Hierbei lässt die 'Ghosthunter'-Engine jedoch kräftig die Grafikmuskeln spielen und überzieht die meist grau-braune Levelarchitektur mit einem beeindruckenden Echtzeitschatten. Überhaupt ist die grafische Gestaltung des Titels mehr als gelungen, ob nun die realistischen Animationen beim Held samt innovativer Gegnerschar oder die diversen Grafikfilter, welche euch die Geisterwelt näher bringen sollen. Streift euch so beispielsweise ein Widersacher, blendet die Optik kurzzeitig in eine Negativaufnahme der momentanen Spielsituation um.

Nicht minder hochwertig präsentiert sich abschließend der akustische Part. Auch wenn die Geräuschkulisse nicht ganz an das Kaliber eines 'Silent Hill' heranreicht, so sorgen aus der Ferne ertönende Hilferufe von Kindern, sowie verzerrte Schmerzenschreie schon jetzt dafür, dass die halbe Nachbarschaft ernste Diskussionen über okkulte Rituale in euren vier Wänden anstellt. Wie von Sony gewöhnt, wird das Spiel komplett lokalisiert auf den Markt kommen und punktet durch eine professionelle deutsche Synchronisation. Wer der englischen Sprache mächtig ist, kann dank der Multilingual-DVD auch wahlweise auf die Originaltonspur zurückgreifen, welche noch eine Nuance atmosphärischer ist. Abgerundet wird die makellose Anpassung an den deutschen Markt durch 60 Hz-, sowie Progressiv Scan-Modi. Wessen Fernseher nur 50 Hz verarbeitet kann, muss sich jedoch nicht sorgen: PAL-Balken wird es angesichts der europäischen Entwicklung keine geben.

 

Fazit

von Sven Mittag
Echte Gänsehaut-Atmosphäre wollte sich bisher keine beim Spielen der 'Ghosthunter'-Vorabversion einstellen. Sonys Action-Adventure mit Horroreinlagen punktet zwar durch schöne Grafik, eine interessanten Hintergrundgeschichte und vor allem wunderschön eingefangene Zwischensequenzen, kleinere Mängel im Spieldesign reißen den Spieler jedoch immer wieder in die graue Realität zurück. Wenn man mehr Zeit mit dem Kampf gegen die störrische Kamera verbringt als mit der Geisterbekämpfung und sich mangels Hinweisen und sehr abstrakter Aufgabenstellungen die Zähne an den beinharten Rätseln ausbeißt, vergeht selbst dem größten 'Ghostbuster' schnell die Lust an der Jagd nach dem Paranormalen. Für beinharte Horrorfans dürfte der Titel mangels aktuellen Alternativen an Neuerscheinungen aber durchaus interessant sein - wir sind auf jeden Fall auf die endgültige Fassung gespannt.

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