Test - Gigabyte AERO 15 : Härtetest in Taipeh und Los Angeles

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Bereits vor einigen Monaten konnten wir einen ersten Blick auf das Gigabyte AERO 15 werfen und waren angetan von der starken Leistung und den kompakten Abmessungen. Wir hatten nun Gelegenheit, das Notebook ausführlich zu testen und ganz nebenher auf den Messen Computex und E3 auf seine Alltagstauglichkeit zu testen – sowohl beim Arbeiten als auch beim Zocken.

Wir wollen gar nicht allzu weit ausholen und euch nochmals mit einer umfassenden Beschreibung des Notebooks quälen. So ziemlich alle Eckdaten haben wir seinerzeit im Special zum Gigabyte AERO 15 beschrieben. Daher fassen wir nur die Eckdaten kurz zusammen.

Beim AERO 15 handelt es sich nicht um ein klassisches Gaming-Notebook, sondern eher um einen Laptop, der zum Arbeiten unterwegs geeignet ist, aber genug Power unter der Haube hat, um bequem fast alles in Full-HD-Auflösung mit 60 fps zu zocken. Dank seiner Abmessungen von 356 x 250 x 190 mm und eines Gewichts von nur 2,1 kg passt er problemlos in jeden Rucksack und schont die Wirbelsäule. Gerade Kollege Dennis, der in Taipeh des Öfteren mit dem AERO 15 im Rucksack unterwegs war, freute sich sehr über diese Tatsache.

Trotz der kompakten Maße hat das AERO 15 ordentlich was unter der Haube. Ein i7-7700HQ nebst 16 GB DDR4-2400-Speicher von Kingston sorgt für reichlich Power, um auch aufwendige Anwendungen wie Photoshop oder Premiere problemlos zu stemmen. Zwar ist der Speicherplatz in der Grundausstattung mit einer 500 GB großen M.2-SSD nicht allzu üppig, für die meisten wird das aber reichen, zumal Erweiterungsmöglichkeiten vorhanden sind. Das Full-HD-Display mit seinem sehr schmalen Rahmen bietet satte 15,6 Zoll und ist X-Rite-PANTONE-zertifiziert, sodass auch Grafiker ihre Freude an der farbechten Darstellung haben.

Die Prozessorpower dürfte gerade für den Bereich Videoschnitt interessant sein. Kollege Florian war beim Videoschnitt in Los Angeles überaus angetan, ebenso wie Dennis in Taipeh:

Dennis: Unterwegs auf Events Videos zu schneiden sorgt immer wieder für Kopfschmerzen. Nehme ich nun das kleine Notebook mit, das nicht genügend Leistung hat, oder packe ich den 17-Zoll-Brecher ein, der kaum ins Gepäck passt? Beim AERO 15 überzeugen sowohl Formfaktor als auch Leistung. Jegliches 1080p-Encoding in Adobe Premiere konnte das kleine Ding problemlos stemmen, auch wenn die Lüfter während des Renderprozesses ordentlich aufdrehen mussten. Auch die Arbeit mit dem klaren und recht farbtreuen Display war durchweg angenehm. Eine externe Tastatur habe ich nicht vermisst und in Situationen, in denen man keine Maus anschließen kann, kann man auch das große Touchpad durchaus gut gebrauchen.

Florian: Das AERO 15 ist sehr leistungsstark für seine Größe. Ich konnte Videos rendern und ohne große Probleme parallel weitere Projekte schneiden. Hin und wieder gab es mal verzeihbare Mikroruckler, die aber nicht weiter störten. Ich habe teils mit der Maus, teils mit dem Touchpad geschnitten. Auch dies ging problemlos, das Touchpad war schnell genug und zudem sehr präzise. Das AERO 15 hat überdies fast die gleichen Komponenten wie mein PC daheim und wäre daher auch zum Zocken prima geeignet.

Kein Wunder, immerhin steckt eine GeForce GTX 1060 mit 6 GB Speicher unter dem Gehäuse. Die Grafikkarte stemmt beinahe alle aktuellen Titel mühelos mit 60 fps bei maximalen Einstellungen und 1.920 x 1.080 Pixeln.

Die Leistung in Verbindung mit dem Innenleben verlangt allerdings nach einer guten Kühlung. Im Normalbetrieb schlägt sich das AERO 15 dabei ganz wacker, trotz der geringen Abmessungen, die wenig Raum für Kühlelemente lassen. Praktisch ist, dass die Lüfterleistung per Hotkey sekundenschnell angepasst werden kann. Unter Volllast gerät das AERO 15 aber dann doch gewaltig ins Schwitzen und muss kräftig pumpen:

Florian: Leider war die Hitzeentwicklung bei Volllast sehr stark. Zeitweise musste ich den Abstand zwischen dem Boden und der Arbeitsfläche erhöhen, damit die Lüfter mehr Luft ziehen, und die Kühlung per Hotkey auf volle Power stellen.

Das bestätigte sich auch während des Benchmarkens. Bei voller Belastung steigen die Temperaturen doch recht stark (CPU: bis zu 92 Grad, GPU: bis zu noch moderaten 81 Grad). Entsprechend klettert dann auch die Lautstärke in eher unangenehme Bereiche, zwischen Tastatur und Display maßen wir saftige 57 dB (im Normalfall bewegt sich die Lautstärke in einem Bereich zwischen 48 und 52 dB). Recht viel für ein Notebook, aber auf jeden Fall der Größe geschuldet. Schraubt man die Lüfter auf Normalbetrieb, macht sich schnell ein Leistungsabfall bei Volllast bemerkbar. Nun gut.

Immerhin bleibt der Tastaturbereich relativ kühl, nur im rechten Drittel des Buchstabenbereichs war eine etwas stärkere Wärmeentwicklung zu spüren. Von der oberen Kante des Gehäuses zwischen Tastatur und Display sollte man allerdings die Finger lassen. Dort befinden sich die Luftauslässe und das Metallgehäuse wird dort mächtig heiß. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass wir sowohl in Taipeh als auch in Los Angeles und in unserem Office in München zum Testzeitpunkt recht hohe sommerliche Temperaturen um die 30 Grad hatten. Zudem sollte man berücksichtigen, dass das Notebook natürlich selten permanent mit Volllast arbeitet.

Greift zu, wenn...

… ihr ein kompaktes, mobiles und leistungsstarkes Notebook sucht, mit dem ihr auch anspruchsvolle Anwendungen und Spiele bis 60 fps in Full-HD stemmen könnt.

Spart es euch, wenn...

… ihr ein Notebook ohnehin eher als Desktop-Ersatz nutzt und euch die Lüfterlautstärke bei Volllast zu sehr auf den Senkel geht.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Starkes Notebook für unterwegs

Der erste Eindruck vom Gigabyte AERO 15 hat nicht getrogen. Das leichte und kompakte Notebook entpuppt sich sowohl als Arbeitstier als auch leistungsfähige Gaming-Maschine mit sinnvoll aufeinander abgestimmtem Innenleben. Aufgrund der geringen Abmessungen kommt die Kühlung natürlich bei Volllast ziemlich ins Schwitzen und kann bei maximaler Lüfterleistung unangenehm laut werden. Das ist im Normalfall aber eher die Ausnahme als die Regel. Gerade wer viel unterwegs ist, wird die 2,1 kg gepaart mit der starken Leistung zu schätzen wissen, so wie unsere Cutter, die in Taipeh und Los Angeles mit Premiere fleißig Videos auf dem AERO 15 geschnitten haben.

Für den gelegentlichen oder auch regelmäßigen Zock reicht es ebenfalls locker. 60 fps in Full-HD-Auflösung sind im Großen und Ganzen kein Problem für die Maschine und auch hierbei überzeugt das große 15,6-Zoll-Display in einem Notebook mit 14-Zoll-Abmessungen. Schönes Ding – die Messeheimkehrer haben eine Träne im Auge, weil uns unser Leihgerät wieder verlassen muss.

Überblick

Pro

  • geringe Abmessungen
  • niedriges Gewicht
  • großes Display in Relation zu den Abmessungen dank dünnen Rahmens
  • starke Leistung zum Arbeiten und Zocken
  • gute Tastatur, gutes Touchpad
  • alle nötigen Anschlüsse vorhanden inklusive Thunderbolt 3
  • gute Akkuleistung
  • insgesamt sehr gute und robuste Verarbeitung

Contra

  • oberer Teil des Gehäuses wird sehr heiß (Volllast)
  • vergleichsweise hohe Lautstärke bei maximaler bzw. Leistungsabfall bei normaler Lüftereinstellung (Volllast)

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