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Test - GoldenEye 007 : Auch auf DS ein Hit?

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Paradox: Obwohl die Wii-Version von GoldenEye 007 als Remake eines der beliebtesten Spiele aller Zeiten angekündigt wurde, war die Vorfreude eher verhalten. Ein Ego-Shooter exklusiv für die technisch hinterherhinkende Nintendo-Konsole - das könne doch nichts Gescheites sein. Das Ergebnis gehörte dann aber zu den größten Überraschungen 2010. Und wie sieht es mit der Umsetzung für Nintendos DS von n-space aus?

Noch eine Neuauflage

Die bösen Jungs planten mit dem GoldenEye-Satelliten eine atomare Explosion oberhalb der Erdatmosphäre, was ein Komplettversagen der Technik am Boden bedeutet hätte. Mit solchen Horrorszenarien schlug sich James Bond anno 1995 herum, als Pierce Brosnan noch den Agenten mimte. Zudem trauerte er seinem Kollegen Alex Trevalyan hinterher, nur um wenig später erfahren zu müssen, dass er gar nicht tot ist, sondern der Drahtzieher hinter der GoldenEye-Geschichte.

Pierce Brosnan ist jedoch dermaßen out, dass er für das GoldenEye-007-Remake durch den derzeit aktuellen Bond-Schauspieler Daniel Craig ersetzt wurde. Auf der Wii konnte man das auch recht gut erkennen, während die DS-Polygonfigur technisch bedingt nur wenig Ähnlichkeit mit dem Original hat. Ehrlich gesagt merkt ihr den vollzogenen Wechsel einzig und allein an der blonden Frisur.

Stichwort Remake: Ursprünglich erschien der Shooter 1997 und mischte damals die Konsolenwelt gehörig auf. Die Wii-Neuauflage von Eurocom schaffte mit Bravour die Gratwanderung zwischen modernem Design und dem Wiederaufleben der guten alten Zeiten. Die DS-Umsetzung orientiert sich in puncto Szenarios und Geschichte grob an dieser Version, jedoch ist das Ergebnis mehr ein Schatten der großen Fassung.

Kampagne zum Einschlafen

Die Levels sind nicht mehr interessant, sondern langweilig. Konzept und Design bieten kaum Abwechslung. Dafür gibt es einen öden Schusswechsel nach dem anderen und ein paar halbgare Schleicheinlagen, in denen ihr verhindern müsst, dass der Gegner Alarm schlägt. Zwischendurch knackt ihr ab und an Türen in einem bemerkenswert schlichten Minispiel. Das war es auch schon in Sachen Spielmechanik.

GoldenEye 007 - BTS Richard Kiel Trailer
Den vorerst letzten Blick hinter die Kulissen von GoldenEye 007 gewährt euch in diesem Video Richard Kiel.

Was am schlimmsten ist: Von der cleveren KI der Wii-Version ist praktisch nichts mehr übrig geblieben. Im besten Falle stehen die Gegner direkt vor euch und ballern aus allen Rohren. Es kann aber auch passieren, dass sie euch still und stumm anglotzen, bis ihr sie erlöst. Flankieraktionen oder Überraschungsangriffe sind Geschichte.

Natürlich kann so ein DS nicht die technische Leistung einer Wii-Konsole erzielen. Jedoch sind die Programmierer im Falle von GoldenEye 007 so viele Kompromisse eingegangen, dass am Ende die Frage im Raum steht: Wieso musste diese Umsetzung dann überhaupt sein? Auch ist der Umfang mit knapp drei Stunden Spielzeit erschreckend dünn geraten.

Existenzberechtigung für Wi-Fi-Spieler

Der Multiplayer-Modus sorgt für die Ehrenrettung, denn die Anzahl der Modi und Optionen ist für ein Handheld-Spiel immens. Ihr könnt obendrein bestimmte Modifikationen aktivieren, bei denen beispielsweise die Lebensenergie kontinuierlich abnimmt, ein einzelner Treffer stets tödlich endet oder sich die Spielgeschwindigkeit verdoppelt.

Sechs Spieler dürfen gegeneinander antreten, dies gar über Wi-Fi. Allerdings funktioniert dies nur über die veraltete WEP-Verschlüsselung, auch wenn ihr einen DSi mit einer entsprechenden WPA-Konfiguration eingerichtet habt. Das Karten-Design stellt beileibe keine Sensation dar, ist jedoch funktionell für eine spaßige Ballerrunde zwischendurch. Schließlich taucht beim Kampf gegen menschliche Spieler das K.o.-Kriterium der Kampagne gar nicht erst auf, nämlich die miese K.I.

Zum Abschluss ein paar Worte zur Technik und zur Steuerung: Die Engine kitzelt zwar eine recht ordentliche 3-D-Welt aus dem DS heraus, allerdings langweilen die 08/15-Schauplätze auch grafisch und die Animationen der Polygoncharaktere wirken arg ungelenk. Die Spielbarkeit geht in Ordnung, jedoch lenkt sich der gute Bond etwas träge. Dies gilt ganz besonders für die Touchpen-Steuerung, weshalb wir eher die klassische Knopfbelegung empfehlen.

Fazit

Andreas Altenheimer - Portraitvon Andreas Altenheimer
Das neue GoldenEye 007 für die Wii gehört zu meinen persönlichen Favoriten im Jahr 2010. Wo auf der großen Konsole das Level-Design überraschend abwechslungsreich und die KI erstaunlich clever geraten ist, stellt die DS-Umsetzung das glatte Gegenteil dar. Die Kampagne ist extrem kurz ausgefallen und kommt ohne Spannungsmomente aus. Die KI ist ein schlechter Scherz, weshalb ihr lieber wie Rambo durch die Gegend rauscht. Schleichen wäre zwar auch möglich, doch ihr fragt euch schnell: Wozu der Aufwand? Wirklich empfehlenswert ist nur der relativ aufwendige Mehrspielermodus, der viele Optionen und mit seiner Wi-Fi-Technik richtig viele Möglichkeiten anbietet. Wenn ihr mit den durchschnittlich gestalteten Karten klarkommt und einfach nur ein Handheld-Ballerspiel für etwas Mehrspielerspaß sucht, dann ist GoldenEye 007 einen Blick wert.

Überblick

Pro

  • viele Multiplayer-Optionen
  • Wi-Fi-fähig
  • technisch gesehen gute 3-D-Grafik
  • guter Sound inklusive deutscher Sprachausgabe

Contra

  • sehr kurze Kampagne
  • strunzdumme KI
  • Level- und Karten-Design langweilig
  • seltsame Animationen

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