Test - Heavy Metal F.A.K.K. 2 : Heavy Metal F.A.K.K. 2

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Heavy Metal F.A.K.K. 2
Über Eden strahlt die Sonne

Ungefähr so laufen viele dieser kleineren Rätsel ab, welche aber manchmal doch etwas komplexer sein können, aber nie den Rahmen sprengen. Dies trifft übrigens auch auf die oben angesprochenen Sprungeinlagen zu, die doch etwas Übung erfordern und durchaus öfters zum Tod und einem damit einhergehenden Neustart verbunden sind. Grundlage für dieses ausgewogene Gameplay ist ein absolut geniales und abgefahrenes Level-Design. Selten zuvor sah man besser durchdachte Levels als in "Heavy Metal F.A.K.K. 2". Nahezu an jeder Ecke tritt ein Ereignis ein, das den Spieler überrascht und seine Planung komplett über den Haufen wirft.

Mindestens genauso abwechslungsreich sind die Gegner, die sich Julie Strain auf ihrer Mission, "Eden" zu retten, in den Weg stellen. Insgesamt gibt es über 20 unterschiedliche Monster, die mehr oder weniger bizarr sind. Da wären zum Beispiel die noch recht normal wirkenden Riesen-Stechmücken zu Beginn oder später auch die fleischfressenden Pflanzen. Je weiter ihr im Spiel fortschreitet, desto ungewöhnlicher werden die Gegner. So trefft ihr im Sumpf auf Säure spuckende Feinde oder auf Monster, die euch mit den an den Armen angebrachten Mäulern attackieren. Neben diesen öfters vorkommenden Widersachern gibt es auch mehrere Boss-Gegner. Ob das nun die "Vymish Momma" gleich am Anfang oder der "Soul Harvester" zu einem weiter fortgeschrittenen Zeitpunkt ist, einfach sind diese nicht, und allzu oft enden die ersten Begegnungen mit den Boss-Gegnern tödlich. Am Ende schickt Oberfiesling Gith mit Tyler einen harten Brocken als Endgegner ins Spiel, der eine wirkliche Herausforderung darstellt. Spätestens hier werden auch absolute Profis Probleme bekommen, da hier nur bestimmte Kampftechniken zum Erfolg führen, die erst einmal herausgefunden werden wollen.

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Das Wasser des Lebens sprudelt

Natürlich bedarf es dazu auch grösserer Kaliber als das einfache Schwert. Insgesamt bekommt ihr so über 20 Schiessprügel und Gegenstände, jeder einzelne mit Vor- und Nachteilen. Diese werden in sechs Kategorien aufgeteilt. In der ersten befinden sich die Nahkampfwaffen. Ob das nun das einfache Schwert, das Feuerschwert oder die riesige Kriegsaxt ist, derartige Waffen findet man hier, und zwar sechs an der Zahl. Im zweiten Abschnitt befinden sich die Schleudern und Schilde. Von den Schleudern gibt es drei Stück, die sich vor allem ihrer Effektivität unterscheiden, zur Verteidigung dienen euch die zwei Schilde. Die dritte Kategorie beinhaltet die Handfeuerwaffen, von denen fünf Stück vorhanden sind. Dies startet mit dem einfachen "Crossbow" über die Pistole bis zur doppelten Uzi. Während ihr bei den Explosionswaffen mit Sprengsatz und Raketenwerfer lediglich zwei Waffen findet, stehen euch bei der vorletzten Abteilung schon wieder fünf verschiedene zur Auswahl. Unter dem Oberbegriff der experimentellen Waffen gibt es zum Beispiel die etwas andere Shotgun, den "Seelensauger" oder die sogenannte "Gatling Gun" - ein besonders schlagkräftiges Exemplar, dass ihr erst gegen Spielende findet. Zu guter letzt gibt es die Items, zwar keine Waffen im eigentlichen Sinn, dafür aber drei nützliche Gegenstände, darunter "Health Potions". Als würde die Vielzahl nicht reichen, haben sich die Entwickler noch etwas besonderes einfallen lassen, denn ihr könnt sogar in jeder Hand eine andere Waffe tragen (vorausgesetzt, es sind einhändige Waffen). So ist es möglich, mit der Pistole in der rechten Hand aus allen Rohren zu feuern, während man sich bei Gegenfeuer mit einem Schild in der linken Hand verteidigt.

Man könnte jetzt denken, sich auf so viele Dinge gleichzeitig zu konzentrieren, gehe schwer von der Hand. Dass dies nicht so ist, dafür sorgt die ebenfalls gelungene Steuerung. Diese ist frei konfigurierbar und geht bereits nach einigen Minuten in Fleisch und Blut über. Dabei spielt es sich, wie zumindest bei Ego-Shooter üblich, am besten mit einer Mischung aus Maus und Tastatur.

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Andere Gegner, andere Kaliber

Ganz grosse Klasse ist auch die Grafik. Die Entwickler von Ritual Entertainment haben aus der "Quake III"-Engine wirklich alles herausgeholt. Noch nie wurden Aussenwelten so detailliert dargestellt, noch nie sah Wasser so realistisch aus, noch nie waren Gegner und Personen so schön animiert. Ganz zu schweigen von den Waffeneffekten und Explosionen, die wirklich alle Register ziehen und einen sprichwörtlich vom Hocker reissen. Dass diese Grafik auch Auswirkungen auf das Spielgeschehen hat, zeigt sich unter anderem in den Sumpf-Levels. Die neblige Umgebung sieht nicht nur fantastisch aus, sondern schafft auch noch eine spannungsgeladene Atmosphäre. Leider hat die Grafik damit auch höhere Anforderungen an die Rechenleistung, jedoch bestehen in den erweiterten Einstellungen genügend Möglichkeiten, die Qualität an den jeweiligen PC anzupassen.

Aber "Heavy Metal F.A.K.K. 2" hat wie jedes andere Spiel (leider) auch seine kleinen Schwächen. Zwar findet ihr hier wohl momentan den besten Einzelspieler-Modus vor, ein Mehrspieler-Modus wäre aber eine nette Zugabe gewesen. Das grössere Manko ist aber der doch etwas zu hohe Schwierigkeitsgrad. Absolute Profi-Zocker finden mit dem Ritual-Titel eine angemessene Herausforderung, jedoch sind Einsteiger und Gelegenheitsspieler zeitweise ziemlich überfordert, allerdings wiederum nicht in dem Masse, dass die Lust am Spiel vergehen würde. Deshalb fällt das letztendlich nicht so ins Gewicht; doch hätten die Hersteller gut daran getan, zum Beispiel verschiedene Schwierigkeitsgrade einzubauen, auch wenn im Spiel einige Hilfestellungen wie die Tatsache, dass Julie automatisch auf die Feinde zielt, gegeben werden.

 

Fazit

von
Ritual Entertainment hat mit "Heavy Metal F.A.K.K. 2" ein wahres Meisterwerk geschaffen, das kaum Schwächen aufweist. Von Grafik über Sound bis zum Gameplay stimmt einfach alles. Vor allem ersteres weiss durch die verwendete "Quake III"-Engine vollauf zu überzeugen. Was die Entwickler hier rausgeholt haben, ist schier unbegreiflich, denn niemals zuvor hat man so schöne Aussenlandschaften bewundern können, kombiniert mit einer Vielzahl gut eingesetzter Effekte. Im Bereich Grafik stellt "Heavy Metal F.A.K.K. 2" momentan ganz klar die Referenz dar und kommende Titel werden sich daran messen müssen. Was das nicht unwichtige Duell mit Lara Croft angeht, so kann Julie Strain auch dieses eindeutig für sich entscheiden. Um die körperlichen Masse auch einmal ausser Acht zu lassen: Die Heldin in Rituals Meisterwerk bewegt sich einfach weicher und ist schöner animiert. Kurzum, "Heavy Metal F.A.K.K. 2" ist einer der, wenn nicht der Top-Hit des Jahres 2000, und verdient deshalb einen fetten Award, auch wenn der Schwierigkeitsgrad nicht immer angemessen ist.  

Wertung

  • PC
    95
    %

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