Test - Horizon: Zero Dawn : Sonys neues Aushängeschild

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Geht es nach dem niederländischen Entwicklerstudio Guerrilla Games, wird die Zukunft barbarisch. In Horizon: Zero Dawn hat sich die Erde komplett verwandelt. Stählerne Maschinen herrschen, wo einst gigantische Städte in den Himmel ragten. Die Menschheit musste wieder ganz von vorne beginnen. Dieser Neuanfang entpuppt sich für Fans von Action-Rollenspielen als ein fantastischer Sprung in eine neue Ära. Zukunft trifft Vergangenheit. Klingt cool? Ist es auch!

In Horizon: Zero Dawn stimmt irgendwas gewaltig nicht mit der Erde. Zwar spielt das Action-Rollenspiel weit in der Zukunft, doch die Gesellschaft, so wie wir sie kennen, gibt es nicht mehr. Stattdessen rotten sich Menschen wieder in Stämmen zusammen. Ebenfalls wundersam: Tierartige Maschinen bevölkern den Erdball. Lediglich zerstörte Ruinen sind Zeugen einer längst vergangenen Ära. Das interessiert die meisten aber nicht. Die Welt der Alten gibt es für sie nicht mehr. Was zählt, ist das hier und jetzt – und die neue Zivilisation, die aus der Asche entstand.

Aloy, die ohne Mutter aufwuchs und deshalb mitsamt ihrem Ziehvater Rost vom Stamm der Nora verstoßen wurde, hatte keine einfache Kindheit. Gerade deshalb will sie unbedingt erfahren, wer ihre Mutter ist. Eine Antwort auf diese Frage zu finden, wird für die Heldin des Spiels schwierig. Nur wenn sie eine gefährliche Prüfung besteht und eine Jägerin der Nora wird, ergibt sich die Chance, die rätselhaften Familienverhältnisse aufzuklären.

Eine neue Welt

Natürlich steht in Horizon: Zero Dawn das Schicksal der Menschheit und der Erde auf dem Spiel. Eine Erde, die sehr schnell ans Herz wächst, denn Guerrilla Games steckte viel Energie in die Erschaffung dieses frischen Sci-Fi-Szenarios. Das fängt bei den unterschiedlichen Völkern an: Nur im ersten Drittel des Spiels seid ihr im heiligen Land der Nora unterwegs, danach treibt es euch hinaus in die Welt, wo ihr weitere Stämme kennenlernt. Jedes Volk unterscheidet sich drastisch in der Kultur, was sich auch in der Architektur der Städte oder der Kleidung widerspiegelt. Während die Nora Inspirationen aus nordischen Völkern wie den Wikingern zogen, erinnern die Carja eher an Azteken.

arum einen die Welt von Horizon: Zero Dawn so in den Bann zieht, lässt sich gut am Beispiel der Jägerloge festmachen. Dabei handelt es sich um eine Fraktion, die auf die Jagd nach Maschinen geht und Schauplatz einer umfangreicheren Nebenaufgabe ist. Schaut ihr euch in der Jägerloge um, findet ihr eine in Maschinenöl geschriebene Glyphe, in der die Verordnungen festgehalten wurden. Hier erfahrt ihr in aller Ausführlichkeit, wie die Loge aufgebaut ist, wie die Mitgliedschaft abläuft und welche Regeln es gibt. Wer mehr über die reichhaltige Welt erfahren möchte, muss sich zwar einige umfangreiche Textbeiträge durchlesen, aber das lohnt sich in der Regel.

Das Land der (un-)begrenzten Möglichkeiten

Abseits der üppigen Hauptquest, die euch gut 20 Stunden in Beschlag nehmen wird, wenn ihr euch auf nichts anderes konzentriert, strotzt das Action-Rollenspiel nur so vor weiteren Beschäftigungen. Bewohner bitten euch beispielsweise um Hilfe. Für ihre Anliegen müsst ihr in der Regel von A nach B wandern und dabei die Umgebung mit eurem futuristischen Sucher scannen. Der offenbart nicht nur die Schwachstellen der Maschinen, sondern zeigt euch auch interessante Dinge in der Umgebung an.

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Neben den teilweise nervigen Zeitdruckprüfungen der Jägerloge verstecken sich aber auch richtige Perlen. Besonders gelungen sind die Brutstätten. Dabei handelt es sich um Dungeons, die ihr erkunden könnt. Sie sind zwar nicht besonders umfangreich oder vielschichtig, aber sie liefern euch ein wichtiges Bauteil zum besseren Verstehen der Sci-Fi-Welt von Horizon: Zero Dawn. Ach ja: Kämpft ihr euch durch die Brutstätten, erweitert sich die Anzahl der Maschinen, die ihr überbrücken könnt, um sie im Kampf auf eure Seite zu ziehen oder als Reitmaschine zu nutzen. Vor allen Dingen optisch sind die Brutstätten eine attraktive Abwechslung.

Banditenlager wollen befreit werden, was frappierend an Far Cry erinnert. Die Besteigung der kolossalen Langhälse hat einen ähnlichen Effekt wie die Türme in so ziemlich jedem Spiel von Ubisoft aus der jüngeren Vergangenheit. Dann wären da noch die verdorbenen Zonen, wo ihr eine bestimmte Anzahl von Maschinen erledigen müsst, und der obligatorische Sammelkram. Wer in Horizon: Zero Dawn einhundert Prozent erreichen möchte, hat einiges zu tun und muss auch oftmals weite Wege in Kauf nehmen. Es kann mit der Zeit schon gehörig auf den Keks gehen, dass einen (besonders spätere) Hauptmissionen immer wieder an das jeweils andere Ende der Welt schicken. Glücklicherweise gibt es ein Schnellreisesystem.

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