Preview - Jagged Alliance 2: Unfinished Business : Jagged Alliance 2: Unfinished Business

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Jagged Alliance 2: Unfinished Business
Die Sichtbereiche können angezeigt werden.

'Unfinished Business' setzt bei den Kämpfen sehr auf Realitätsnähe. Alle Charaktere im Spiel verfügen in Abhängigkeit von den Charakterwerten über einen Sichtbereich, der durch Nachtsichtgeräte, Sonnenbrillen und Zielfernrohre verändert wird. Dieser Sichtbereich kann nun auch per Tastendruck angezeigt werden, ebenso wie neuerdings die Qualität der Deckung und die Waffenreichweite angezeigt werden können. Ein hilfreiches Feature für Neueinsteiger, der 'Jagged Alliance'-Profi kann durchaus darauf verzichten.

Die Ausrüstung der Söldner ist enorm umfangreich, nahezu jeder getötete Gegner lässt passende Gegenstände fallen, und auch in einigen Kisten und Schränken finden sich nützliche Utensilien. Hinzu kommen noch einige wenige Händler bei denen ihr eure Ausrüstung aufstocken könnt. Hierzu gehören Munition, Waffen, Sprengstoff, Schutzkleidung, Erste-Hilfe-Sets und weitere Komponenten. Waffen und Rüstungen können mit diversen Komponenten aufgerüstet werden, wobei diese Arbeit aber vorzugsweise ein Charakter mit mechanischen Fähigkeiten übernehmen sollte, um die Gegenstände nicht zu beschädigen. Auch Improvisation ist gefragt, denn aus einigen Komponenten lassen sich praktische Upgrades basteln. So vergrössert zum Beispiel ein Rohr zusammen mit einer Feder die Reichweite einer Waffe. Die Waffen basieren durchwegs auf realen Vernichtungswerkzeugen und verfügen über passende Reichweiten und Schadenswerte, sie verschleissen sogar im Laufe der Zeit und müssen ab und an repariert werden. Gegenüber dem Vorgänger sind zehn neue Waffen dabei.

Dieses umfangreiche Arsenal ist auch notwendig, denn die Gegner sind alles andere als Kanonenfutter. Sir-Tech hat die KI der Gegner überarbeitet, und das merkt man auch deutlich. Sie reagieren meist recht intelligent, suchen Deckung und gute Schusspositionen, und versuchen, den Sichtbereich eurer Charaktere zu meiden. In einigen Sektoren, wo die Architektur des Gebietes euren Einsatz noch zusätzlich durch schlechte Deckung oder verwinkelte Gänge erschwert, können die Gegner einen schon zur Verzweiflung treiben. Immerhin gibt es mehrere Schwierigkeitsstufen, so dass jeder Spieler die passende Herausforderung findet. Ganz Hartgesottene können auf einen 'Ironman'-Modus zurückgreifen, bei dem während der Kämpfe nicht gespeichert werden kann.

Jagged Alliance 2: Unfinished Business
Die Positionierung der Truppen ist nicht unwichtig.

Die Bewegung zwischen den Sektoren erfolgt in einem Übersichtsscreen, kann aber auch im Kampfgebiet selber vollzogen werden, es dauert dann nur länger. Dort könnt ihr ausserdem das Inventar eurer Charaktere verwalten, den Söldner ausserhalb der Kämpfe Aufgaben erteilen (Arzt, Patient, Mechaniker) und eure Squads aufteilen. Wenn ein Sektor erobert wurde, können praktischerweise die Gegenstände, die im Sektor liegen auch hier in die Inventare übernommen werden und umgekehrt, eine sehr übersichtliche und zeitsparende Lösung.

Der Vergleich von der rundenbasierten 'Jagged Alliance'-Reihe mit dem in Echtzeit stattfindenden 'Commandos' ist nicht von der Hand zu weisen. Beide Spiele sind sich recht ähnlich von der Vorgehensweise her. 'Unfinished Business' verspricht erneut enormen taktischen Tiefgang und durch Rollenspiel-Elemente eine interessante Zusatzkomponente. Denn die Söldner haben keine festen Charakterwerte, sondern entwickeln sich im Laufe des Spieles weiter und lernen dazu. Ein zu Beginn noch mittelmässiger Schütze kann sich im Laufe des Spieles durch regen Einsatz noch zum Scharfschützen entwickeln.

Jagged Alliance 2: Unfinished Business
Schneebedeckte Landschaften zu Beginn.

Mit der Zeit schliesst man die eigene Truppe richtig ins Herz, zumal jeder der Charaktere im Spiel in guter Sprachausgabe seine Kommentare von sich gibt. Es gibt sogar Söldner, die sich untereinander nicht vertragen und miteinander streiten, aber auch umgekehrt, zum Beispiel wenn die Dolvitch-Brüder miteinander reden. Zusammen mit dem eigenen Alter Ego ergibt sich ein enormer Identifizierungsfaktor, und es tut einem selbst schon fast weh, wenn einer der Recken einen schweren Treffer kassiert oder ins Gras beissen muss.

Technisch dürft ihr von 'Unfinished Business' allerdings keine Wunder erwarten. Die Engine aus dem Vorgänger wurde übernommen und bietet in Auflösung 640x480 zumindest ansprechende Grafik. Die Soundkulisse kann dafür überzeugen mit guter Sprachausgabe und akkurater Geräuschkulisse. Dafür läuft das Spiel auch auf kleineren Rechnern noch flüssig, sogar in der Beta-Version. Leider hat es auch bei diesem Teil der Reihe nicht zu einem Multiplayer-Modus gereicht. Immerhin wird diesmal auch ein Editor mitgeliefert, der in der Beta-Version allerdings noch nicht enthalten ist, sich aber bereits in der Testphase befindet. Übrigens gibt es noch eine gute Nachricht für Spieler, die 'Jagged Alliance 2' noch nicht von ihrer Festplatte verbannen konnten: die Spielstände können in 'Unfinished Business' importiert werden!

 

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Auch wenn sich eigentlich nicht sehr viel getan hat seit 'Jagged Alliance 2', gibt es an 'Unfinished Business' kaum etwas auszusetzen und der Suchtfaktor bleibt ähnlich hoch. Ok, die Grafik ist unverändert und sicher nicht mehr zeitgemäss, aber dafür sind die Gegner fordernd, die Level abwechslungsreich und das gesamte Spiel ungemein spannend. Durch die verschiedenen Schwierigkeitsgrade und die unterschiedlichen Söldner, ist zudem genug Anreiz gegeben, um die Missionen mehrmals zu spielen. Erfreulicherweise soll mit der Verkaufsversion auch ein Editor mitgeliefert werden, was die Wiederspielbarkeit noch zusätzlich erhöhen wird.

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