Test - Jak and Daxter : Jak and Daxter

  • PS2
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Jak and Daxter
Wir haben eine der begehrten Energiezellen gefunden.

Die erste grosse Mission besteht darin, eine bestimmte Anzahl an Energiezellen für Keira zu finden. Doch bereits in den anfangs begehbaren Abschnitten der weitläufigen Hauptinsel lassen sich mehr als genug Energiezellen auftreiben, so dass ihr nicht gleich zu Beginn alle Aufgaben erledigen müsst. Um an die begehrten Energiezellen zu gelangen, gibt es in etwa drei verschiedene Möglichkeiten: Einige Energiezellen sind im Besitz von Dorfbewohnern und anderen Charakteren. Sie überlassen euch ihr Item, wenn ihr ihnen einen Gefallen tut - oft müsst ihr ihnen dafür einen beachtlichen Teil eurer eingesammelten Precursor-Orbs abgeben. Gerade in späteren Missionen hätte man sich hier etwas mehr Abwechslung erhofft. Immerhin müsst ihr so zwangsweise alle Pfade und Gebäude bis zur hintersten Ecke abklappern, um möglichst alle Orbs einzusacken. Weitere Energiezellen sind schon etwas gefährlicher zu bekommen, denn hierzu müsst ihr in die Wildnis, wo allerlei Gefahren in Form von Gegnern, tückischen Fallen und waghalsigen Jump 'n' Run-Abschnitten oder kleinere Rätsel gemeistert werden müssen. Drittens erwarten euch in 'Jak & Daxter' verschiedene Mini-Spiele. Zum Beispiel verlangt ein Fischer, dass ihr bloss mit einem Fangnetz ausgerüstet auf euch zuschwimmende Fische einfangt. Das Ganze erinnert stark an simple LCD-Spielchen, macht aber ungeheuer Spass. Ausserdem schwingt sich Jak immer mal wieder auf ein Schwebe-Fahrzeug, mit dem zum Beispiel Verfolgungsjagden, gefährliche Hindernisparcours und der korrekte Einsatz von Sprungschanzen überstanden werden sollen, um mit einer Energiezelle belohnt zu werden. Während die meisten Energiezellen auf abwechslungsreiche Weise ergattert werden müssen, sind einige aber etwas einfallslos und simpel plaziert worden. Hier hätten die Entwickler ruhig noch etwas mehr Phantasie zeigen und den Schwierigkeitsgrad erhöhen dürfen.

Natürlich ist das Abenteuer noch längst nicht vorbei, wenn ihr Keira mit genügend Energiezellen ausgestattet habt. Erst dann dringt ihr weiter in die komplexe Welt des Spiels ein und trefft in entfernten Gegenden auf immer kniffligere Aufgaben. Vor allem die Jump 'n' Run-Aufgaben werden doch mit der Zeit anspruchsvoller und auch geübte Spieler sind einige Zeit beschäftigt, wirklich alle Energiezellen aufzustöbern. Trotzdem muss man zugeben, dass der Schwierigkeitsgrad recht moderat ausgefallen ist und man schon nach etwa acht Stunden den Abspann zu Gesicht bekommen kann. Bis dahin wird man aber vortrefflich unterhalten. Es ist allerdings recht schwierig, den Umfang von 'Jak & Daxter' einzuschätzen, denn das Spiel ist nicht in einzelne Levels unterteilt - alle Abschnitte gehen stufenlos ohne erkennbare Ladezeiten ineinander über. Dafür sind Endbosse eher Mangelware und diverse Abschnitte wird man notgedrungen auf der Suche nach allen Items mehrmals durchschreiten müssen.

Jak and Daxter
Jak besucht das erste Dorf.

Werdet ihr im Kampf mit den meist ziemlich tumb agierenden Gegnern verletzt oder springt ihr in eine Falle wie Stachelranken oder giftige Flüssigkeit, verliert Jak eine von drei Energieanzeigen - ist die letzte verschwunden, muss er etwas zurückgesetzt nochmals die knifflige Stelle meistern. Ein richtiges 'Game Over' gibt es aber nicht. Um die Energie wieder aufzufrischen, könnt ihr einerseits kleine grüne Eco-Kugeln einsammeln, die zerstörte Kisten und Gegner hinterlassen, oder euch an einer grünen Eco-Quelle wieder auffrischen. Fast noch wichtiger ist hingegen blaues Eco. Sammelt ihr dieses ein, glüht Jak kurze Zeit in dieser Farbe und kann mit der Energie Precursor-Maschinen wie Sprungfelder, schwebende Plattformen oder verschlossene Türen aktivieren. Allerdings verbraucht sich blaues Eco sehr schnell, wodurch einige knifflige und hektische Aufgaben entstehen - zum Glück lässt sich blaues Eco immer wieder einsammeln. Ebenfalls ganz praktisch ist die orange Variante des Ecos, das Jak für kurze Zeit zu einem noch stärkeren Kämpfer werden lässt und er sogar Energiebälle abfeuern kann.

'Jak & Daxter: The Precursor Legacy' kann wirklich begeistern: Das Leveldesign der einzelnen Abschnitte und Aufgaben ist mit viel Liebe ausgetüftelt und bei der sehr sauberen Steuerung kommt beim Plattform-Gehüpfe und den Gegner-Fights nicht so schnell Frust auf. Doch erfreulicherweise erhalten PlayStation 2-Fans mit diesem Titel nicht nur ein spielerisch ausgezeichnetes Jump 'n' Run mit Adventure-Elementen, sondern auch ein technisches Glanzstück. Auch wenn das berüchtigte PS2-Flimmern nicht ganz ausgemerzt ist, kann man bei dieser Grafik nur staunen. Das Auge wird durch wunderschöne und komplexe Polygonbauten wie dichtem Dschungel, fuerigen Lava-Abschnitten, sonnigen Strandabschnitten und detaillierten Dorfszenarien erfreut, wobei die Weitsicht einfach nur noch atemberaubend ist. Ihr seht kilometerweit selbst Details von entfernten Abschnitten. Das wirkt gleich noch beeindruckender, da das Spiel meist absolut flüssig läuft und merkliche Ladezeiten so gut wie gar nicht zu bemerken sind. Einzig einige Texturen wirken aus der Nähe etwas verschwommen, dafür können coole Effekte wie Regen, Hitzeflimmern, Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, Lichteffekte und gekonnt eingesetzte Nebelschwaden überzeugen. Besonders liebevoll sind auch die vielen freundlichen Charaktere im Spiel designt, wobei jeder absolut individuell aussieht und wunderbar animiert ist. Hier muss man vor allem Jaks Kumpel hervorheben, der so witzige Bewegungen und Sprüche drauf hat, wie man es sonst nur aus Disney-Trickfilmen kennt. Gegen dieses liebevolle Charakterdesign wirken die Gegner leider etwas einfallslos und unauffällig. Dagegen ist die PAL-Anpassung wohl kaum noch besser zu machen: Keine dicken PAL-Balken, kein Geschwindigkeitsverlust und wer es trotzdem lieber im Original hat, schaltet in den Optionen einfach auf Englisch und in den 60hz-Modus um.

Jak and Daxter
Hoch über dem Piratenturm.

Lob gilt aber auch dem Sound. Die Hintergrundmusik ist zwar recht unauffällig, aber gut komponiert und passt hervorragend zur Grafik. Besonders gelungen ist die deutsche Sprachausgabe, die mit viel Witz und korrekter und engagierter Betonung aufwarten kann - auch hier drängt sich der Vergleich mit grossen Disney-Produktionen auf. Allein schon Daxters Sprüche, wenn ihr zum Beispiel alle Energie aufgebraucht habt, muss man einfach mal gehört haben. Da stört es auch nicht, dass Jak selbst stumm bleibt und gegenüber seinem Begleiter etwas farblos bleibt.

 

Fazit

von David Stöckli
Nachdem das Jump 'n' Run-Genre bisher auf PlayStation 2 recht dürftig und ohne Innovationen ausgefallen ist, landet Naughty Dog mit 'Jak & Daxter: The Precursor Legacy' einen echten Überraschungshit. Neben dem gelungenen Gameplay und der Mischung aus Plattform-Anforderungen und Adventure-Einflüssen gefällt vor allem die gut ausbalancierte Mischung aus Action und Sammeln. Da stört es auch nicht wirklich, dass geübte Spieler den Titel recht schnell durchgezockt haben und einige Aufgaben bei der Itemsuche etwas einfallslos und simpel ausgefallen sind. Doch nicht nur das Spiel an sich kann begeistern, sondern auch die Technik. Die enorme Sichtweite und das Fehlen von merklichen Ladezeiten hat man so wohl noch nie erlebt. Die witzigen Animationen, das flüssige Scrolling, sehenswerte Effekte, die superbe deutsche Sprachausgabe, die vielen liebevollen Details und die perfekte PAL-Anpassung sichern dem Spiel den Titel 'Must-Have'. Wer auf Jump 'n' Runs mit Disney-Flair steht, kommt an den beiden ungleichen Helden nicht vorbei.  

Wertung

  • PS2
    91
    %

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