Preview - Magic: The Gathering Arena : Der Opa von Hearthstone zeigt dem Jungspund, wie's geht

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Kartenspiele haben uns früher schon auf dem Schulhof gefesselt. Kein Wunder also, dass die digitalen Pendants von heute dieses Gefühl zu bewahren versuchen. Vor Kurzem startete die Closed Beta von Magic: The Gathering Arena. Wir haben für euch einen Blick darauf geworfen.

Sammelkartenspiele gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, immer häufiger nur noch rein digitaler Natur. Der bekannteste Vertreter dieser Kategorie dürfte sicherlich Blizzards Hearthstone sein, das seit geraumer Zeit das Genre dominiert. Aber wo kämen wir hin, wenn wir die Ursprünge der Trading Card Games vergessen würden? Magic: The Gathering, die Urmutter des Sammelns, Tauschens und Spielens, hat schon einige digitale Ableger hervorgebracht.

Ein Blick zurück

Das TCG von Wizards of the Coast erblickte 1993 das Licht der Welt und hat seitdem knapp 14.000 verschiedene Karten vorzuweisen, von denen einige mittlerweile so selten sind, dass es ganze Websites für Sammler gibt, die bereit sind, astronomische Preise zu bezahlen. Auch digital gab es bei Magic mehrere Anläufe: 2002 erschien Magic Online, das digitale Gegenstück zur Papierversion. Hier kosten Karten Geld, können gehandelt und getauscht werden und bis auf den sozialen Aspekt ist die Spielerfahrung der realen Version exakt nachempfunden.

Zusätzlich erschienen über die Jahre hinweg weitere eigenständige Magic-Spiele, die sich mit den jeweils aktuellen Kartensets befassten und teilweise sogar Singleplayer-Kampagnen boten, etwa Magic Duels. Letztes Jahr war es dann so weit: Magic: The Gathering Arena wurde angekündigt und ging kurz darauf in die Closed Beta. Wer das Glück hatte, an einen Beta-Key zu gelangen, durfte sich schon einmal in das neue liebste Kind von Wizards Of The Coast einspielen.

Was ist Magic: The Gathering Arena?

Magic: The Gathering Arena folgt in seinen Grundzügen selbstverständlich jedem virtuellen Sammelkartenspiel: Man studiert die Karten, baut sich ein möglichst gutes Deck, scheitert, verändert sein Deck, erhält für Siege Karten und Booster-Packungen und verbessert sein Deck erneut. Der große Unterschied zu vielen anderen TCGs ist die Komplexität des Spiels – und natürlich das riesige bereits bestehende Kartenspiel-Franchise im Hintergrund.

In der geschlossenen Beta fehlen zwar bislang noch Helfer oder Tutorials, die gerade Anfängern den Einstieg erleichtern würden, dafür ist das Spielfeld aber so übersichtlich gestaltet, dass man sich schnell zurechtfindet: ein klar einsehbares Board, auf dem die verschiedenen Kartenformen ihre jeweils eigenen Plätze haben; eine Hand, auf der spielbare Karten blau umrandet sind, und sogar eine “zweite Hand”, die anzeigt, mit welchen Karten vom Friedhof noch interagiert werden kann.

Man sieht sofort, dass Magic Arena gestreamt werden möchte: visuelle Effekte, simples Interface und die Möglichkeit, durch Rechtsklick Karten und ihre Effekte groß lesbar zu schalten. Als Sahnehäubchen werden besondere Karten durch kleine Animationen hervorgehoben, die immer wieder begeistern. Lediglich wenn sich ein Spiel sehr in die Länge zieht und viele Karten auf dem Spielfeld liegen, werden diese etwas zu klein dargestellt, und es gibt derzeit noch keine Möglichkeit, sie zu sortieren.

In der Beta ist es bisher nur möglich, normale Matches gegen echte Spieler auszutragen. Es sollen aber noch andere Formate wie Draft oder EDH hinzukommen, die den Variantenreichtum erhöhen. Die Runden selbst laufen alle geschmeidig ab, auch wenn es hin und wieder zu kurzen Pausen kommt, wenn einer der Teilnehmer seinen nächsten Zug durchdenken muss.

Zu viel Zeit darf man sich aber nicht lassen, da ein Rundentimer läuft, um zu verhindern, dass Spieler AFK gehen, wenn sie schlechte Karten oder keine Lust mehr haben. Muss man dennoch einmal das Spiel verlassen, kann man immer noch einfach aufgeben. Ein angekündigtes Feature, das wir kaum erwarten können, ist das Freundesystem, damit man auch entspannt gegen seine Bekannten spielen und Strategien testen kann.

Magic: The Gathering Arena wird free to play, daher wird es die Möglichkeit geben, In-Game-Währung zu kaufen. Die Preise hierfür stehen noch nicht fest. Mit den Belohnungen aus gewonnen Partien ist der Fortschritt der eigenen Sammlung aktuell zumindest sehr langsam und nur schwer planbar. Eine Möglichkeit, den Fortschritt zu beschleunigen, sind Wildcards und der sogenannte Vault. Öffnet man eine Karte zum fünften Mal, wird sie automatisch dem Vault hinzugefügt. Ist dieser voll, befinden sich darin mehrere Wildcards verschiedener Seltenheitsstufen. Wildcards kann man außerdem durch Booster-Packs erhalten und gegen beliebige Karten derselben Seltenheitsstufe eintauschen.

Magic: The Gathering Arena befindet sich zwar noch in der Closed Beta, weshalb sich in Zukunft noch einiges ändern kann, dennoch sollte jeder Sammelkarten-Liebhaber schon jetzt ein Auge darauf haben. Denn neben der immensen Spieltiefe und den verschiedensten spielerischen Herangehensweisen sieht es auch noch erste Sahne aus und wird von Wizards Of The Coast hoffentlich weiter aktuell gehalten, um das Papierspiel zu begleiten.

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