Test - Monster Hunter Stories : Stein-Schere-Papier-Echse-Spock

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Seit 2004 ziehen tapfere Monsterjäger in den diversen Monster-Hunter-Titeln los, um jedes noch so große und gefährliche Monster zu jagen – das alles in bester Action-RPG-Manier und auf den unterschiedlichsten Konsolen. Doch plötzlich bringt Capcom ein Spin-off heraus, das die Serie in ein ungewohntes Rollenspielkostüm mit fester Geschichte steckt und dem Ganzen auch noch eine kindgerechte Optik überstülpt. Kann so etwas gutgehen?

Monster Hunter Stories beginnt damit, dass ihr zusammen mit zwei Freunden bei einer Erkundungstour ein Monsterei findet, es ausbrütet und das Monster damit zum neuen Haustier für eure Gruppe macht. Normalerweise gelingt das nur den sogenannten Ridern, für die ihr jedoch noch zu jung seid. Erst in einem Jahr könnt ihr die Prüfung ablegen, um ein Rider zu werden.

Als ihr zusammen mit dem Jungmonster in euer Dorf zurückkehrt, werdet ihr Zeuge eines Monsterangriffs. Dabei kommt die Mutter eures Freundes ums Leben und das Dorf wird zu großen Teilen zerstört. Ein Jahr vergeht und pünktlich zu eurer Prüfung steigt ihr so richtig ins Spiel ein.

Jede Menge Monsties

Warum das Monster angegriffen hat, erfahrt ihr schon bald, denn ein seltsamer Pesthauch macht sich in der Welt breit. Könnt ihr seinen Ursprung herausfinden und seine Verbreitung stoppen? Das ist die Geschichte, um die es in Monster Hunter Stories geht. Wieder einmal soll also die Welt gerettet werden. Diesmal müsst ihr das aber nicht alleine oder gemeinsam mit einer Heldengruppe erledigen, stattdessen dürft ihr ein Monsterteam um euch versammeln, dessen Mitglieder ihr allerdings erst einmal „finden“ müsst.

Wie ihr merkt, weicht Monster Hunter Stories gravierend von den bisherigen Monster-Hunter-Titeln ab. Ihr könnt insgesamt 60 verschiedene Monster dazu bringen, sich eurem Team anzuschließen. Fünf von ihnen sind immer im aktiven Team dabei, alle anderen warten brav im Stall, in dem übrigens ganze 200 Monsties Platz finden. Monsties? Ja, so nennt man die Monster, die ihr als Rider „gefangen“ habt. Das Fangen ist gar nicht so schwer, denn ihr schnappt euch schlicht und ergreifend ein Monsterei aus einem Nest und brütet es in den Stallungen aus.

Eier findet ihr jedoch nicht einfach auf jeder Blumenwiese, vielmehr müsst ihr in einem Monsterbau nach dem Nest eines Monsters suchen. Monsterbauten sind meist kleine Höhlen, in denen ihr hin und wieder auf Gegner oder auf die Ei-Eltern trefft. Auf jede Menge Gegner trefft ihr übrigens auch in der recht offenen Spielwelt, die nach und nach begehbar wird. Sie erinnert wiederum stark an andere Monster-Hunter-Spiele und ist in viele Abschnitte unterteilt, in denen ihr unterschiedlichsten Monstern begegnet. Gegen sie dürft ihr kämpfen, um neben Erfahrungspunkten die serientypische Beute mit nach Hause zu bringen.

Stein-Schere-Papier-Echse-Spock

Gekämpft wird in Monster Hunter Stories nicht, wie es in anderen Monster-Hunter-Titeln üblich ist, sondern rundenbasiert. Die Kämpfe laufen zudem recht simpel ab. Es gibt drei Angriffsarten, nämlich Stärke, Geschwindigkeit und Technik. Eure Aufgabe ist es, möglichst diejenigen zu wählen, auf die euer Gegner besonders empfindlich reagiert. Es handelt sich also um ein ganz simples Stein-Schere-Papier-Prinzip, doch auch „Spock“ und „Echse“ kommen in Monster Hunter Stories gelegentlich zum Einsatz.

Im Kampf baut ihr zu eurem Teamgefährten eine immer stärker werdende Bindung auf. Ist sie hoch genug, dürft ihr euch auf den Rücken eures Monsties schwingen und die Gegner mit besonders starken Attacken bearbeiten. So simpel das Prinzip auch klingt, so fordernd sind die Kämpfe stellenweise.

Wisst ihr nicht, welche Angriffsarten das jeweilige Monster bevorzugt einsetzt, sinkt eure Chance, den Kampf gegen besonders starke Gegner zu gewinnen. Daher ist es essenziell, die Gegner in den ersten Runden genau zu studieren. An eurer Seite kämpft immer nur ein Monstie, ihr könnt jedoch aus eurem Fünferteam jederzeit ein anderes einwechseln. Verliert ihr alle eurer drei Herzen, setzt euch das Spiel an den letzten Checkpoint zurück, der durchaus ein gutes Stück zurückliegen kann. Dann werdet ihr die Speicherfunktion des Spiels verfluchen, denn gespeichert werden darf erst einmal nur im Dorf.

Schneller fahr'n dank Katzavan

Erst nach einigen Spielstunden dürft ihr auch an anderen Stellen speichern, etwa den Katzavanständen. Sobald ihr sie aktiviert habt, könnt ihr weite Strecken zudem per Schnellreise zurücklegen. Seid ihr jedoch neu in einem Gebiet, müsst ihr es zu Fuß oder reitend auf dem Rücken eures Lieblingsmonsties durchqueren und erkunden. Zum Glück müsst ihr nicht absteigen, um die vielen Dinge am Wegesrand einzusammeln: Blumen, Erze, Käfer, eben all das, was man aus anderen Monster-Hunter-Spielen kennt.

Mit diesen Zutaten verbessert ihr eure Waffen und Rüstungen oder stellt Tränke, Gegengifte oder andere hilfreiche Objekte her. Viele von ihnen benötigt ihr selbst, andere wollen eure Questgeber von euch haben. Denn auch Nebenaufgaben gibt es in Monster Hunter Stories jede Menge. Hier sollen fünf Bulldromes getötet werden, dort möchte jemand, dass ihr für ihn angelt, ein anderer ist auf der Suche nach Erzen und so weiter. Zu tun gibt es in Monster Hunter Stories immer etwas.

Auch bei der Hauptgeschichte habt ihr alle Hände voll zu tun. Sie kommt zwar etwas schwer in Gang, insbesondere da die ersten Spielstunden mit vielen Erklärungen der Spielmechanik gespickt sind, nimmt dann aber gut Fahrt auf.

Armer Ur-3DS

Optisch bietet Monster Hunter Stories eine ganze Menge. Zwar wirken die Gebiete teilweise etwas trostlos, dafür können die Monster und die Animationen voll überzeugen. Richtig gelungen sind die Zwischensequenzen. Leider fordert die große und offene Spielwelt ihren Tribut bei der Hardware. Gerade auf dem Ur-3DS kommt es immer wieder zu Rucklern und vor allem in Dörfern, in denen mehr los ist, werden Texturen von anderen Charakteren oft sehr spät nachgeladen. Man sieht förmlich, wie der alte 3DS an seine Grenzen stößt.

Monster Hunter Stories bietet euch übrigens nicht „nur“ die Geschichte und das Sammeln der Monstereier, sondern auch einen kleinen Mehrspielermodus. Darin dürft ihr gegen einen Spieler in eurer Nähe oder via Internet weltweit antreten. Leider besteht der Mehrspielermodus lediglich aus Kämpfen eures eigenen Monsterteams gegen das des anderen Spielers. Einen Koop-Modus, in dem ihr zum Beispiel gemeinsam auf die Jagd geht, gibt es jedoch nicht.

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