Preview - NACON Revolution Pro Controller : PS4-Gegenstück zu Microsofts Elite Controller?

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Die Freude war groß, als Sony verkündete, dass mit Razer und NACON gleich zwei Hersteller an fortgeschrittenen Controllern für die PS4 arbeiten. Während Microsofts Elite Controller für die Xbox One unbestritten zu den besten Controllern überhaupt zählt, spaltet das aktuelle Standard-Gamepad der PS4 trotz Verbesserungen gegenüber seinem PS3-Pendant weiterhin die Community. Der NACON Revolution Pro Controller soll dem Zwist ein Ende setzen. Wir konnten das gute Stück bereits vor Release ausprobieren.

Der Preis ist die erste große Überraschung des NACON Revolution Pro Controllers. Während die Xbox-One-Pendants wie Microsofts Elite Controller oder der Razer Wildcat mit satten 150 Euro zu Buche schlagen, wird der neue PS4-Controller bereits für 109,99 Euro (UVP) zu haben sein. Die Wartezeit ist zudem nicht mehr lang. Noch vor Weihnachten sollen vereinzelt Exemplare in den deutschen Handel kommen, die flächendeckende Versorgung soll im Januar 2017 gewährleistet werden.

Die Initiative für die Entwicklung des Controllers ging offenbar von Sony aus. Über 1,5 Millionen verkaufte Elite Controller sind ein gutes Argument, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Zum anderen hegt Sony offenbar eSports-Ambitionen, für die ein entsprechender Profi-Controller gerade richtig käme. NACON und Razer wurden als Partner auserkoren. NACON besuchte uns kürzlich in unserer Redaktion mit einem Vorserienmuster, dessen Qualitäten wir anhand von Battlefield 1 und WRC 6 schon mal beschnuppern durften.

Umbauten mit Anlehnung an den Elite Controller

Schon auf den ersten Blick wird klar, dass der Hersteller sich durchaus vom Microsoft-Controller hat inspirieren lassen. Der Controller liegt insgesamt hervorragend in der Hand und ähnelt dem Xbox-One-Controller grundsätzlich sehr. D-pad und linker Analog-Stick haben die Position getauscht, sodass der PS4-Controller nun ebenfalls über versetzt zueinander positionierte Analog-Sticks verfügt, was der Ergonomie förderlich ist.

Zum normalen PS4-Controller gibt es weitere Unterschiede. Die Aktionstasten sind deutlich größer, statt eines 4-Wege-Steuerkreuzes ist ein 8-Wege-D-pad vorhanden. An der Unterseite gibt es Nachwuchs in Form von zwei 2-Wege-Wippen, die bequem mit den Spitzen von Mittel- und Ringfinger erreicht werden. Die Trigger haben gefühlt etwas mehr Widerstand, die Schultertasten reagieren etwas straffer. Das Gesamtgewicht des Controllers ist insofern flexibel, als ihr bis zu vier von sechs beiliegenden Gewichten in die Griffe einsetzen könnt.

Long Stick goes Boooom!

Weitere Unterschiede gibt es bei den Analog-Sticks. Der linke verfügt über eine konkave, der rechte über eine konvexe Wölbung, was die grundsätzliche Haptik der Sticks verbessern soll. Beide Sticks sind deutlich länger als beim Standard-Controller, der längere Weg mit einer 46-Grad-Amplitude soll zu deutlich mehr Präzision beim Zocken führen. Ein eigener Algorithmus soll zudem für eine optimale Ausnutzung des Bewegungsspektrums des Controllers sorgen.

Der Revolution Pro Controller wird ausschließlich kabelgebunden betrieben. Das mag wie ein Nachteil klingen, ergibt aber dadurch Sinn, dass bei kabellosem Betrieb mit stärkerer Latenz zu rechnen wäre. Man muss dabei im Hinterkopf behalten, dass der NACON-Controller grundsätzlich eSports-tauglich konzipiert wurde. Das drei Meter lange Anschlusskabel wird übrigens mit einer Metallverschraubung am Controller befestigt.

Feinjustierung für Profis

Die Möglichkeiten des Revolution Pro sind interessant, denn mittels einer PC-Software habt ihr die Möglichkeit, eine Vielzahl an Konfigurationen und Feinjustierungen vorzunehmen. Bis zu vier verschiedene Profile könnt ihr auf den Controller transferieren und sie dort mittels Profilwahltasten abrufen, während ihr auf eurem PC eine ganze Bibliothek bunkern dürft. Zudem soll es möglich sein, eigene Profile hochzuladen sowie Profile anderer Spieler und von NACON herunterzuladen. Unter anderem sind auch spezielle Profile verschiedener Spielentwickler für ihre neuen Titel eine Option.

Die Einstellungsmöglichkeiten sind immens vielfältig. Das beginnt bei der kompletten Tastenbelegung, geht über die Intensität des DualShock oder Vibration und Beleuchtung bis hin zum Erstellen von kompletten Makros mit ganzen Tastenfolgen nebst zeitlichen Abständen dazwischen. Eine Besonderheit ist die Konfiguration des rechten Analog-Sticks. Hier können Dead Zones und Response Curves eingestellt werden, sogar mit einer nichtlinearen Übersetzung der Stick-Bewegung. Derartige Details sind natürlich eher für eSportler als für Otto Normalspieler interessant, dürften bei Ersteren aber auf großes Interesse stoßen.

Beim kurzen Anzocken mit Battlefield 1 und WRC 6 hinterließ der Controller einen sehr guten, präzisen und von der Ergonomie her gelungenen Eindruck. Vor allem die recht straffen Trigger und das erweiterte Bewegungsspektrum der Analog-Sticks gefiel uns sehr gut, wobei Letzteres zu Beginn ein wenig gewöhnungsbedürftig ist. Gerade bei WRC 6 übersteuerten wir unseren Wagen recht schnell, weil wir aus alter Gewohnheit mit dem Stick voll einschlugen, was bei dem längeren Weg der Sticks gar nicht mehr erforderlich ist. Gerade dieser Aspekt zeigt aber, dass die Feinjustierungen der Sticks eine Menge Potenzial haben.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
PS4-Controller mit viel Potenzial

Wir sind jetzt schon gespannt, wie der Revolution Pro Controller bei den PS4-Spielern ankommen wird, insbesondere bei denen, die über das Design des Standard-Controllers schimpfen. Die Anlehnung der Ergonomie an die Xbox-Controller ist auf jeden Fall sinnvoll und wird viele Spieler glücklich machen. Der NACON-Controller überzeugt aber vor allem mit den Feinheiten, seien es Trigger-Widerstand, Tastengrößen, Analog-Stick-Wege oder Konfigurationsmöglichkeiten.

Normalspieler bekommen jedenfalls eine interessante Alternative zum Standard-Controller zu einem halbwegs humanen Preis, während Vielzocker und eSportler eine Menge Möglichkeiten haben, sich ihr ideales Tuning für jedes Spiel zusammenzustellen. Wir sind sehr gespannt auf das finale Modell, das uns hoffentlich noch vor den Feiertagen erreicht und das wir dann natürlich umgehend unter die Lupe nehmen.

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