Preview - NieR: Automata : Eine Welt voller Maschinen

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Ab heute steht die Demo zum kommenden Nier: Automata zur Verfügung – zumindest für PS-Plus-Abonnenten. Sie soll interessierten Spielern vorab einen kurzen Überblick über die Charaktere und das Szenario des sehr unkonventionellen Titels aus der Feder des Serienschöpfers Yoko Taro vermitteln. Wir konnten schon einen Blick auf die Demoversion der im März erscheinenden Vollversion für euch werfen.

Zur Story von Nier: Automata erfahren wir (glücklicherweise) in der Demo nur recht wenig. Nach einem kurzen Text zur Mission der Protagonistin namens 2B werdet ihr sofort in den ersten Kampf geworfen. Mit langen Tutorials muss man sich zum Glück nicht herumärgern. Kleine Einblendungen erklären während des Kampfs die grundlegenden Funktionen: vom leichten Angriff bis zu den starken Spezialattacken des Pods – dem fliegenden mechanischen Begleiter, der in diesem Spiel das Grimoire Weiss aus dem Vorgänger ersetzt.

Nach einem kurzen Kampf gegen einen Miniboss und einem Zusammentreffen mit Gruppenmitglied 9S könnt ihr euch in der verlassenen Fabrik, dem Schauplatz der knapp 30-minütigen Demo, genauer umsehen. Das ganze Segment ist sehr linear gehalten: Von der offenen Welt, die man in der finalen Version ähnlich wie im Vorgänger erkunden wird, fehlt in der Vorschaufassung noch jede Spur. Lediglich einige versteckte Geheimnisse und Gegenstände lenken euch vom vorgegebenen Weg ab.

Grafisch setzt Nier: Automata keine Meilensteine, funktioniert aber auf technischer Ebene wesentlich besser als sein Vorgänger oder die Spiele der Drakengard-Serie, für die Director Yoko Taro ebenfalls verantwortlich war. Das ist auch vollkommen okay, denn besonders Nier zeichnete sich durch ein großartiges Szenario, sehr interessant geschriebene Charaktere und eine emotionale Story aus. Das Gameplay kann nun ebenfalls mit aktuellen Action-Titeln mithalten, denn es lag in der Verantwortung der Entwickler von Platinum Games, die schon mit Titeln wie Metal Gear Rising bewiesen haben, dass sie wissen, wie sich ein außerordentlicher Action-Titel zu spielen hat.

Viele aus dem Vorgänger bekannte Gameplay-Elemente wurden in Nier: Automata in veränderter Form übernommen. Die Wörter und versiegelten Verse, die ihr in Nier genutzt habt, um Grimoire Weiss mit Statusverstärkungen und neuen Zaubern auszustatten, wurden durch Programme ersetzt, die ihr in begrenzter Anzahl in euren Pod ladet. Gefundene Waffen können (in der finalen Version) aufgelevelt werden. Das erhöht nicht nur ihre Stärke, sondern schaltet auch interessante Hintergrundinformationen zur Waffe selbst frei.

Natürlich sind auch die aus dem Vorgänger bekannten Bullet-Hell-Segmente wieder zahlreich vertreten. Abseits der typischen Nahkampfangriffe schleudern euch Gegner und vor allem Bosse einen Kugelhagel entgegen, dem ihr entweder ausweicht oder den ihr teilweise mit dem Dauerfeuer des Pods abwehrt. Das sorgt genau wie der immer wieder auftretende Perspektivenwechsel zu einer 2-D- beziehungsweise Überkopfperspektive dafür, dass Spieler des Vorgängers sich trotz des flotteren Tempos beim Gameplay schnell heimisch fühlen.

NieR: Automata - Dragon Quest Collaboration Trailer
Dank einer Zusammenarbeit erhalten auch Dragon-Quest-Inhalte im neuen NieR: Automata Einzug.

Der Soundtrack stammt wie schon bei Nier und Drakengard 3 von Komponist Keiichi Okabe. Wer die fantastischen Musikstücke aus den beiden Games lieben gelernt hat, wird sich auch bei Nier: Automata darüber freuen, dass wieder teils mächtige, teils melancholische orchestrale Stücke mit ordentlich vielen Choreinlagen aus den Lautsprechern dröhnen. Der kleine Ausschnitt des finalen Soundtracks in der Demo konnte auf jeden Fall schon voll und ganz überzeugen.

Die kleine Vorschau schließt mit einem für Platinum Games typischen bombastischen Bosskampf ab, der euch noch mal alle gelernten (und einige neue) Fähigkeiten abverlangt. Wem das ganze Spektakel zu einfach ist, kann übrigens jederzeit auf einen Hard- oder Extreme-Modus wechseln. In letzterem ist das Spiel bereits nach einem einzigen Treffer vorbei. Wenn ihr das Kampfsystem nicht vollkommen im Griff habt, werdet ihr euch schon beim Tutorial ordentlich schwertun. Spieler, die eine knallharte Herausforderung suchen, werden sich über den zusätzlichen Schwierigkeitsgrad aber sehr freuen.

Fazit

Dennis Kröner - Portraitvon Dennis Kröner
Viel Optimismus, ein bisschen Angst

Ich gebe zu, dass ich ein wenig Angst vor dem Release von Nier: Automata habe. Nicht weil ich glaube, dass es ein schlechtes Spiel wird, sondern weil meine Ansprüche an ein würdiges Sequel so unfassbar hoch sind. Nier gehört immerhin zu meinen liebsten Spielen aller Zeiten. Die kurze Demo hat mir jedoch gezeigt, dass das Spiel auf einem guten Weg ist. Das Szenario und die Charaktere sind interessant, die Welt wirkt wieder richtig schön trostlos und der Soundtrack sorgt trotz der ganzen Action auf dem Bildschirm für eine melancholische Stimmung, die bisher nur der Vorgänger in dieser Art erreichen konnte.

Einige wichtige Faktoren fehlen allerdings noch: die offene Welt, die restlichen Charaktere und natürlich die Story an sich. Wie sich der Rest des Spiels macht, wird sich im März zeigen. Ich bleibe optimistisch, dass Director Yoko Taro der Freiraum gewährt wird, den er zum Erzählen einer fantastischen Story braucht. Bisher scheint das Spiel auf einem sehr guten Weg zu sein.

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