Special - Reibach mit Remakes : Gelddruckmaschine Kindheit

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    Vor Kurzem kündigte Nintendo das SNES Classic Mini an und die Welt stand still. Fast alle Augen richteten sich auf Online-Versandhändler, kaum jemand wollte die Möglichkeit verpassen, sich die in der Größe reduzierte Neuauflage der beliebten Konsole zu sichern. Kuro kommt es so vor, als wollte man mit seiner Kindheit massig Geld verdienen.

    In der vergangenen Woche hatte ich Urlaub. Nach der stressigen E3-Zeit würden mir ein paar freie Tage gut tun, dachte ich. Mal etwas Abstand gewinnen, die sozialen Netzwerke außer Acht lassen. Daraus wurde leider nichts. Als am Montag das SNES Classic Mini angekündigt wurde, verbrachte ich den restlichen Abend auf der Seite eines großen Online-Versandhändlers, auch wenn wir mit Kollege Dennis seinen Geburtstag in einem Burger-Laden feierten. War auch gar nicht so unangenehm, alle anderen taten dasselbe.

    Hamburger wurden auch irgendwann vertilgt, doch das SNES Classic Mini ließ sich nicht vorbestellen. Dafür musste ich mich noch bis zum Dienstagabend gedulden. Plötzlich war die Minikonsole vorbestellbar und in den sozialen Netzwerken brach eine große Hysterie aus. Die obligatorischen Beiträge wie „Schaut her: ich habe mir ein Mini SNES vorbestellt!“ durften nicht fehlen.

    Aus alt mach neu

    Allerdings wurde ich an diesem Abend auch stutzig. Es war ja nicht das erste Mal, dass dem geneigten Videospielenthusiasten etwas vorgesetzt wurde, das er bereits kennt, nun aber in etwas hübscher oder kleiner serviert wird. Die aufgepäppelte Crash-Bandicoot-Trilogie kommt ebenfalls wieder auf den Markt und lässt euch Abenteuer erleben, die bereits vor knapp zwanzig Jahren die erste PlayStation unsicher machten.

    Vor dem SNES Classic Mini gab es das NES Classic Mini. Alles, was irgendwie retro ist, kommt wieder. Ist ja nicht nur bei den Videospielen so: Leute fangen wieder an, analog mit Sofortbildkameras zu fotografieren oder Schallplatten zu sammeln. Ein ewiger Konsumkreislauf, aus dem es kein Entkommen gibt.

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    Ist das jetzt verwerflich?

    Natürlich kann man den Unternehmen Geldmacherei vorwerfen. Das SNES Classic Mini beispielsweise ist laut unverbindlicher Preisempfehlung knapp zwanzig Tacken teurer, hat neun Spiele weniger unter der Haube, dafür immerhin einen zweiten Controller. Ich persönlich kann mit diesen ganzen Revivals ganz gut leben, denn ich suche mir die Neuauflagen gezielt aus, mit denen ich bereits in meiner Kindheit viele Stunden verbracht habe. Das NES Classic Mini habe ich beispielsweise ausgelassen, das SNES allerdings war eine feste Konstante meiner Kindheit.

    Diese Konsole stelle ich mir gerne noch mal in kleinerem Format ins Wohnzimmer, auch wenn ich sicherlich nur mit Mega Man X und Star Fox 2 viel Zeit verbringen werde. Es wird eine schöne Erinnerung an eine unbeschwerte Zeit sein. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Also immer her damit! Legt noch mehr Dinge aus meiner Kindheit neu auf. Gebt mir Ed von Schleck, gebt mir Walkmen (danke Peter Quill), gebt mir alte Videospiele in modernem Look. Ist es aus konsumtechnischer Sicht verwerflich? Möglich. Kann ich mein Geld cleverer ausgeben? Mit Sicherheit. Ist mir das egal? Jop. Dafür bin ich wohl noch nicht erwachsen genug.

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    PS: Ich war bei der Ankündigung der PS4-Version von Shadow of the Colossus auf der diesjährigen E3 den Tränen nahe. Das wird super. Da kann mir niemand in die Suppe spucken.

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