Preview - Paraworld : Paraworld

  • PC
Von Kommentieren
Die Innovation

Hören sich die bisherigen Features eher nach 'schon alles da gewesen' an, bietet 'Paraworld' mit seinem Army Controller doch eine neue und innovative Art der Einheitensteuerung. Das größte Problem moderner Echtzeit-Strategiespiele ist ja, dass ihr euch ständig an mehreren Schauplätzen gleichzeitig betätigen müsst und dann oft eure Einheiten aus dem Blick verliert. Es folgt dann das typische 'produzieren, zum Kampf hinschicken und vergessen'-Symptom, da der Spieler schlicht mit dem Scrollen überfordert ist, vor allem wenn an zwei oder mehr Schauplätzen gekämpft wird. Der besagte Controller respektive die statische Einheitenleiste am rechten Rand eures Bildschirms schafft dem effektiv Abhilfe. Das damit verbundene Aufwertungs- und Erfahrungssystem bringt zusätzliche strategische Tiefe mit sich.

Für jeden getöteten Gegner bekommt ihr mit den so genannten Skulls eine Art Erfahrungsbonus. Dabei kommt es nicht darauf an, ob ihr Feinde oder nur das in großen Mengen vorhandene Getier tötet, für jeden Kill gibt es einen Totenkopf. Mit diesen Skulls könnt ihr eure Einheiten entsprechend aufwerten. Da die Einheitenanzahl insgesamt und pro Erfahrungslevel begrenzt ist und zudem sich die maximale Anzahl je Level verringert, muss man hier schon genau überlegen, welche Einheiten man wann befördert. Denn ein Bauer auf Level 5, der gar nicht kämpft, aber den begehrten Spot belegt, bringt euch recht wenig, wenn eure wichtigen Truppen gerade abgeschlachtet werden. Eine Rückstufung ist aus Balancing-Gründen nämlich nicht möglich, sodass ihr nur vor der Wahl steht, die oberen Level selbst zu töten, um Platz zu schaffen, oder andere Einheiten nicht aufwerten zu können. Da bei jeder Aufwertung zudem die Gesundheit dieser Einheit auf das Maximum gesetzt wird, habt ihr im Kampf eine sehr mächtige und schlagkräftige Möglichkeit, auf den letzten Drücker das Geschehen noch zu euren Gunsten zu wenden.

Des Weiteren ermöglicht es euch der Army Controller, zu jeder Zeit sämtliche Einheiten auf einen Blick zu erfassen und auszuwählen. Kombiniert mit den üblichen Gruppenkommandos und der Möglichkeit, das Interface mittels Drag & Drop ganz nach euren Wünschen anzupassen, dürfte das im Bereich der Echtzeit-Strategie völlig neue Möglichkeiten öffnen und taktische Manöver wesentlich einfacher gestalten.

Dass man einige Einheiten noch miteinander kombinieren kann – so gibt es Riesendinos, die man entsprechend mit Fernkämpfern besetzen kann und die somit eine ganz andere Bedeutung auf dem Schlachtfeld erlangen – rundet die Echtzeitstrategie-Erfahrung nach oben hin ab.

Grafik und Sound

Wie bereits erwähnt erwartet euch mit 'Paraworld' auch grafisch eine echte Perle. Liebevoll animierte und mit detailreichen Texturen überzogene Dinosaurier, von denen viele anhand recherchierter Original-Zeichnungen von Archäologen entstanden sind, schmiegen sich eindrucksvoll in eine Urwald-Welt, die euch recht schnell in die interessante Hintergrundgeschichte eintauchen lässt. Lobend erwähnt sollte auch der sensationell gut gemachte Nebel des Krieges werden, der wohl erstmals in einem Echtzeit-Strategie-Spiel überhaupt tatsächlich über den Landen wabernder Nebel ist, welcher sich beim Durchforsten des Gebietes langsam lichtet.

Sound und Einheitengeräusche lassen ebenfalls kaum Wünsche offen und nach kurzer Zeit glaubt man sich mitten in 'Jurrasic Park' wiederzufinden, entsprechende Sound-Hardware vorausgesetzt.

Fazit

von Vitus Hoffmann
Echtzeitstrategie-Fans aufgepasst, mit 'Paraworld' bekommt ihr endlich wieder reinrassige Strategie vorgesetzt, die dank einiger Innovationen eine Gameplay-Tiefe erreichen wird, wie sie nur wenige Spiele des Genres vorher hatten. Ich persönlich freue mich jedenfalls vor allem auf die ersten Multiplayerschlachten. Aber auch der interessante Plot des Spiels dürfte Singleplayer-Spieler nicht unberührt lassen. Grafisch wird 'Paraworld' wohl auf alle Fälle einen neuen Meilenstein im Genre setzen.

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel