Test - Pool of Radiance: Ruins of Myth Drannor : Pool of Radiance: Ruins of Myth Drannor

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Pool of Radiance: Ruins of Myth Drannor
Der 'Blitz' ist einer der wirkungsvollsten Kampfzauber.

Der Sound enttäuscht allerdings wieder. Bestenfalls die guten deutschsprachigen Synchronsprecher sind überdurchschnittlich. Die Musik, insbesondere in den Dungeons, dudelt meist etwas geistlos vor sich hin, nach spätestens einer halben Stunde neigt man zum Abschalten. Soundeffekte sind ab und an zum Beispiel beim Zuschlagen oder Ableben eines Gegners zu hören oder wenn ihr ein bisschen den Dungeon ramponiert - Betten, Tische und Truhen lassen sich nämlich zerstören.

Im Spielverlauf kommt ihr dann allmählich hinter das Geheimnis des wiedererwachten 'Pools'. Ein Geheimbund um einen untoten Drachen bildet den Gegner, den es zu besiegen gilt.
Von NPC's erhält man diverse Aufträge, für deren Erfüllung dann ganz nette Dinge wie zum Beispiel das kostenlose Heilen eurer Party winken. Auch lassen sich aus Gesprächen wichtige Informationen über Myth Drannor und das Verschwinden des Heldentrupps in Erfahrung bringen.

Pool of Radiance: Ruins of Myth Drannor
Zumindest einer in der Party sollte über das sehr nützliche Talent 'Untote vertreiben' verfügen.

In den Dungeons herrscht aber nicht nur grafische Tristesse. Langweilrätsel à la 'Finde Schlüssel A für Tür B' finden sich in Massen. Dass man ohne Automap die Türen für die gefundenen Schlüssel vermutlich nie wieder finden würde - weil eben fast alles gleich aussieht - scheint den Entwicklern nicht entgangen zu sein. Die Automap zeichnet die erkundete Karte auf, markiert allerdings nur Auf- und Abgänge oder Wegweiser. Wichtige verschlossene Türen, Truhen und andere Lokalitäten müssen per Hand nachgetragen werden.
Ähnlich wie in 'Diablo' reizt es auch in 'Pool of Radiance 2', Gegenstände wie Waffen, Rüstungen oder Zauberstäbe zu sammeln und seine Helden damit kräftig aufzubrezeln. Auch hier wird eure Geduld auf die Probe gestellt: Man muss sehr nahe an einem Gegenstand stehen, der zum Beispiel auf dem Boden liegt, damit überhaupt ein 'Aktions'-Icon erscheint. Auch sieht man nicht, was man da aufhebt, denn für Waffen und Rüstung oder für Ringe und Tränke gibt es jeweils nur einheitliche Symbole.

Pool of Radiance: Ruins of Myth Drannor
Von NPC's erhaltet ihr neben nützlichen Informationen auch Quests.

Das Bestiarium setzt sich aus zumeist bekannten Finsterlingen und Rollenspiel-Standardgegnern wie zum Beispiel Skeletten, Zombies, Orks oder Schatten zusammen. Gelegentlich will auch mal ein Zwischenboss bekämpft werden. Je weiter man kommt, desto härter werden auch die Gegner, so dass ihr zahlenmässig den Gegnern häufig unterlegen seid.

Im Mehrspielermodus können sich bis zu sechs Spieler über den Spielebrowser 'Gamespy Arcade' (der mitgeliefert wird) im Internet austoben. Wer kein Spiel findet, eröffnet eben selbst eins. An den schnarchigen Rundenkämpfen ändert aber auch das nix. Gerade im Mehrspielermodus ist es nicht motivierend, zusätzlich auf den Zug der Mitstreiter warten zu müssen, zumal ja meist der Gebührenzähler im Hintergrund tickt. Zum Testzeitpunkt waren maximal vier offene Spiele zu finden, die allerdings einen Ping jenseits von Gut und Böse hatten.

 

Fazit

Gameswelt Redaktion - Portraitvon Gameswelt Redaktion
An 'Pool of Radiance' gibt es eigentlich nichts, was der Konkurrenz nicht besser oder zumindest ebenso gut gelungen wäre, mit Ausnahme der schicken Zaubersprucheffekte. Das Kampfsystem erlaubt zwar viele taktische Manöver, aber die Umsetzung ist gähnend langweilig. Zumindest hätte man dem Spiel einen Echtzeitmodus spendieren sollen, damit einfache Gegner schneller bezwungen werden - Spielzeit ist nicht gleich Spieltiefe. Die Grafik in den Dungeons ist mehr als nur sparsam, der Sound unbedeutendes Mittelmass. Statt das Spiel halbfertig zum Weihnachtsgeschäft in die Läden zu stellen, hätte man lieber noch ein bisschen ins Feintuning investieren sollen. Dann wäre womöglich auch eine höhere Wertung drin gewesen. Trotzdem macht 'Pool of Radiance 2' Spass, vor allen denjenigen, die viel Zeit haben. Charaktere entwickeln, Gegenstände sammeln und den Helden spielen kann man auch hier gut und über lange Winterabende tröstet einen 'Pool of Radiance 2' allemal weg. Wem 'Baldur's Gate 2' zu hektisch war und nach einem sehr viel ruhigeren Rollenspiel sucht, findet in 'Pool of Radiance 2' - trotz aller Mängel - eine Alternative, auch wenn es nie an den König der Rollenspiele heranreicht.  

Wertung

  • PC
    71
    %

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