Test - Pro Evolution Soccer 3 : Pro Evolution Soccer 3

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Beim Rest ergibt sich das gewohnte Bild. Wie immer zieht der Ball seine Bahnen physikalisch perfekt über das Spielfeld und jeder Angriff will präzise herausgespielt sein - Egozocker kommen nur äußerst selten zum Erfolg. Die Torhüter sind nun etwas schwächer, während die Verteidiger wie gewohnt alle Register ziehen, den angreifenden Spieler vom 16 Meter-Raum fernzuhalten. Insgesamt kann man sagen, dass 'PES 3' deutlich Mittelfeld-lastiger geworden ist, denn das Abwehr-Bollwerk der CPU erfordert ein ums andere Mal ausgiebige Pass-Staffetten, bis man das Runde im Eckigen unterbringen kann.

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!
Obwohl schon das simple Freundschaftsspiel aufgrund der authentischen Umsetzung der 'schönsten Nebensache der Welt' vor allem im Freundeskreis zum absoluten Dauerbrenner gerät, hat Konami dafür gesorgt, auch weniger gesellige Spieler vor die Mattscheibe zu fesseln. Zum einen überzeugt der ausgefeilte 'Meisterliga'-Modus - in welchem ein Kader von unbekannten Dorfbolzern zunächst durch Superstars verstärkt werden und anschließend zur Meisterschaft geführt werden möchte - durch dezenten Managereinschlag, während der Herausforderungsmodus sinnvolle Trainingseinheit und motivierendes Minispiel in sich vereint. Hier werden dem Spieler teils haarsträubend schwere Freistoßpositionen vorgesetzt, von welchen das lederne Rund möglichst genau im Ziel platziert werden will, oder gewundene Parcours vorgegeben, die es möglichst schnell zu durchqueren gilt.

Wenn der Rubel rollt...
Für einfach alles, was ihr in 'PES 3' erreicht und gewonnen habt, gibt es diesmal eine Belohnung in Form einer virtuellen Währung. Für den digitalen Zaster ersteht ihr im PES-Shop neue Mannschaften, frisches Adidas-Bolzwerk oder andere aktivierbare Features. Somit ist für Langzeitmotivation bei Singleplayer-Kickern gesorgt. Während der sachkundige Fan ob der vielen inkorrekten Spieler- und Vereinsnamen kurz die Nase rümpft, bevor er sich im komfortablen Editor daran macht, diesen Mangel selbst auszubügeln, gibt es nur beim Kommentatorenduo Fuß und Küpper Grund zum Meckern: Die Herren liegen nicht nur oft falsch mit ihren Analysen, auch mit dem Timing ihrer teils dümmlichen Sprüche hapert es mehr als einmal. Zum Glück reihen sich die engagierten Fans nicht in diese Trauerspiel mit ein: Aus allen Boxen dröhnen coole Fangesänge und dynamische Zuschauerreaktionen, während satte Pfosten und Lattenkracher ein tolles 'Mittendrin'-Gefühl vermitteln.

 

Fazit

von Alexander Bohn
Die Tokyoter Konami-Studios schießen die fußballverrückten Europäer zum dritten Mal in den siebten Fußball-Himmel und krönen sich erneut zum Weltmeister in Sachen digitaler Sportunterhaltung. Alleine wie zu zweit entwickeln sich nach etwas Übung unglaublich dynamische und realistische Rasenschlachten, die einer TV-Übertragung in keiner Weise nachstehen - natürlich mit der Ausnahme, dass man bei Live-Fußball stets eine Hand für Chips und eine kühle Erfrischung bereit hat. Aufgrund der neuen Bewegungsmöglichkeiten und des 'runderen' Spielablaufs sei selbst Besitzern des Vorgängers der Kauf dieser Perle ans Herz gelegt - auch wenn der optische Glanz gegenüber der Konkurrenz aus dem Hause EA Sports zurückstehen mag. Gerade, wenn man einen Fußball-begeisterten Freund zur Hand hat, gleicht das heimische Wohnzimmer sehr schnell der Arena auf Schalke - Fangesänge und Eckfahnen-Jubel inklusive. Zugreifen!

Überblick

Pro

  • verbesserte Grafik und Präsentation
  • perfekte Steuerung
  • grandiose Ballphysik
  • toller 'Meisterliga'-Modus
  • motivierender 'Challenge'-Modus
  • unerreicht authentische Simulation des Spielgeschehens

Contra

  • lahmes Kommentatoren-Duo
  • schlappe Lizenz

Wertung

  • PS2
    91
    %

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