Preview - Sacred : Sacred

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Ausrüstung ohne Grenzen
Im Bezug auf das Mehr hat die Ausrüstung deutlich besser abgeschnitten, denn ihr werdet mit wahren Wagenladungen von Gegenständen, Ausrüstung und Waffen eingedeckt. Nahezu jeder Gegner lässt Objekte oder Gold fallen, zudem bieten zahlreiche Truhen und Fässer weitere Nachschubmöglichkeiten. Damit ihr nicht völlig darin erstickt, steht euch zum einen ein großzügiges Inventar zur Verfügung, zum anderen gibt es reichlich Händler, bei denen ihr den Krempel verscherbeln könnt, um euch mit Gold und besserer Ausrüstung einzudecken.

Die Vielfalt der Gegenstände ist immens. So gibt es zentnerweise charakterspezifische Waffen und Rüstungen, wobei interessanterweise einige Charaktere unterschiedliche Inventarslots zur Ausrüstung haben. So kann der eine vier Ringe tragen, der andere nur zwei und so weiter. Einige Gegenstände sorgen auch für den optischen Kick, wie die Flügelrüstungen der Seraphim, obwohl die holde Dame an sich viel zu hübsch ist zum Anziehen. Es gibt Waffen und Rüstungen aller Art, von Dolch über Kampfhandschuh zu Schwert, Axt und Lanze oder leichtem Tuch bis schwerer Platte, wobei die Rüstungen immer aus mehreren Komponenten wie Körperrüstung, Stiefel, Handschuhe, Schulterschutz, Beinschutz und so weiter bestehen. Hinzu kommen Ringe und Amulette, sowie zahlreiche Tränke.

Besonderheiten im Megapack
Eine weitere Besonderheit sind gesockelte Waffen und Rüstungen, nicht unähnlich dem System in 'Diablo 2'. Beim Schmied eurer Wahl könnt ihr derartige Waffen aufbessern lassen, wobei ihr die Wahl habt, ob ihr in den oder die Slots eine Rune oder ein Schmuckstück einsetzt, oder aber eine Schmiedearbeit - auf jeden Fall werden dadurch die Werte der Waffen und Rüstungen aufgemöbelt. Leider ware diese gesockelten Gegenstände in der Beta relativ selten oder oft so schlecht, dass normale Waffen und Rüstungen deutlich bessere Werte boten.

Bleiben wir gleich bei den Besonderheiten. In 'Sacred' könnt ihr Pferde kaufen und auch benutzen. Die Zossen dienen sowohl als schnelles Transportmittel als auch als Untersatz im Kampf, denn ihr könnt in der Tat vom Rücken eines Pferdes aus sowohl mit Nah- als auch Fernkampfwaffen oder Magie zur Sache schreiten. Nicht vom Pferd aus nutzbare Skills werden in den Aktionsslots durch das Niederreiten eines Gegners ersetzt. Ihr könnt jederzeit auf- und absteigen, zudem könnt ihr euer Pferd per Pfiff zu euch rufen, wenn ihr mal zu faul seid, zu dem Vierbeiner per pedes zurückzutraben. Auch können Gesundheit und Tempo des Pferdes durch Zaumzeug (gibt es beim Händler) aufgemöbelt werden.

Und noch ein Novum: Es gibt ein Kombo-System. Beim Magier eurer Wahl in einer der vielen Städte könnt ihr vier Icons mit Kombinationen aus mehreren Angriffen und Skills versehen, wobei bis zu vier Aktionen hintereinander ausgeführt werden können. Das jeweilige Icon der Kombo packt ihr einfach in einen eurer Aktionsslots und könnt sofort darauf zugreifen per Mausklick. Dadurch sind komplexe Manöver möglich, wie beispielsweise zunächst mit einer Fernwaffe zu schießen, dann einen Zauber loszulassen, einen Nahkampfskill zu aktivieren und noch einen Zauber zu erwirken - alles mit einem Mausklick.

Einfache Steuerung von Anfang an
Damit sind wir auch bei der Steuerung, die im Wesentlichen der ähnlicher Spiele entspricht. Per Mausklick bewegt ihr euren Charakter aus der Iso-Perspektive in drei Zoom-Stufen durch die Lande. Angriffe erfolgen per Linksklick auf den Gegner, bei gehaltener Maustaste knüppelt euer Charakter solange auf den Gegner ein, bis selbiger (oder der Charakter) das Zeitliche segnet. Mittels Rechtsklick aktiviert ihr einen Skill. Für Waffen und Skills stehen übrigens abhängig vom Charakter-Level mehrere Quickslots zur Verfügung, die ihr auch mittels Hotkeys anwählen könnt. Per Drag & Drop zieht ihr Waffen, Schilde, Sprüche und Special-Moves in diese Slots. Das bietet einiges an Flexibilität, vor allem im bewaffneten Kampf, denn ihr könnt ohne großes Rumbasteln im Inventar mal eben vom Bogen zum Einhandschwert mit Schild, der Lanze oder dem Beidhänder wechseln und damit eigentlich für jede Situation die passende Ausstattung auswählen. Weiterhin vorhanden sind eine halbtransparente Detailkarte der Umgebung sowie eine Karte der gesamten Spielwelt. Auf beiden werden wichtige Locations und Quests mit Zeichen oder Pfeilen markiert, so dass ihr euch auch nicht verlaufen könnt.

Wie ihr seht, werden eure Gegner einiges an Problemen haben, wenn ihr mit gezückter Waffe auf sie losgeht. Aber auch die Gegner sind nicht ohne, zwar gibt es in dem Sinne nichts, was man als KI bezeichnen könnte (normal in diesem Genre), aber dafür etliche unterschiedliche Gegnerarten. Das geht los bei normalem Getier wie Wölfen, Bären oder wilden Wildschweinen. Auch bekommt ihr es nicht selten mit menschlichen Gegnern, zum Beispiel Banditen, zu tun. Aber natürlich kommt auch die Fantasy-Fraktion nicht zu kurz, neben den erwähnten Orks und Goblins gibt es Geister, Mumien und Skelette (die lästigerweise mehrmals niedergeschlagen werden müssen, bis sie endlich liegen bleiben). Auch Dämonen unterschiedlicher Art gehören zu eurem Feindeskreis. Ein farbiger Kreis um die Füße der Gegner lässt jederzeit erkennen, ob der Gegner stärker oder schwächer ist und ob es sich um einen speziellen Gegner handelt.

Umfangreiche Action-Kost
Zwei Schwierigkeitsgrade sollen (bisher) dafür sorgen, dass sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene ihren Spaß an der Sache haben. Praktisch: Charaktere können exportiert werden, so dass ihr euren hochgelevelten Recken für den höheren Schwierigkeitsgrad recyclen könnt. Insgesamt ist 'Sacred' augenscheinlich eine sehr umfangreiche Sache und es wird euch einige Stunden kosten, bis ihr die komplette Spielwelt erkundet habt. Dazu noch die sechs verschiedenen Charaktere und der Multiplayer-Modus, in welchem ihr die komplette Story gemeinsam mit bis zu 16 Spielern zocken könnt, sollten für reichlich Spielspaß sorgen. Leider befindet sich der MP-Modus noch am Anfang der Betaphase, so dass wir euch hierüber noch nichts berichten können, aber das holen wir in Kürze nach.

Ansehnliche Umsetzung
Was die Grafik angeht, so werden hübsche 2D-Umgebungen geboten, die mit Unmengen an liebevollen Details verschönert werden. Während die Wald- und Wiesenumgebungen irgendwie schon fast typisch deutsch wirken (nicht im negativen Sinne), so legen die späteren Umgebungen und Gebäude in anderen Regionen deutlich zu. Vor diesem Hintergrund bewegen sich sehr detaillierte Charaktere in 3D mit ansehnlichen Animationen (auch wenn einige Figuren ab und an gehen, als ob sie High Heels anhätten). Dafür gibt es feine und recht abwechslungsreiche Kampf-Animationen, vor allem die Special-Moves können sich sehen lassen. Wie schon erwähnt, wirkt die Spielwelt dank zahlreicher animierter Lebewesen ungemein lebendig. Die Magie-Effekte sind sehenswert und bieten oftmals nette Hingucker. Auch sorgen wallende Nebelschwaden sowie Tag-/Nacht- und Wetterwechsel für optische Reize.

Die Akustik weiß ebenfalls zu gefallen mit unaufdringlicher Hintergrundmusik und jeder Menge Ah's und Oh's beim Kampf. Für Lebendigkeit sorgen die zahlreichen Dialoge zwischen den NPCs, die im Hintergrund ablaufen und nicht selten für breites Grinsen sorgen aufgrund der Inhalte, wobei sich die Frage stellt, ob es Platzhalter sind im Rahmen der Beta oder schon finale Gespräche.

 

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
So wie das aussieht, hat 'Sacred' durchaus das Potential, Genre-Fans einige sehr lange Nächte zu bereiten. Klar, viele Spiel-Elemente auch im Hinblick auf Interface und Bedienung sind der Konkurrenz nicht unähnlich, teilweise sogar fast identisch. Dennoch hat 'Sacred' genug Eigenständigkeit, um sich von 'Diablo 2' & Co. deutlich zu unterscheiden. Am besten gefällt mir dabei die nahezu völlig frei begehbare Spielwelt, die ihr nach Herzenslust erkunden könnt und in der ihr immer wieder mal etwas Neues entdeckt. Auch andere Kleinigkeiten, wie die Nutzung von Pferden, das Kombo-System sowie die sehr lebendig wirkenden Locations können überzeugen. Wenn Ascaron es schafft, die restlichen Bugs noch auszubügeln, könnte uns ein Frühjahrs-Hit ins Haus stehen.

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