Test - Shadow Hearts: From the New World : RPG-Geheimtipp geht in die 3. Runde.

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Im Vergleich dazu kommen die beiden ernsten Figuren in eurer Truppe etwas blass rüber: Shania und Natan sind die einzigen beiden Überlebenden eines indianischen Stammes, der von einer mysteriösen Frau mit dem schlichten Namen "Lady" niedergemeuchelt wurde. Shania kann die Form von Naturgeistern annehmen sowie deren Kräfte nutzen, was weitestgehend mit Yuris Dämonenverwandlungen der beiden Vorgängerspiele vergleichbar ist. Natan wiederum ist der große, starke, wortkarge Leibwächter Shanias und baut entsprechend noch weniger Charisma auf. Beide Figuren wirken einfach viel zu ernst und zu bieder im Vergleich zu den aberwitzigen Ereignissen, in welche die ‘Shadow Hearts’-Truppe stolpert. Komplettiert wird das Septett von Ricardo Gomez, einem Flamenco-Gitarristen, der euch erst ab einem relativ späten Zeitpunkt des Spieles begleitet und dessen Motive wir aufgrund heftiger Spoilergefahr nicht weiter erläutern möchten.

Insgesamt erinnert die Story genau wie das Szenario sehr an den Vorgänger ‘Covenant’, erreicht dabei aber nicht dessen Klasse. Dazu springt der Plot an manchen Stellen etwas arg hastig von A nach B, direkte Konfrontationen mit der fiesen Lady und ihren Gefolgsleuten werden brutal abgebrochen und der sehr jugendlich wirkende Johnny kann nicht im Ansatz mit dem alten Helden Yuri mithalten.

Altes Konzept, altbewährter Spielspaß

Vom Konzept her solltet ihr schon gar keine Revolutionen erwarten, allerdings sorgt das längst noch nicht ausgelutschte Kampfsystem der ‘Shadow Hearts’-Serie weiterhin für wohltuende Abwechslung im Genre-Einheitsbrei. Im Prinzip steuert ihr über eine Stadtkarte verschiedene Orte an, folgt dort dem Story-Plot und erreicht zwangsläufig diverse monsterverseuchte Gebäude oder Dungeons. Leider müsst ihr erneut mit zufallsgenerierten Kämpfen auskommen, immerhin bewegt sich deren Häufigkeit in annehmbaren Regionen.

Gekämpft wird rundenbasierend und abwechselnd in Abhängigkeit der Geschwindigkeit eines jeden einzelnen Charakters sowie Feindes. Sobald ihr an der Reihe seid, entscheidet ihr euch für einen Angriff, eine Spezialfähigkeit, wozu beispielsweise auch klassische Magiesprüche gehören, oder die Benutzung eines Gegenstandes. Danach erscheint eine Art Ring inklusive verschieden großer Flächen, worin sich rasch ein Zeiger im Uhrzeigersinn dreht. Ihr müsst nun innerhalb jeder Fläche genau einmal auf den Bestätigungsknopf drücken, ansonsten misslingt eure Aktion teilweise oder gar völlig. Um dem Spieler etwas mehr Reiz zum Risiko zu bieten, seht ihr am Ende jeder Fläche einen kleinen, schmalen roten Balken. Solltet ihr diesen Treffen, so wird entweder euer Angriff, euer Zauber oder der Effekt des Gegenstandes um einige Prozente verstärkt.

Lustig wird die Geschichte, sobald eure Gegner euch mit einem Zustandseffekt verzaubern. Dann kann es durchaus sein, dass der Zeiger gegen den Uhrzeigersinn verläuft, eine oder mehrere falsche Flächen euch in die Irre führen sollen oder der Ring auf Briefmarkengröße verkleinert wird. Natürlich könnt ihr auch von "gewöhnlichen" Effekten, wie Vergiftung oder Paralyse, heimgesucht werden.

Vom Wahnsinn und doppelten Manövern

Eine weitere Besonderheit ist die SP-Energieleiste: Diese wird am Anfange eines Kampfes voll aufgefüllt, reduziert sich pro Runde um mindestens einen Zähler und macht jeden Charakter, der bei null angelangt ist, zum Berserker. SP steht nämlich für Sanity Points und repräsentiert quasi euren gesunden Menschenverstand, der mit zunehmender Kampfdauer aufgrund der oft verstörend anzusehenden Monster abnimmt. Und in ‘Shadow Hearts’ wollt ihr um jeden Preis den Zustand als Berseker vermeiden, denn jeder davon betroffene Charakter schlägt willkürlich auf alle um sich herumstehenden Lebewesen ein, egal ob Feind oder Freund.

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