Preview - Shadow : Nie wieder teure Rechner kaufen: Hier kommt die Cloud-Power

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Es braucht nur eine Internetverbindung, schon hat man Zugriff auf einen kompletten Windows-10-PC – ganz gleich ob auf dem Smartphone, einem Tablet oder einem angestaubten Laptop. Das ist das Versprechen von Shadow. Aber kann es auch gehalten werden?

Bei den meisten von euch sieht die PC-Realität vermutlich folgendermaßen aus: Der Rechenknecht steht auf oder unter dem Schreibtisch. Einzige Alternative dazu ist ein Laptop, der auch unterwegs oder auf der Couch zum Einsatz kommt. Wer aktuelle Spiele zocken oder hardwarehungrige Programme nutzen möchte, muss in einen leistungsfähigen Rechenknecht investieren – und das kann je nach Anspruch an die Hardware ganz schön teuer werden.

Die französische Firma Blade möchte mit Konventionen brechen und eine Alternative bieten. Ihre Idee: einen leistungsfähigen PC immer und überall verfügbar machen. Wie kann das funktionieren? Einfach via Internet. Wer über eine Datenübertragungsrate von mindestens 15 MBit/s verfügt, kann den Cloud-PC Shadow über eine App nutzen. Das gilt für Smartphone und Tablet ebenso wie für Laptop und Computer.

Potente Hardware

Da sämtliche Rechenoperationen in großen Zentralen, beispielsweise in Paris, ausgeführt werden, werden an die eigene Hardware keinerlei Ansprüche gestellt. Ausschließlich Grafik und Sound kommen übers Netz auf eure Geräte. Mittels geliehener oder gekaufter Shadow-Box bringt ihr den Rechner außerdem auf euren Fernseher oder Monitor. USB-Ports, HDMI-Ausgang sowie Eingänge für Netzwerk- und Stromkabel bieten ausreichend Anschlüsse, damit man entspannt daheim zocken kann.

Technisch gesehen handelt es sich bei Shadow aktuell um einen Highend-Rechner bestehend aus einer GeForce GTX 1080, 12 GB DDR4-RAM und einem XEON-Prozessor mit acht dedizierten Threads. Hersteller Blade plant, die Komponenten jährlich zu aktualisieren – im Sommer soll etwa eine neue CPU in den Rechenzentren verbaut werden. Außerdem möchte man auf Wünsche der Nutzer reagieren und Hardware-Updates auf Nachfrage vornehmen. Möglich machen das Kooperationen mit Branchenriesen wie Intel, Microsoft, Nvidia und AMD.

Far Cry 5 auf jedem Smartphone

Shadow stellt euch einen Windows-10-PC ohne Einschränkungen zur Verfügung. Ihr habt somit Zugriff auf sämtliche bekannten Programme und Funktionen des Betriebssystems. Dazu gehört neben Surfen, Text- und Videoverarbeitung oder Musikhören natürlich auch Gaming. Derzeit steht euch das Angebot von Steam und Origin offen, andere Plattformen wie der Windows Store sollen bald dazukommen. Der Clou: Ihr könnt technisch anspruchsvolle Games theoretisch sogar auf eurem alten Smartphone zocken!

Die Entwickler demonstrieren uns das am Beispiel von Far Cry 5: Wir spielen mit Pad auf einem älteren Samsung-Modell – dank sauberer Auflösung und guter Bildrate macht die kurze Chaostour richtig Laune! Dann folgt der schnelle Wechsel auf ein Tablet. Innerhalb weniger Sekunden wird es erkannt, sodass wir nahtlos weiterdaddeln können. Spielstände werden in regelmäßigen Abständen in der Cloud gespeichert.

Die Leistung von Shadow soll einzig und allein von eurer Internetverbindung abhängen. Je stärker die Leitung, desto mehr geht auch bei Auflösung und Bildrate: 1080p bei 60 fps sind der Standard, aber auch 1080p bei 144 fps sowie 4K bei 60 fps sollen möglich sein. Wird die Mindestanforderung von 15 MBit/s unterschritten, könnt ihr zwar weiter mit dem Cloud-PC spielen und arbeiten, jedoch kommt es dann vermehrt zu Lags, verringerter Auflösung oder gar dem Abbruch der Verbindung.

Die Kosten

Zugang zu Shadow erhaltet ihr über ein monatliches Abo. Drei verschiedene Modelle stehen zur Wahl: 30 Euro im Monat für ein Jahr, 35 Euro im Monat für ein Quartal sowie 45 Euro für eine vierwöchige Nutzung. Braucht ihr eine Shadow-Box, werden einmalig 120 Euro oder knapp 8 Euro im Monat fällig. Nach dem Ende eures Abos habt ihr noch einige Wochen Zeit, um eure Daten vom Server herunterzuladen, bevor sie gelöscht werden. Bis zu 256 GB Cloud-Speicher stehen für all eure Daten zur Verfügung, darunter Dokumente, Musik, Videos und Spielstände.

Ein Starttermin für Shadow in Deutschland ist noch nicht bekannt. Allerdings können sich Interessierte auf der offiziellen Website von Shadow bereits für die Frühbucher-Kampagne anmelden und damit schon vor dem eigentlichen Start auf den Cloud-PC zugreifen. Offiziell losgehen soll es dann im Laufe des Sommers, sobald das Rechenzentrum in Amsterdam mit dem Cloud-Service verbunden ist; weitere für Europa folgen in der Zukunft.

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