Test - Silent Scope 2 : Silent Scope 2

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Vor allem unter Arcade-Gängern genoss 'Silent Scope' von Konami Kult-Status. Der Grund für die Beliebtheit des Lightgun-Shooters war vor allem die aussergewöhnliche Peripherie, die nicht wie gewohnt eine Pistole, sondern ein Scharfschützengewehr samt Zielfernrohr darstellte. Da das Vergrössern eines Monitors aber recht unschöne Ergebnisse mit sich bringen würde, baute Konami kurzerhand einen kleinen Bildschirm in das Gewehr ein, welches den gerade anvisierten Bereich vergrössert darstellte. Wie schon beim ersten Teil fehlt diese Peripherie in der PlayStation 2-Umsetzung von 'Silent Scope 2: Fatal Judgement'. Ob der Lightgun-Shooter auch ganz ohne Lightgun eine gute Figur macht, erfahrt ihr in diesem Review.

Silent Scope 2
Die beiden Helden des Spiels.

Rettet die Welt und das Mädchen
Bei der Story darf man sich wieder einmal auf gewohnte Kost einstellen. Eine Gruppe von Terroristen hat gefährliche Raketen gestohlen und droht die Welt in Schutt und Asche zu legen. Natürlich wurden dabei auch Geiseln genommen. Unter ihnen Laura, die Schwester eines sehr begabten Scharfschützen, der dann auch einen der beiden Helden des Spiels darstellt. Der andere Held ist ein von der Regierung beauftragter Scharfschütze, dessen Ziel primär die Vereitelung der fiesen Pläne der Terroristen ist. Glücklicherweise werden am Ende allerdings dann alle Guten gerettet und alle Bösen getötet, womit die Welt wieder in Ordnung wäre.

Da der 'Story'-Modus aber wie gewohnt nach etwa 20 Minuten beendet ist und sogar Anfänger es mit dem dritten oder vierten Versuch schaffen werden, dem Big Boss den Garaus zu machen, hat Konami noch einige Extras in die PlayStation 2-Version von 'Silent Scope 2: Fatal Judgement' integriert. Darunter der bekannte Schiessstand, bei dem plötzlich erscheinende Papp-Terroristen schnellstmöglich abgeschossen werden müssen. Ansonsten gibt es noch den Boss-Kampf, bei dem alle erfolgreich bezwungenen Boss-Gegner noch einmal bekämpft werden können, um beispielsweise Bestzeiten aufzustellen und den 'Mission'-Modus, bei dem 'gefährliche Missionen' erfüllt werden müssen. Tatsächlich bestehen diese Missionen allerdings nur aus Teilen des 'Story'-Modus und einem speziellen Ziel, wie beispielsweise dem Treffen von allen Gegnern innerhalb des Zeitlimits. Später werden dann auch Kopftreffer oder hohe Punktzahlen gefordert, wodurch der 'Mission'-Modus zwar schwieriger wird, aber trotzdem nicht besonders motivierend ist.

Zu guter Letzt gibt es noch den Duell-Modus. Hier tretet ihr, wie der Name schon sagt, gegeneinander an. Das ganze funktioniert so, dass beide Scharfschützen an eine zufällige Position in einer von drei Landschaften gesetzt werden. Ziel ist es natürlich, den anderen zu lokalisieren und zu eliminieren. Schwierig wird das ganze dadurch, dass euch keinerlei Hilfsmittel wie etwa der Marker im 'Story'-Modus - der aktive Gegner mit einem Kreis markiert und euch so deren Position verrät - zur Verfügung stehen. Gekämpft wird also Mann gegen Mann per i.Link, oder Mann gegen Computer. Wer den anderen zuerst findet und trifft, hat die Runde gewonnen. Gegen den Computer macht dieser Modus verständlicherweise nicht wirklich Spass, mit einem menschlichen Mitspieler kann es aber schon zu spannenden Duellen kommen.

Silent Scope 2
Hier wird trainiert.

Unspektakuläre Optik
Nicht wirklich überzeugend zeigt sich die Grafik von 'Silent Scope 2: Fatal Judgement'. Die gesamte Umgebung und auch die Charaktere sind sehr spärlich modelliert und bieten meist nicht mehr als matschige oder pixelige Texturen. Die doch recht detaillierte Tower Bridge des ersten Spielabschnitts wirkt fast schon deplaziert, da die restliche Umgebung doch nur aus simplen Bitmap-Bäumen und viereckigen Häuserreihen besteht. Positiv fallen hingegen kleine aber feine Details und nette Einfälle wie der 'X-Ray'-Modus auf. Ähnlich wie beim ebenfalls vorhandenen Nachtsicht-Modus ermöglicht dieser es, im Dunkeln zu sehen. Ein netter Nebeneffekt ist allerdings, wie der Name schon andeutet, dass alles, was ihr ins Visier nehmt, quasi geröntgt wird, wodurch ihr die Skelette eurer Gegner sehen könnt.

Schon besser sieht es bei den Animationen aus. Zwar sind die beiden Helden nur sehr spärlich animiert, rennen völlig steif und drehen sich, ohne sich zu bewegen, die Terroristen bieten aber geschmeidige und realistische Animationen, die vor allem bei Treffern schön zur Geltung kommen. Beispielsweise hält sich ein am Arm getroffener Gegner diesen realistisch und geht dann langsam zu Boden. Bei Kopftreffern hingegen sackt der Getroffene einfach zusammen. Leider sind die Terroristen aber sehr eintönig gestaltet, so dass meist nur zwei oder drei Gegnertypen pro Spielabschnitt auszumachen sind, die sich dazu nur durch die Farbe ihrer Kleidung unterscheiden. Alles in allem zeigt 'Silent Scope 2: Fatal Judgement' sein Alter sehr deutlich, bietet aber immerhin ein sauberes Bild ohne lästiges Flimmern.

Silent Scope 2
Die Terroristen machen die Tower Bridge unsicher.

Das alte Leid: die Sprachausgabe
Wie man es sich eigentlich von Lightgun-Shootern gewohnt ist, ist auch die Sprachausgabe von 'Silent Scope 2: Fatal Judgement' nicht zu gebrauchen. Alle Stimmen klingen seltsam unnatürlich und scheinen ihren Text entweder emotionslos abzulesen oder gleich völlig zu übertreiben. Hinzu kommt, dass einer der beiden Helden dermassen cool und verrucht zu klingen versucht, dass man glaubt, er sei entweder seit seiner Kindheit ein Kettenraucher oder eben ein verzweifelter Synchronsprecher. Leider sind die Sprecher an sich nicht das einzige Problem. Die Dialoge im Spiel sind nämlich einfach nur mies geschrieben und könnten auch mit den besten Schauspielern als Stimmgeber nicht überzeugen.

 

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