Test - Star Wars: Knights of the Old Republic : Star Wars: Knights of the Old Republic

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Im Gegensatz zu den gängigen Konkurrenztiteln stellt euch das Spiel in sämtlichen Dialogen sowohl ehrenwerte als auch von grundauf böse Antwort- beziehungsweise Aktionsmöglichkeiten zur Auswahl. Habt ihr beispielsweise einen armen Schuldner vor einem nahenden Mordkommando gerettet, steht es euch frei, ob ihr dem vermeintlich bettelarmen Mann zur Flucht verhelft oder ihm eurerseits den letzten Cent aus der Tasche zieht. Ohnehin gewährt euch das Programm eine enorme Handlungsfreiheit. Einen vorgeschriebenen Lösungsweg gibt es nicht. Für jeden Auftrag gibt es zahlreiche verschiedene Wege zum Ziel. In Tatooine werdet ihr beispielsweise damit beauftragt, die Bedrohung durch die Sandleute auszuschalten. Ob ihr nun den ganzen Stamm mit eurem Lichtschwert zu Strecke bringt oder mit Hilfe eines Übersetzungsdroiden versucht, den schwelenden Konflikt mit Worten zu schlichten, bleibt euch überlassen.

Neun Freunde müsst ihr sein
Egal für welchen Lösungsweg ihr euch entscheidet, auf die bedingungslose Unterstützung eurer Mitstreiter könnt ihr euch während des gesamten Spiels verlassen. Maximal drei Charaktere dürft ihr dabei aus einem Pool von neun Gleichgesinnten mit auf eure Reise nehmen. Euch begleiten neben der hübschen Bastiala unter anderem der Wookie Zaalbar und der republikanische Raumschiffcaptain Carth Onasis. Die so genannten Non-Player-Charaktere haben allesamt eine interessante Geschichte zu erzählen und tragen enorm zum dichten 'Star Wars'-Feeling bei. Überhaupt gibt es in 'Knights of the Old Republic' viel zu lesen. Die verwendeten Dialoge mit den NPCs füllen ganze Bücher, sind aber für eine Entfaltung der Hintergrundgeschichte essenziell. Ständiges Nachfragen lohnt sich. Nur auf diese Art und Weise erhaltet ihr die benötigen Informationen. Genre-typisch machen die Gespräche mit den anderen Charakteren einen Großteil des Spiels aus. Mit der Umwelt interagiert ihr vergleichsweise selten. Meist durchstöbert ihr heruntergekommene Bars nach neuen Gesprächspartnern, die euch bei der Lösung eures Problems behilflich sein können. Dem Spielspaß tut's keinen Abbruch. Jeder einzelne Dialog ist stimmig vertont. Aliens sprechen in ihrer eigenen Sprache und die hervorragend aufgelegten Synchronsprecher verpassen jeder Figur eine individuelle Note.

Individuell gestaltet sich auch die Ausstattung des eigenen Charakters und seiner Party. 'Knights of the Old Republic' bietet insgesamt mehr als hundert unterschiedliche Ausrüstungsgegenstände. Das Spiel lässt mit verschiedenen Lichtschwerttypen, einem breit gefächerten Schusswaffen-Arsenal, diversen Rüstungen, Engerieschildern und zahlreichen Hand- und Stirnbändern keine Wünsche offen. Je nach Qualität des Equipments werden die Eigenschaften eurer Charaktere dabei beträchtlich aufgewertet, was im Kampf den entscheiden Vorteil verschaffen kann.

Das Kampfsystem
Schließlich stellen die Auseinandersetzungen mit dem Feind im Spiel ein zentrales Element dar. Die Kämpfe sind für ein Rollenspiel ungewohnt actionbetont in Szene gesetzt. Lasergewehr-Salven zischen über eure Köpfe hinweg, Granaten explodieren neben euch und Jedi-Ritter liefern sich packende Lichtschwert-Duelle. Obwohl man es ihnen kaum anmerkt, laufen die Kämpfe rundenbasiert ab. Ihr weist euren Charakteren die entsprechende Aktion zu, diese wird dann auftragsgemäß so lange ausgeführt, bis Gegenteiliges befohlen wird. Die Berechnung der Angriffsstärke erfolgt auf Basis der D&D-Regeln. Wenn ihr beim Angriff eine Fähigkeit verwendet, wird nach dem Zufallsprinzip eine Zahl zwischen eins und 20 erstellt. Der Bonus-, Fähigkeiten-, Rang- oder Attribut-Modifikator des Charakters wird dann zu dieser Zahl addiert und bestimmt somit den Erfolg des eigenen Angriffs. Durch den Gebrauch diverser Stimulanzien wie dem 'Stärke-Enhancer' lässt sich zudem kurzfristig die Durchschlagskraft erhöhen. Die Übersicht geht in den Kämpfen zu keiner Zeit verloren, da die Spielgeschwindkeit deutlich zurückgeschraubt wird und das Geschehen zudem optional pausiert werden kann. Dabei ist es dann auch möglich, den eigenen Gruppenmitgleidern besondere Aufträge hinsichtlich ihrer Aktionen zuzuweisen.

Ähnlich actionbetont geben sich auch zwei der im Spiel integrierten Mini-Games. So dürft ihr an Bord eures Raumschiffes, der Ebon Hawk, als Kanonen-Schütze feindliche TIE-Abfangjäger aufs Korn nehmen oder in der Millionenstadt Taris euer Können als Swoop-Rennfahrer beweisen. Die Swoop-Rennen sind als Sport und Freizeitbeschäftigung in vielen Welten der Republik sehr beliebt. Das Ziel besteht darin, mit dem eigenen Swoop-Renner - frühe Vorläufer der POD-Maschinen - die Rennstrecke in einer möglichst kurzen Zeit zu durchfahren. Zahlreiche Beschleunigungsfelder helfen euch, die höchstmögliche Geschwindigkeit und die damit verbundene Bestzeit zu erreichen.

Willkommen auf Tatooine
Der augenscheinlich größte Unterschied zu den bisherigen BioWare-Titeln ist die Tatsache, dass 'Knights of the Old Republic' komplett in einer 3D-Umgebung realisiert wurde.
Das Programm vermittelt durch seine lebensechte und sehr detailliert gestaltete Spielwelt sofort das Gefühl, man wäre selbst ein Teil des 'Star Wars'-Universums. Die Levels wurden akkurat an die Vorgaben aus Film und Literatur angepasst und sind wunderbar in Szene gesetzt. Vogelschwärme kreisen am Horizont, die Sonne brennt auf das verdorrte Gras herab und Hunderte von meterhohen Wolkenkratzern ragen in den hell erleuchteten Himmel empor. Saubere Texturen, herrliche Kampfeffekte und geschmeidige Animationen wissen zudem zu gefallen. Einzig die etwas zu inkonsistente Framerate und die Tatsache, dass einige der NPC-Modelle zu oft verwendet werden, trüben den positiven Landschaftsausblick.

Der Rest ist Formsache: Die Menüs sind sauber strukturiert, die stellenweise dramatische Hintergrundmusik überzeugt erwartungsgemäß, die Ladezeiten halten sich in erträglichem Ausmaß und das Speichersystem ist vorbildlich. Auch die Steuerung klappt wunderbar. Mit dem linken Analog-Stick steuert ihr die Spielfigur durch die Levels, mit dem rechten Stick justiert ihr die Kameraperspektive. Das Steuerkreuz dient indes dazu, die entsprechende Aktion auszuwählen.

 

Fazit

von Michael Beer

Alle Achtung! Mit 'Knights of the Old Republic' hat BioWare einmal mehr seine Ausnahmestellung auf dem Gebiet der durchdachten Rollenspiele untermauert. Das Spiel versteht es wie kein anderes, eine unheimlich dichte Atmosphäre auf den Monitor zu bannen. Schon nach wenigen Minuten wird man förmlich in den Strudel der interessanten Hintergrundgeschichte gesogen. Das Spiel vereint dabei die Vorzüge klassischer Rollenspiele mit einer zeitgemäßen 3D-Engine. Das hervorragenden Kampfsystem weist kaum nennenswerten Mängel auf. Die Dialoge sind allesamt atmosphärisch, die Kampagne mit ihren zahlreichen Quests bietet eine nahezu uneingeschränkte Handlungsfreiheit. Lediglich kleinere Unausgewogenheiten bei der Charakterentwicklung sowie die instabile Framerate nagen geringfügig an der Spielspaß-Wertung. Trotzdem: Wer einmal in die epische Spielwelt von 'Knights of the Old Republic' eingetaucht ist, möchte so schnell kein anderes Rollenspiel mehr anfassen. Kaufen!

Überblick

Pro

  • grandiose Spielwelt
  • spannende Kampagne mit zahlreichen Quests
  • ausgearbeitetes Kampfsystem
  • nahezu uneingeschränkte Handlungsfreiheit
  • viele Auswahlmöglichkeiten
  • Star Wars-Atmosphäre

Contra

  • Klasse des Soldaten wird bevorzugt
  • stellenweise Ruckler

Wertung

  • Xbox
    92
    %

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