Test - Tesoro Gram SE Spectrum : Optisches Highlight trifft auf optische Tasten

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Vor Kurzem haben wir die Hermes P2 RGB getestet, die wie die Tesoro Gram SE Spectrum eine der ersten Tastaturen mit optischen Switches ist. Die Hauptunterschiede zu mechanischen Switches: Sie sind langlebiger, nutzen Licht, um Tastendrücke zu registrieren, und haben dadurch eine sehr kurze Reaktionszeit. Das vorliegende Keyboard bietet zudem ein sehr schickes Design und ist komplett in Weiß.

Der Vorteil von optischen Switches liegt auf der Hand: eine schnellere Reaktionszeit dank Lichtsensoren, die außerdem für mehr Langlebigkeit sorgen sollen. Der Anschlag wird laut Tesoro nach gerade mal 0.1 ms registriert. Fraglich, inwieweit dies für den Alltag von Nutzen ist. Es zeigt aber, wie fortschrittlich die Technologie ist. Obwohl der Eindruck subjektiv ist, merkt man die schnelle Umsetzung des Tastendrucks. Egal, ob gerade fix mal ein Dokument runtergetippt wird oder man in Dead by Daylight aus den Armen des Killers entkommen möchte – die Gram SE Spectrum zeigt bereits während der ersten Benutzung, wo ihre Stärken liegen.

Zum Einsatz kommen im vorliegenden Gerät die Optical Red Switches. Diese haben einen geringen Widerstand und einen kurzen Anschlagsweg. Wer es gerne etwas „härter“ hätte, darf zu den Optical Blue Switches greifen, die alternativ angeboten werden. Tatsächlich liegen jeder Tastatur jeweils vier Switches der anderen Farbe bei, um diese selbst verbauen und ausprobieren zu können.

Oder man nutzt sie dauerhaft, beispielsweise damit sich W, A, S und D ein bisschen anders anfühlen. Der Austausch ist denkbar einfach. Die Spectrum muss lediglich vom PC getrennt werden. Hierfür wird das textilummantelte Kabel direkt an der Tastatur ausgesteckt, da es nicht fest verbaut ist. Mit den mitgelieferten Werkzeugen nimmt man danach vorsichtig die Tasten heraus, die man tauschen möchte, und baut die neuen ein.

Ein weiteres klares Highlight ist das Design. Die Tastatur ist vollständig in Weiß gehalten und sieht dadurch ausgesprochen edel aus. Die Oberfläche ist aus Aluminium und verspricht staub- und wasserabweisend zu sein. Das ist gerade für diejenigen nützlich, die gerne mal im Eifer des Gefechts ihre Kaffeetasse umschubsen und sich dann über eine kaputte Tastatur ärgern. Als schöner Bonus sorgt der robuste Korpus für entsprechende Kratzfestigkeit, wobei die wenigsten ihre langen Fingernägel in das Keyboard rammen werden. Durch sein Gewicht von über einem Kilo und die ausreichend gummierten Standfüße rutscht es so schnell auch nicht weg.

Auf der offiziellen Website von Tesoro darf man sich die neueste Firmware der Tastatur sowie die entsprechende Software herunterladen. Die Einstellungsmöglichkeiten beschränken sich auf die nötigsten Funktionen: Helligkeit, Lichteffekte und Makros. Ihr könnt mehrere Profile einstellen und sie jederzeit wechseln, auch ohne das Programm nutzen zu müssen. Die Spectrum hat einen 32-Bit-ARM-Cortex-Prozessor und 512 KB Speicher an Bord, um sich alle möglichen Einstellungen merken zu können. Dadurch kann man komplett auf eine Softwarelösung verzichten, denn alle Einstellungen lassen sich an der Tastatur vornehmen. Jedoch ist es um einiges komfortabler, das vorhergesehene Programm zu nutzen, da es einfach und intuitiv zu bedienen ist.

Da das Keyboard keine zusätzlichen Makrotasten bietet, können die Standardtasten frei belegt werden. Die Profile sind sehr nützlich, um schnell wechseln zu können und nicht lange rumprobieren zu müssen, wenn man ein bestimmtes Spiel spielt oder alle Tasten normal nutzen möchte. Lichteffekte haben ebenfalls Profile, sogenannte Spektren, und können nach Belieben für Spiele angepasst oder frei eingestellt werden. Wie bei RGB üblich gibt es zig verschiedene Modi, die von Atmungs- bis hin zu diversen Reaktionseffekten reichen.

Die Tesoro Gram SE Spectrum scheint somit ein waschechter Alleskönner im Tastatursegment zu sein und sollte eigentlich eine uneingeschränkte Empfehlung bekommen. Jedoch ist sie zurzeit in Deutschland recht schwer zu bekommen und der Preis variiert stark. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 120 Euro, oftmals ist sie aber nur weit darüber zu finden. Also gilt es zu warten oder man greift zu einem Import, der dann aber kein deutsches Tastaturlayout hat. Nichtsdestotrotz: Durch ihre Funktionen und die hervorragenden optischen Switches ist sie definitiv ihren regulären Preis wert und sollte von jedem Liebhaber mechanischer Keyboards als ernsthafte Alternative betrachtet werden.

Greift zu, wenn...

… ihr gerne neue Technologie ausprobiert, die hochwertig ist und bereits ausgezeichnet funktioniert.

Spart es euch, wenn...

… euch der derzeitige Preis abschreckt und ihr lieber auf Altbewährtes zurückgreift.

Fazit

Julian Laschewski - Portraitvon Julian Laschewski
Optisch in jeder Hinsicht perfekt

Tesoros Gram SE Spectrum ist durchweg eine gelungene optische Tastatur, sowohl was Design als auch Technik angeht. Die Switches gehören zu den besten, die ich bisher testen durfte. Man merkt ihnen ihre hohe Reaktionsfreudigkeit an. Dazu sind sie so angenehm bedienbar, dass sie sich ausgezeichnet sowohl für die tägliche Büroarbeit als auch für schnelle Videospielpartien nach Feierabend eignen.

Das kompakte Design in edlem Weiß und die gleichmäßige, helle Beleuchtung unterstreichen den stark positiven Eindruck. Tatsächlich gibt es nichts, was man an der Tastatur aussetzen könnte. Selbst die etwas einstellungsarme Software ist kein Dorn im Auge, zumal sich fast alle Konfigurationen an der Tastatur direkt vornehmen lassen.

Überblick

Pro

  • sehr hochwertig verarbeitet
  • schnelle Reaktionsgeschwindigkeit (0.1 ms)
  • modernes und schönes Design
  • angenehmer Druckpunkt
  • Oberfläche aus Metall
  • Wasser- und Staubschutz
  • optische Red-Switches
  • Lebensdauer über 100.000 Stunden
  • USB-Kabel austauschbar

Contra

  • wenig Einstellungsmöglichkeiten

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