Test - The Getaway : The Getaway

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Lange mussten Freunde des virtuellen Verbrechens ausharren, bis Sonys angebliches Grafikwunder mit düsterer Verbrecher-Atmosphäre endlich erschien. Nun ist es endlich soweit und der Gangster-Thriller 'The Getaway' aus England ist erhältlich. Ob aus dem Titel wirklich der erwartete Hit geworden ist und 'GTA: Vice City' vielleicht sogar den Rang ablaufen kann, erfahrt ihr in diesem Review.

The Getaway
Schon das stimmungsvolle Hauptmenü beweist Stil.

Vom Verbrecher zum Opfer zum Verbrecher
Mark Hammond hat es nicht einfach: Nachdem der Ex-Bankräuber schon einmal vom Glück verlassen wurde und als Folge einige Jahre hinter schwedischen Gardinen verbringen durfte, wartet nun der nächste Schicksalsschlag auf ihn. Gerade als er glaubt, seine kriminelle Vergangenheit endlich hinter sich gelassen zu haben, versuchen die Männer seines ehemaligen Arbeitgebers, Gangsterboss Charlie Johlson, Hammonds Frau sowie seinen Sohn zu entführen. Da die angesetzten Ganoven nicht gerade die hellsten sind, kommt es aber sogar noch schlimmer und Hammonds Frau wird ermordet, während der junge Alex wie geplant entführt wird.

Was danach geschieht, wird für Hammond zum wahren Höllenritt. Er wird von Charlie Johlson erpresst und muss für ihn allerlei schmutzige Aufgaben erledigen, für die er direkt wieder zurück ins Gefängnis dürfte. Auch wenn Hammonds Situation ausweglos scheint, er gibt die Hoffnung nicht auf und spielt das kranke Spielchen seines alten neuen Bosses in der Hoffnung mit, zumindest das Leben seines Sohnes zu retten. Ob Hammond aus der ganzen Sache irgendwie wieder rauskommt, seinen Sohn retten kann und nicht zuletzt, weshalb Charlie Johlson überhaupt plötzlich wieder Interesse an ihm hat, erfahrt ihr in 'The Getaway'.

The Getaway
Der Anfang allen Übels: Hammonds Sohn wird entführt.

Schon bei den eben genannten Geschehnissen im Intro des Spiels wird schnell klar, dass 'The Getaway' versucht, eine möglichst realistische und zugleich filmreife Darstellung zu erreichen und dabei sowohl eine deutliche Gewaltdarstellung als auch einen regen Gebrauch von Schimpfwörtern nicht scheut. Das Ergebnis wirkt dabei aber nur selten übertrieben oder unglaubwürdig, so dass in den zahlreichen Zwischensequenzen, welche die gelungene Story vorantreiben, oft eine sehr ähnliche Stimmung aufkommt wie in englischen Gangsterthrillern à la 'Snatch' oder 'Bube, Dame, König, Gras'. Besonders wenn mit der englischen Originalsprachausgabe, die mit unverkennbar britischem Akzent daherkommt, gespielt wird, lässt sich eine starke Ähnlichkeit nicht abstreiten.

The Getaway
Bei menschlichen Schutzschildern zögern eure Widersacher oft.

Auf den Strassen Londons
Aber auch was das Gameplay angeht, ist 'The Getaway' eher schonungslos. Das merkt ihr beispielsweise schon daran, dass ihr sofort nach dem Intro in die Haut des Protagonisten schlüpft und eine heiße Verfolgungsjagd quer durch das bis ins Detail realistisch nachgebaute London bestreiten müsst. Ein Tutorial oder zumindest eine Möglichkeit, euch vorher in Ruhe die Steuerung des Spiels zu Gemüte zu führen, sucht ihr vergebens. So wird euer eigentliches Ziel des ersten Abschnittes im Spiel, die Entführer eures Sohnes zu verfolgen, wohl oder übel noch dadurch erweitert, dass ihr euch erst an das recht gewöhnungsbedürftige weil recht realistische Fahrverhalten eures fahrbaren Untersatzes gewöhnen müsst.

Übrigens steuert sich jedes der über 60 originalgetreuen Autos im Spiel verschieden durch die Strassen. Während ein gewöhnlicher Kombi nur langsam beschleunigt und, sofern ihr nicht gerade mit Höchstgeschwindigkeiten unterwegs seid, recht gut in der Spur liegt, müsst ihr euch beim Rasen im Edelflitzer aus dem Hause Jaguar darauf gefasst machen, auch mal durch die Kurven zu rutschen. Von Kleinwagen über Familienkutschen und Vans bis hin zu den guten alten Doppeldecker-Bussen könnt ihr euch alles unter den Nagel reißen, was in London so unterwegs ist.

 

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