Test - The Outfit : The Outfit

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Nicht noch ein WWII-Shooter: Mit ’The Outfit’ versucht Relic, die breitgetretenen Genre-Pfade etwas zu verlassen und die Baller-Action mit einem gehörigen Schuss Echtzeit-Strategie zu verfeinern. Ob der Versuch auf der Xbox 360 gelungen ist, klären wir im folgenden Review.

Drei-Mann-Armee

Action-Spiele mit dem Zweiten Weltkrieg als Szenario gibt es bekanntlich fast so viele wie Sandkörner am Omaha-Beach. Wer in diesem Bereich also für Aufsehen sorgen will, muss sich schon etwas Besonderes einfallen lassen. Das dachten sich wohl auch die Männer und Frauen bei Relic, die bei ’The Outfit’ nicht nur spielerisch, sondern auch in puncto Story einen etwas anderen Weg gehen. Anstatt eine möglichst realistische Umsetzung des WWII-Szenarios anzustreben, entschieden sich die Entwickler für eine überzeichnete Variante, die mit viel Selbstironie, übertriebenen Machos, teuflischen Nazi-Schergen und einer gehörigen Portion überspitzter Hollywood-Action eher an einen Comic oder einen Popcorn-Streifen erinnert.

Das erlebt ihr schon im Intro, in welchem die drei amerikanischen Helden von ’The Outfit’ fast im Alleingang eine ganze deutsche Garnison auseinander nehmen und selbst keinen Kratzer abbekommen. The Outfit ist der Name dieser Elitetruppe, die weit im feindlichen Gebiet wichtige Missionen zu absolvieren hat. Das Team besteht aus dem Raubein Captain Deuce Williams, der am liebsten raucht, mit einer Bazooka hantiert, seinen Revolver auf den Feind richtet und kein Freund langer Reden ist. An zweiter Stelle steht Leutnant John Davis Tyler – die Lieblingswaffe des besonnenen New Yorkers ist sein Gewehr, mit dem er gern auf Distanz bleibt. Ansonsten greift er öfters zur Schrotflinte und zu Molotow-Cocktails. Der dritte Soldat im Bunde ist der hitzköpfige Neuling Sergeant Thomas Macintyre, der mit einer Maschinenpistole und einem Flammenwerfer zu Felde rückt.

Action und Strategie

Ihr stürmt die feindlichen Truppen und Befestigungen aus der Third-Person-Ansicht und ballert auf Knopfdruck oder werft Granaten wie in einem typischen Shooter. Allerdings kommt man bei ’The Outfit’ nicht weit, wenn man einfach drauflosschießt, vielmehr ist etwas Köpfchen gefragt. Das Gameplay erweist sich nämlich rasch als eine durchaus originelle Mischung aus Shooter-Action und Echtzeit-Strategie. Der Dreh und Angelpunkt dieses Spiel-Mixes stellt das Ordersystem dar: Ihr könnt jederzeit ein Menü einblenden, in dem ihr beispielsweise Panzer, Geschützstellungen, Jeeps, Kanonenautos, stationäre Guns und anderes bestellt. Nur wenige Sekunden später wird das Gewünschte per Luftfracht geliefert. Sogar Soldaten lassen sich nachordern: Euch begleiten jeweils bis zu vier Kameraden, die weitgehend eigenständig im Gefecht mitmischen. Leider ist die KI eurer Kameraden nicht gerade überragend – so kann es schon mal passieren, dass sie euch in die Schussbahn laufen oder an einem Objekt hängen bleiben. Mag zynisch klingen, ist aber so: Die fehlende Cleverness eurer Mannen wird durch ihren niedrigen Preis wieder wettgemacht.

Um aber überhaupt die Extrawünsche im Militärkatalog bestellen zu können, braucht ihr natürlich genügend Moneten. Diese erhaltet ihr, indem ihr Zwischenziele erreicht, feindliche Einheiten besiegt, gegnerische Stationen einnehmt und bestimmte Ziele, wie Nazi-Statuen, beflaggte Gebäude oder feindliche Zeltlager, zerstört. Entsprechend sind die Missionen gestaltet: Ihr müsst nach und nach gegnerische Stützpunkte einnehmen, um so gleich noch einen Checkpoint zu bekommen. Außerdem müsst ihr erst wichtige Gebäude, wie Sendetürme, Panzerwerkstätten oder ähnliches, erobern, um solche Hilfsmittel im Kampf nutzen zu können. Der Feind bleibt dabei natürlich nicht untätig und versucht oftmals, einen verlorenen Stützpunkt zurückzuerobern.

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