Test - Top Gun: Combat Zones : Top Gun: Combat Zones

  • PS2
Von Kommentieren
Top Gun: Combat Zones
Wunderschöne Levelgestaltung.

Insgesamt könnt ihr in diesem Spiel in das Cockpit von acht verschiedenen Flugzeugen steigen. Zu Beginn steht ausschliesslich der F-14 Kampfjet zur Verfügung, doch im Verlaufe des Spieles schaltet ihr immer neue Flugzeuge frei. Dabei handelt es sich um drei jeweils historisch korrekte Jets, nämlich die bereits genannte F-14 Tomcat, dann die F-18 Hornet und die F-22 Raptor. Danach gibt es noch fünf Extra-Jets, nämlich die F-4 Phantom, JSF, YF-23, OSPREY und den Harrier, doch um den Harrier freizuspielen, müsst ihr das Spiel mit dem OSPREY durchspielen und in allen Missionen die Goldmedaille abräumen.

Während euren Flugmanövern gibt euch ein Radar über die geografische Lage der zahlreichen Ziele Auskunft. Gegnerische Ziele sind mit roter Farbe markiert, während alliierte Einheiten mit blauer Farbe gekennzeichnet sind. Eine Schadensanzeige informiert euch jeweils über den technischen Stand eures Jets, denn gegnerische Flugabwehrkanonen, Jets und Panzer können euren stolzen Kampfjet ziemlich in Mitleidenschaft ziehen. Erreicht die Anzeige 100%, saust ihr im Sturzflug zu Boden. Mittels Steuerkreuz könnt ihr aus zahlreichen Cockpit- und Drittperspektiven auswählen und auch nach links, rechts und hinten blicken, falls ihr Gegner an eurem Heckruder vermutet. Gerade in Luftduellen könntet ihr davon oftmals Gebrauch machen. Verfolgt ihr nämlich einen gegnerischen Jet über längere Zeit, ohne dabei Ablenkungsmanöver zu fliegen, könnte es schon sehr bald sein, dass ein zweiter Jet sich an euch hängt. Erklingt dann eine 'Incoming'-Warnung, wurde eine zielsuchende Rakete auf euch abgefeuert. Jetzt kann euch nur noch ein trickreiches Flugmanöver retten oder die Zündung des Nachbrenners, die ihr mit starkem Drücken der R1-Taste auslöst. Mit der L1-Taste steuert ihr die Luftbremse und könnt dadurch sehr enge Kurven fliegen. Eine weitere Anzeige gibt euch darüber Auskunft, wie viele der Missionsziele bereits eliminiert wurden und wie viele noch ausstehend sind.

Top Gun: Combat Zones
Zielsuchende Raketen gehören zur Grundausstattung.

Grafisch macht 'Top Gun - Combat Zones' einiges her, denn die unterschiedlichen Landschaften sind alle sehr schön in Szene gesetzt. Auch die Lichteffekte bei Tages- und Nachtmissionen sind unglaublich realistisch. Fliegt ihr mir eurem Jet in luftige Höhen, stosst ihr nach kurzer Zeit durch eine Wolkendecke und sucht dort nach gegnerischen Kampfbombern oder Jets. Auch die zahlreichen Terrains wurden hübsch modelliert und so donnert ihr mit atemberaubender Geschwindigkeit über trockene Wüsten, verwinkelte Flüsse und Canyons und vereiste Schneelandschaften. Spielt ihr das Game aus der Aussenansicht, seht ihr auch, wie sich die einzelnen Ruder des Jets bewegen oder wie beim Drücken der R1-Taste der Nachbrenner gezündet wird. Visuell ebenfalls reizvoll sind die Wiederholungen der Missionen. Hier seht ihr aus zahlreichen Aussen- und Innenkameras das Kampfgeschehen aus verschiedenen Perspektiven, inklusive ruckelnden Flugkameras. Das ganze gleicht wirklich schon Szenen aus dem gleichnamigen Film. Der einzige visuelle Mangel sind die unspektakulären Explosionen, wenn ihr gegnerische Einheiten eliminiert. Diese hätten mit Sicherheit etwas schöner gestaltet werden können.

Top Gun: Combat Zones
In der Wiederholung sieht alles noch viel schöner aus.

Das grösste Manko des Spieles dürfte die künstliche Intelligenz der Gegner sein. Gerade die gegnerischen Lufteinheiten sind praktisch nie eine ernstzunehmende Bedrohung. Manche Helikopter bewegen sich nicht mal, sondern schweben immer an Ort und Stelle und richten sich lediglich nach euch aus, sobald ihr in einen gewissen Radius kommt. Dann erst eröffnen sie das Feuer auf euch. Schiesst ihr einen Gegner ab, bevor er das Feuer auf euch eröffnen kann, gibt dies ebenfalls Sonderpunkte namens 'First Blood' auf eurem Konto. Auch die gegnerischen Kampfjets und Bomber sind nicht wirklich eine grosse Bedrohung, kann man sie doch zu leicht in Duellen austricksen. Die grösste Bedrohung sind die Bodenziele wie zum Beispiel die Flugabwehr-Türme, bewaffnete Kampfschiffe und Panzer, sowie das Zeitlimit, das wie ein Damoklesschwert während einer Mission über dem Spieler schwebt.

Auch im Soundbereich sucht man vergeblich nach dem Feeling des Filmklassikers. Imitierte Rocknummern können mit den Originalen nicht mithalten und versumpfen irgendwo in der absoluten Einöde. Es gibt keine griffigen Melodien und keine bemerkenswerten instrumentalen Arrangements, die dem Namen 'Top Gun' in irgendeiner Form gerecht werden würden. Die Soundeffekte hingegen können sich hören lassen. Sowohl die Flugmanöver als auch die Waffen hören sich anständig an und vermitteln passendes Action-Ambiente.

 

Fazit

Gameswelt Redaktion - Portraitvon Gameswelt Redaktion
Digital Integration hat sich wirklich Mühe gegeben, das steht ausser Frage. Vor allem optisch hat 'Top Gun' wirklich überrascht. Schade hingegen, dass die Story keinen grösseren Stellenwert im Spiel gefunden hat. Die Missions-Briefings zu Beginn jeder Mission werden in astreinem Militär-Englisch vorgetragen und informieren euch über die Situation und über die zu erwartenden Gegner. Leider sieht man dabei immer die gleiche Kartenpräsentation und einen dazugehörigen Lauftext. Da hätte man sicherlich abwechslungsreicher sein können. Des weiteren schreit das Spiel förmlich nach einem Mehrspieler-Modus, den man aber vergebens sucht. Die Kurzeinsätze sind hingegen gut gelungen und verhelfen dem Spiel zu einem gewissen Langzeit-Aspekt. Missionen lassen sich nur nach deren Abschluss speichern und fordern daher auch eure Geduld, da manche schon ziemlich lange dauern können. 'Top Gun - Combat Zones' ist weniger eine Simulation als ein reinrassiger Arcade-Shooter, der mittels einer interessanteren Missions-Gestaltung noch einiges besser hätte sein können. Fans des Genres wird das Spiel aber auf jeden Fall helfen, die Wartezeit bis zur Veröffentlichung von 'Ace Combat 4' zu verkürzen.  

Wertung

  • PS2
    75
    %

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel