Test - Trailblazers : Macht es euch doch selber!

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Ein bisschen Fun-, ein wenig Future- und eine ganze Ladung Arcade-Racer. Trailblazers von Supergonk mischt diese Elemente, verknüpft sie mit einer neuen, einfallsreichen Spielidee und bietet Freunden des Genres dadurch ungeahnte taktische Möglichkeiten und jede Menge Spaß beim Durchtreten des Gaspedals. Der Clou ist nämlich: Ihr zeichnet eure Beschleunigungsstreifen einfach selbst und helft damit dem eigenen Team oder bremst eure Gegner aus.

WipEout ist zu schnell, Mario Kart ruiniert eine Freundschaft nach der anderen und für Profirennspiele fehlt euch einfach das gewisse Gefühl? Kein Problem. Irgendwo in der Mitte dieses diabolischen Trios gibt es nun eine Möglichkeit, die Extreme zu meiden, ohne auf den ganzen Spaß verzichten zu müssen. Trailblazers ist die einfach gehaltene Variante eines Rennspiels, für das es wenig braucht, das nach oben hin jedoch kaum Grenzen kennt.

Das Spielprinzip ist simpel, hebt sich jedoch von anderen Arcade-Racern durch einen kleinen, aber feinen Unterschied ab. Hier seid es nämlich ihr beziehungsweise eure Teamkameraden, die Beschleunigungsstreifen in individueller Farbe auf der Fahrbahn hinterlassen, um sich selbst und anderen einen enormen Geschwindigkeitsschub zu verpassen. Je länger ihr beschleunigt und je mehr Strecke ihr hinter euch lasst, ohne irgendwo anzuecken, umso größer fällt die Belohnung aus.

Nichtsdestoweniger ist dies nur eine Möglichkeit, euer farbenfrohes Werkzeug zum Einsatz zu bringen. Ihr könnt natürlich genauso gut die Farbspuren eurer Konkurrenten übermalen und ihnen damit einen Strich durch die Rechnung machen.

Wollt ihr eurem Gegenspieler den Tag so richtig vermiesen, werft ihr ihm eine Ladung Farbe gegen sein Gefährt und bringt ihn damit ordentlich ins Schleudern. Das Manöver kostet euch zwar beinahe den gesamten Inhalt eures Farbtanks, dafür bremst ihr aber einen Gegner aus, der sich eben noch siegessicher auf der Zielgeraden wähnte, und übermalt dadurch seine Siegchancen wortwörtlich in euren Teamfarben.

Mit Köpfchen zum Sieg

Das Handling der Flitzer in Trailblazers fällt allerdings stellenweise ganz schön schwierig aus,, weswegen insbesondere Anfängern häufig Punkte verloren gehen, weil sie dann und wann Bekanntschaft mit den Leitplanken machen.

Doch gerade fehlerfreies Fahren ist neben dem geschickten Einsatz der Farbspuren das A und O auf dem Weg zum Siegertreppchen. Der Sieg lässt sich ausschließlich über Teampunkte erreichen. Wer auf einsamen Wolf macht, wird garantiert keinen Erfolg haben.

Das bedeutet aber auch, dass ihr in hohem Maße auf eure Mitspieler angewiesen seid und entsprechend auf eine glückliche Zusammenstellung durch die Spielersuche hoffen müsst.Einfluss habt ihr darauf nämlich keinen. Wer online spielt, wird einfach in eine Runde hineingeworfen und darf sich lediglich zwischen zwei vorgegebenen Rennstrecken sowie Spielmodi entscheiden. Ziemlich dürftig.

Immerhin bietet Trailblazers die Möglichkeit plattformübergreifend zu spielen, am heimischen Bildschirm im Koop aufs Gaspedal zu treten oder sich mit den Bots anzulegen, die teilweise ziemlich starke Gegenspieler darstellen. Insgesamt dürft ihr euer Können auf zehn Strecken und in fünf Spielmodi unter Beweis stellen.

Bunt, bunter …

Die Farben in Trailblazers sind knallig und harmonieren ziemlich gut mit dem humorvollen Präsentationsstil. In Verbindung mit den verrückten Spielfiguren, die fest zu den wählbaren Flitzern gehören, ergibt sich ein futuristischer und komödiantisch ansprechender Racer, der stark an klassische Arcade-Games der späten 90er erinnert.

Die Abwechslung auf den Strecken gefällt und ihr Design lässt eine Menge Liebe zum Detail erkennen. Die comichaften Hintergründe haben davon jedoch leider wenig abbekommen. Sie huschen im peripheren Blickfeld vorbei, ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Nicht, dass dies bei solch einem Spiel von Bedeutung wäre, schade ist es trotzdem.

Obwohl es abseits des eigenen Fahrzeugs und der bunten Spuren auf der Strecke nicht viel zu sehen gibt, geht die Engine immer wieder in die Knie. Bei der PC-Version machen sich die Ruckler kaum bemerkbar, auf der PS4 kommt es jedoch immer wieder zu heftigen Framerate-Einbrüchen, die das Spielgefühl nachhaltig belasten. Spielt ihr online, treten diese Probleme noch etwas häufiger auf.

Unterm Strich erhaltet ihr eine zweckmäßige Grafik und eine ebensolche Technik, die nur selten begeistert. Dafür hatte Entwickler Supergonk jedoch in anderen Bereichen den richtigen Riecher. Das Streckendesign ist ziemlich gelungen und die verschiedenen Möglichkeiten, die Runden hinter sich zu bringen, sorgen für viel Langzeitspaß.

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