Special - World Cyber Games Deutschland Finals : Special

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    Für das diesjährige Deutschland-Finale der World Cyber Games (WCG) vom 9. bis 11. September wurde eine Location der besonderen Art gewählt: Im künstlichen Urlaubsparadies Tropical Islands unter Palmen nahe Berlin rangen 200 der besten WCG-Spieler in insgesamt sechs PC- sowie zwei Konsolen-Turnieren um den Einzug ins internationale Finale. Was hinter dem Phänomen eSports steckt und was für Menschen diese e-Athleten sind, wollten wir uns nicht entgegen lassen. Und so schickten wir unseren Redakteur für besondere Einsätze, Stephan Lindner, in die Höhle des Löwen bzw. in die schwülen Tropen.

    Grauenvoller Morgen

    Ein Journalist ist immer im Einsatz. Dieser Grundsatz wurde mir gegen 7:18 Uhr im Zug Richtung Nürnberg knallhart bewusst. In der fränkischen Hauptstadt angekommen, stürzte ich mich noch im Wachkoma und mit geröteten Augen stumpfsinnig wie ein Zombie hinab in die U-Bahn. Leider musste ich dort vor dem verschlossenen Eingang mit Entsetzen feststellen, dass ver.di den öffentlichen Nahverkehr lahmgelegt hatte. Zähneknirschend ließ ich mir auf dem Weg zum Flughafen von einem fränkischen Prachtexemplar von Taxifahrer ausgiebig die Hintergründe des Tarifkonflikts erklären. Hätte ich doch nur den Nachrichten des Tages meine Aufmerksamkeit geschenkt.

    Endlich saß ich im Flugzeug und konnte kurze Zeit später den umgerechnet sündhaft teuren Bord-Kaffee genießen. Den ersten Lichtblick des Tages erlebte ich dann über dem Himmel von Berlin. Zwar wurde ich wegen meines Platzes neben den Propellern des Turboprop-Fliegers taub, doch da schwebte ich schon voller Vorfreude auf Tropical Islands im wahrsten Sinne des Wortes über den Wolken. Nun war es eigentlich nur noch ein Katzensprung ins karibische Paradies, das ich nach einer kleinen Irrfahrt durch ganz Berlin und die Niederlausitz gegen Mittag erreichte: Vor mir türmte sich unüberschaubar die mächtige Halle auf, in der eigentlich einmal riesige Cargo-Lifter, Lastzeppeline für den weltweiten Transport großer Frachten, gebaut werden sollten.

    Schwitzen in der künstlichen Schwüle

    Bei kuscheligen 28 Grad und einer gefühlten Luftfeuchtigkeit von 100 Prozent ging mir nach ein paar Metern die Puste aus. Ich beschloss also, mich von einigen Kleidungsstücken zu trennen. Halbnackt stand ich nun in der künstlichen Traumlandschaft vieler Deutscher Touristen. Und das Beste an der Sache war: Hier ist Jetlag unbekannt und sogar die Einheimischen sprechen unsere Sprache. Man muss nicht in den Urlaub fahren, denn der Urlaub kommt hierher. Einfach phantastisch. Völlig von den Eindrücken überwältigt, fiel ich kurze Zeit später erschöpft und mit der Nase voran in den weißen Sandstrand, wo sich schon Kollege Ben Schmädig von 4Players eingegraben hatte. Als ich wieder zur Besinnung kam und endlich bemerkte, dass die Hula-Klänge eigentlich vom Band aus den Lautsprechern dröhnten, konnte ich sie verborgen hinter Palmen bei ihren Strandzelten sehen: die eSportler!

    Gut 200 der erfolgreichsten Spieler waren angereist, um in Einzel- oder Mannschafts-Wettbewerben in insgesamt acht Turnieren, wie beispielsweise ’Warcraft 3: The Frozen Throne’, ’Dead or Alive: Ultimate’ oder ’Counter-Strice: Source’, die Besten unter ihresgleichen zu ermitteln. Erstaunt zog ich durch die Reihen der aufgestellten Spielstationen, vor denen hochkonzentrierte Teilnehmer unter anderem in ’Halo 2’, ’Starcraft: Brood War’, ’Need for Speed: Underground 2’, ’Fifa Soccer 2005’ sowie ’Warhammer 40.000: Dawn of War’ gegeneinander antraten.

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