Test - World Rally Championship 4 : World Rally Championship 4

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World Rally Championship 4
Regenrennen.

Als ebenfalls erschwerend diesen Fahrstil aufrecht zu erhalten, erweist sich das Schadensmodell. Zwar hätte ich wenigstens optisch etwas mehr von meinen Ausritten in die Umgebung und Kollisionen mit Bäumen erwartet, dafür wirken sich Schäden aber negativ auf die Fahreigenschaften eures Wagens aus. Fünf Dinge können nämlich an eurem Fahrzeug kaputt gehen, wobei es hier Abstufungen nicht zu geben scheint. Das jeweilige Teil ist also entweder defekt oder nicht.
Wer jetzt denkt, dass daher zwischen den einzelnen Etappen Zeit in die Reparatur dieser Schäden investiert werden muss, der irrt sich. Auf der nächsten Strecke ist euer Flitzer einfach wieder repariert und bringt daher die Leistung eines unversehrten Fahrzeugs.

Die Autos können überdies ziemlich viel einstecken, bis sich ein deutlicher Schaden bemerkbar macht und sich die Fahreigenschaften dann klar verschlechtern. Ein paar findige Köpfe sehen sich jetzt schon querfeldein Abkürzungen nehmen, um so die Strecke möglichst schnell bewältigen zu können. Abgesehen davon, dass dies in den meisten Etappen schlichtweg nicht möglich ist, wurde auch dieser Vorgehensweise ein Riegel vorgeschoben: Verlasst ihr die Piste, wird euer Auto ziemlich langsam, so dass dieses Vorgehen kontraproduktiv wird. Im Gegenzug werdet ihr, wenn ihr zum Beispiel in einen Abgrund stürzt, nach drei Sekunden wieder auf die Strecke gesetzt.

Was wäre ein anständiges Rally-Spiel, wenn sich nicht auch das Setup der Wagen ändern liesse? - Nun, auch das könnt ihr hier tun, wobei allerdings kein Feintuning möglich ist. Den zu jeder der fünf Einstellungsmöglichkeiten gibt es nur drei Stufen, so dass ihr beispielsweise eine zunehmende, normale oder starke Bremsstärke wählen oder die Federung auf weich, mittel oder hart stellen könnt. Zum einen macht es auch wenig Sinn, die vorgegebenen Einstellungen zu ändern, da diese bereits passend gewählt sind, zum anderen wären andere Setups meist völlig unlogisch. Dazu kommt, dass die Wetterverhältnisse sich auf den Strecken im Verlauf des Rennens auch nicht mehr ändern, so dass kein taktischer Freiraum aufgrund von Prognosen offen bleibt. Ob ihr mit eurem Setup richtig liegt, könnt ihr übrigens vor dem eigentlichen Rennen noch austesten.

World Rally Championship 4
Der Sonne entgegen

Neben den abwechslungsreichen Strecken können auch die Wagen und deren Insassen gefallen. Da sich die Macher die offizielle Lizenz geschnappt haben, dürft ihr alle Wagen, Strecken und - als nette Zugabe - auch die Fahrer und Co-Piloten der Rally-Saison 2001 bewundern. Kurz vor Rennbeginn schaltet die Kamera ins Cockpit, in dem die beiden Herren sitzen. Leider sind von den Kerlen aber im späteren Rennen nur noch die Hände zu sehen, da ein Seitenblick fehlt. Daneben wurden auch die Cockpits selbst ihren realen Vorbildern nachmodelliert und selbst die Wagen verändern sich im Laufe eines Rennens: Fahrt ihr nämlich über eine staubige Strecke, dann ist auch euer Fahrzeug im Ziel mit einer feinen Staubschicht bedeckt.

Ebenfalls gut gelungen ist die doch akzeptable Weitsicht und die verschiedenen Licht- und Schatteneffekte, die für gute Laune auf dem Weg zum nächsten Checkpoint sorgen. Da sich 'World Rally Championship' auch an den realen Rennkalender hält, dürft ihr euch an den verschiedenartigsten Locations austoben, die natürlich auch optisch alle individuell gestaltet sind. Sei es, dass ihr zu Beginn über asphaltierte Strecken in der Umgebung von Monaco oder über Landstrassen im nasskalten England brettert.

World Rally Championship 4
In Portugal

Wie bereits angesprochen, ist das Schadensmodell wenigstens optisch etwas mager ausgefallen. Zwar gibt es kaputte Scheinwerfer, Scheiben und auch Blechschäden, allerdings wirken sich Kollisionen nur auf die Front sichtbar aus, wobei ihr es auch mit der grössten Anstrengung nicht schaffen werdet, das Auto schrottreif zu fahren.
Ausserdem sind die Zeitvorgaben, die je nach Schwierigkeitsstufe für jeden Streckenabschnitt festgelegt werden, stellenweise doch sehr eigenartig ausgefallen - während ihr meint, tadellos ein Teilstück hinter euch gebracht zu haben, liegt ihr plötzlich ein paar Sekunden hinter dem Führenden, wohingegen ihr beim nächsten Checkpoint, trotz Fahrfehler, wieder an der Spitze liegt.

Etwas unausgereift erscheint auch der Mehrspieler-Modus, in dem ihr mittels Splitscreen gegen euren Kollegen antreten könnt. Weiter sind auch die Ladezeiten sehr lang ausgefallen, so dass ihr ungefähr eine Minute warten müsst, bis ihr euch ins Rennen stürzen könnt. Wenn man bedenkt, dass die kürzesten Etappen nicht viel länger dauern, dann ist das schon eine Menge.

 

Fazit

von Ronny Mathieu
'World Rally Championship' wird vor allem durch die einfache und direkte Steuerung viele Anhänger unter den Rennsport-Einsteigern finden, zumal sich die Autos sehr arcadelastig durch die Kurven scheuchen lassen. Dazu kommt, dass nach jeder Etappe abgespeichert werden kann, so dass sich auch dadurch die Schwierigkeit in Grenzen halten dürfte. Weiter wird dem Simulations-Fan ein besseres und vor allem feineres Tuning fehlen, und schliesslich müssen die Wagen zwischen den Etappen nicht einmal repariert werden. Davon abgesehen macht der Titel eine Menge Spass: Die Landschaften und Strecken sind abwechslungsreich und schön gestaltet. Neben den üblichen Spielmodi könnt ihr euch in 14 verschiedenen Ländern austoben, so dass wenigstens von der Streckenvielfalt keine Langeweile aufkommen sollte. Wer sich gerne durch Dreck und Staub kämpft und sich nicht an dem etwas zu leichten Schwierigkeitsgrad stört, sollte daher ruhig zugreifen.  

Wertung

  • PS2
    78
    %

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