Test - WWF SmackDown!: Just Bring It! : WWF SmackDown!: Just Bring It!

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Bereits auf der PSone konnte THQs 'SmackDown!'-Reihe die Wrestlingfans begeistern. Gründe dafür waren die sehr gute Spielbarkeit und die damals spektakuläre Grafik, die von der erfolgreichen WWF-Lizenz abgerundet wurden und somit auch Gelegenheitsspielern zu gefallen wusste. Mit 'WWF SmackDown! Just Bring It!' steht ausserdem nicht nur der dritte Teil der Serie vor der Tür, sondern auch der erste, der auf der PlayStation 2 erscheint und somit vor allem grafisch hohe Erwartungen zu erfüllen hat. Ob der Sprung auf die PS2 gelungen ist, und welche Kaufgründe Besitzer der Vorgänger haben, lest ihr in diesem Review.

WWF SmackDown!: Just Bring It!
Das neue, animierte Hauptmenü.

Über 70 verschiedene Matcharten?
Bereits bei dem Intro zu 'WWF SmackDown! Just Bring It!' werden einige Fans erste Unterschiede zu den Vorgängern bemerken. Bisher waren immer spektakuläre Ausschnitte aus realen Kämpfen zu sehen, die dank rockiger Musik und schnellen Schnitten gut zur Geltung kamen. Nun allerdings werdet ihr von aufwändigen Rendersequenzen auf die Action eingestimmt. Danach findet ihr euch auch schon im animierten Hauptmenü des Spiels wieder. Hier stehen euch folgende Auswählen zur Verfügung: 'Exhibition', 'Story Mode', 'Options', 'Theater' und 'Create Mode'. Wer durch die kleine Auswahl nun um den Umfang des Spiels fürchtet, kann beruhigt werden. Bei den im Hauptmenü sichtbaren Auswahlen handelt es sich quasi um Kategorien und nicht um tatsächliche Modi.

Falls ihr nämlich ein 'Exhibition'-Match bestreiten wollt, muss danach erst einmal die Art des Kampfes gewählt werden, und hier steht euch mehr Auswahl denn je zur Verfügung. Angefangen beim normalen Singles-Match bei dem zwei Wrestler gegeneinander antreten und derjenige gewinnt, der den anderen drei Sekunden lang am Boden auf dem Rücken liegend halten oder zur Aufgabe zwingen kann, gibt es bis hin zum 'Hell in a Cell'-Match alles, was sich ein Wrestlingfan wünschen kann. Alle Matcharten, die im Spiel zu finden sind, gab es zwar schon in 'WWF SmackDown! 2', dank der Hardware-Power der PS2 gibt es allerdings fast überall nützliche Verbesserungen. Beispielsweise können nun bis zu sechs Kämpfer an einem 'Hell in a Cell'-Match teilnehmen, nicht nur zwei wie auf der PSone.

Genau dadurch lassen sich nebenbei auch die gross angekündigten 78 verschiedenen Matcharten erklären. Jede Variation zählt hier als eigene Matchart, so dass das 'Laddermatch' alleine bereits viermal zählt, da hier sowohl alleine, im 'Tag Team', zu dritt und schliesslich zu viert angetreten werden kann. Nichtsdestotrotz bleibt die Menge der Matcharten bei 'WWF SmackDown! Just Bring It!'
beeindruckend und bisher einzigartig. Das Wegfallen des ohnehin nicht sehr überzeugenden 'Casketmatches' des Vorgängers wird wohl jeder Fan verschmerzen können.

WWF SmackDown!: Just Bring It!
Wieder stehen zahlreiche Matcharten zur Verfügung.

Der Story-Modus wurde dieses Mal kräftig überarbeitet und beschränkt sich ausschliesslich auf euren ausgewählten Wrestler, doch dazu später mehr. Die Optionen bieten die gewohnten Einstellmöglichkeiten wie den Schwierigkeitsgrad oder die Lautstärkeregelung und im Theater-Modus könne diverse Filmchen - wie beispielsweise ein Trailer zu 'Dark Summit' und die Werbespots zu 'WWF SmackDown!' und 'WWF SmackDown! 2' - angesehen werden. Die 'Create'-Modi umfassen diesmal Create-A-Wrestler, Create-A-Stable und Create-A-Taunt. Create-A-PPV aus dem zweiten Teil ist leider verschwunden. Create-A-Wrestler bietet euch wie gewohnt die Möglichkeit, einen eigenen Wrestler zu erstellen und von Aussehen bis hin zum Repertoire an Moves, die der Wrestler besitzen soll, alles selber zu bestimmen. Hier gibt es wie schon beim Vorgänger wenig zu kritisieren, da sowohl die Auswahl an optischen Elementen als auch die Anzahl der verfügbaren Moves sehr hoch ausgefallen ist und man somit viele Möglichkeiten hat.

Bei Create-A-Stable könnt ihr - wie der Name schon sagt - ein Stable, also eine Gruppierung, erstellen und benennen. Das Erstellen von solchen Gruppierungen hat beispielsweise den Effekt, dass die Wrestler, die sich in der Gruppe befinden, sich gegenseitig helfen werden, indem sie in die Matches des Kumpels eingreifen. Create-A-Taunt bietet euch die Möglichkeit, einen eigenen Bewegungsablauf zu erstellen, den ihr dann als 'Taunt', einsetzen könnt. Als 'Taunt' versteht man eine provozierende Geste, wie beispielsweise das Posieren vor dem Gegner. Eure Möglichkeiten in diesem Modus sind fast unbeschränkt, da ihr alle möglichen Posen und Bewegungen kombinieren und verschmelzen könnt, um euch eine eigene Geste zurechtzumachen.

WWF SmackDown!: Just Bring It!
Die Einmärsche der Wrestler sind realistischer denn je.

Detaillierte Gesichter, klobige Körper und flache Fans
Bei der Grafik von 'WWF SmackDown! Just Bring It!' gibt es viel zu loben und ebensoviel zu kritisieren. Was sofort positiv auffällt, sind die bis ins letzte Detail ausmodellierten Gesichter der rund 50 Wrestler. Beispielsweise an den schön runden Nasen lässt sich erkennen, wie viel Zeit wohl in die Bearbeitung der Gesichter geflossen ist. Ebenfalls neu sind hier die Lippen, die sich tatsächlich bewegen. Bei den Vorgängern wurden Lippenbewegungen durch eine sich verändernde Textur dargestellt, hier bewegt sich der ganze Kiefer, wodurch das Ganze ungleich realistischer erscheint. Einziger Negativpunkt hier sind die Haare der Wrestler, die genau wie im Vorgänger unrealistisch als Ganzes herumflattern, falls jemand mit längeren Haaren im Ring stehen sollte. Ausserdem ist hier auch qualitativ eher minderwertiges Alpha-Blending verwendet worden, so dass man sich nicht wirklich an echte Haare erinnert fühlt.

Leider nicht annähernd so detailliert zeigen sich die eigentlichen Körper der Muskelberge. Vor allem an den Schultern lassen sich des öfteren unangenehme Ecken und Kanten erkennen, die je nach Winkel auch an anderen Stellen am Oberkörper festgestellt werden können. Bei den Animationen hingegen gibt es praktisch nichts zu beklagen. Alle Moves sind mit viel Liebe zum Detail animiert worden und können rundum überzeugen. Auch wenn sich ein Wrestler mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Boden krümmt oder sich den Rücken hält, gibt es keinen Anlass zur Kritik. Verwunderlicherweise wirken aber alle Animationen, bei denen ein Wrestler geht oder rennt, sehr steif und unnatürlich. Beispielsweise könnt ihr bei den Einmärschen der Kämpfer, bei denen neuerdings sogar das originale Titantron-Video gestreamt wird, beobachten, wie die Arme viel zu weit vom Körper weggehalten werden.

 

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