Test - WWF SmackDown!: Just Bring It! : WWF SmackDown!: Just Bring It!

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WWF SmackDown!: Just Bring It!
Bis zu acht Wrestler tummeln sich im Ring.

Wieder gemischte Gefühle gibt es bei den verschiedenen Arenen im Spiel. Zwar sind alle Sets der jeweiligen Sendung als auch der Ring sehr detailliert gestaltet, bei den Fans allerdings handelt es sich wie schon bei den Vorgängern um verwaschene Sprites, die mit wenigen Animationsphasen langweilen. Der schliesslich letzte Kritikpunkt ist das starke Flimmern, das an jeglichen Kanten als auch an diversen Texturen wahrgenommen werden kann, sowie die starke Kantenbildung. Bestes Beispiel sind die Gitter der Eingangsrampe, die vor allem bei flachen Kamerawinkeln flimmern, was das Zeug hält. Beim sogenannten Aliasing lässt sich nicht mehr viel hinzufügen, es ist einfach unangenehm stark vorhanden und trübt die ansonsten sehr gute Bildqualität stark, da alle schrägen Linien automatisch betroffen sind und sehr deutliche 'Treppen' sichtbar werden.

Ansonsten sollte noch die dank PS2 sehr flüssig laufende Engine des Spiels gelobt werden. Auch wenn sich ganze acht Wrestler im Ring tummeln und zusätzlich noch der neue, interaktive Ringrichter nach dem Rechten sieht, läuft das Spiel mit völlig konstanten 50 Einzelbildern in der Sekunde.

Kommentar - wie er schlimmer nicht sein könnte
Eines der von 'SmackDown!'-Fans meistgewünschten Features war bisher der Kommentar, den beispielsweise die Wrestling-Spiele von Acclaim schon immer boten. Mit 'WWF SmackDown! Just Bring It!' wird sich das aus mehreren Gründen ändern. Einerseits wird der Wunsch nun einfach unnötig, da es nun tatsächlich Kommentar von Tazz und Michael Cole gibt und andererseits ist der Kommentar so schlecht, dass ihn viele sogar wegwünschen werden. Zumindest letzteres ist dank getrennten Lautstärkereglern in den Optionen auch möglich.

Wer sich nun fragt, was daran so schlimm sein kann, sollte sich einfach folgendes vorstellen: Tazz und Michael Cole kommentieren das Ringgeschehen, indem sie verschiedene, meist schlicht völlig falsch betonte, Sätze sagen wie 'I wanna see The Rock doing a People's Elbow' bei denen dann sowohl vor und nach dem Namen des Wrestlers als auch des Moves eine Pause von etwa einer Sekunde liegt. Da bei der Aufnahme alles nur einmal gesprochen worden ist, stimmt zudem meist die Betonung nicht. Der 'People's Elbow' beispielsweise wird recht aufgeregt ausgesprochen, wie es zum Beispiel der Fall wäre, wenn er gerade überraschend ausgeführt wird und ein Highlight darstellt. Da der obige Satz aber mitten im Match beziehungsweise meist sogar während einer nicht so spannenden Phase gesagt wird und zudem auch 'normal' ausgesprochen wird, passt das Ganze einfach nicht zusammen. Ansonsten sagen die beiden Kommentatoren dann noch oft, welcher Move gerade ausgeführt wird. Hier gibt es abgesehen von recht seltenen Falschaussagen eigentlich nichts zu bemängeln, nur dass bei 'Finisher'-Moves der Name zweimal genau gleich ausgesprochen wird, was sehr künstlich wirkt.

WWF SmackDown!: Just Bring It!
Kane kündigt sich an.

Bei den restlichen Elementen des Sounds kann man schon eher hinhören. Wie gewohnt werden während den Einmärschen der Wrestler die aktuellen Musikstücke abgespielt. Deren Gefallen ist natürlich Geschmackssache. Auch während den Matches gibt es Musik zu hören, hier dann allerdings nur kurzweilige Rock-Stücke mit gelegentlichen Rap-Einlagen, die aber selbst bei den Standard-Lautstärkeeinstellungen kaum zu hören sind. Die Soundeffekte sind wie gewohnt gut, wenn auch unspektakulär. Vom Krachen beim Aufprall auf dem Ringboden bis hin zum Dehnen der Seile ist alles vorhanden und kann auch überzeugen.

Altbewährtes Gameplay mit neuen Feinheiten
Beim Gameplay von 'WWF SmackDown! Just Bring It!' hat sich eigentlich am wenigsten getan, vergleicht man den Titel mit seinem Vorgänger. Die einzige entscheidende Veränderung ist die leicht gesenkte Geschwindigkeit, mit der die Kämpfe ablaufen. Wer die Vorgänger kennt, der weiss, dass das Gameplay sehr unkompliziert und vor allem schnell war, fast schon zu schnell, um als realistische Wrestlingmatches durchzugehen. Dass die Action nun also etwas langsamer von statten geht, weiss durchaus zu gefallen und erhöht im Endeffekt auch den Realismus des Spiels.

Wie bereits erwähnt, wurde intensiv am Story-Modus herumgeschraubt, leider sind die Veränderungen nicht nur guter Natur. Der Namenswechsel summiert die Veränderung eigentlich ganz gut: Statt wie bisher im 'Season'-Modus spielt ihr nicht endlos weiter, verdient oder verliert Titel und durchlebt eben mehrere 'Seasons', sondern ihr spielt verschiedene Storylines, die nicht nur bedeutend kürzer, sondern auch weniger motivierend als die 'Seasons' beim Vorgänger sind. Ihr fangt nämlich jedes Mal mit derselben Zwischensequenz an, trefft eine Entscheidung und habt je nach gewähltem Weg immer dasselbe Match. Natürlich sind die möglichen Pfade recht zahlreich, da ihr bis zu fünf konkrete Entscheidungen per Storyline treffen müsst, allerdings kann der Story-Modus hauptsächlich dadurch motivieren, dass ihr für das Erkunden von neuen Storylines geheime Wrestler, Moves und andere Boni bekommt.

WWF SmackDown!: Just Bring It!
Auch eigene Wrestler können erstellt werden.

Die Steuerung von 'WWF SmackDown! Just Bring It!' mag anfangs etwas kompliziert erscheinen, ist aber sehr schnell erlernt und auch verinnerlicht, so dass langen Multiplayer-Sessions nichts im Wege steht. Ihr kombiniert die Aktionstasten - von denen eine für Moves und eine für Schläge und Tritte zuständig ist - mit den Richtungstasten und führt so verschiedene Angriffe aus. Beispielsweise führt ihr einen normalen Schlag aus, wenn ihr nur X drückt. Drückt ihr aber gleichzeitig nach unten, werden die meisten Wrestler eine 'Clothesline' oder einen 'Dropkick' zeigen. Abgewehrt und gekontert wird mit der Viereck-Taste. Bei korrektem Timing könnt ihr so zahlreiche Konter ausführen, die unter Umständen sogar das Match entscheiden können, da sie euch Gelegenheit geben, euren 'Finisher' per L1 zu zeigen, sofern euer Energiebalken sich mindestens einmal gefüllt hat. Mit der R1-Taste klettert ihr aus oder in den Ring und hebt diverse Gegenstände auf, mit denen ihr auch eure Gegner verdreschen könnt. Mit L2 führt ihr eure 'Taunts' aus, die nicht nur cool aussehen, sondern auch euren Energiebalken auffüllen, der wie bereits erwähnt wichtig ist, um 'Finisher' auszuführen. Um euren Fokus zu wechseln - also einen anderen Wrestler oder gar den Ringrichter ins Visier zu nehmen - drückt ihr die R2-Taste. Durch einen kleinen Farbindikator nahe eures Energiebalkens könnt ihr dann feststellen, wen ihr gerade als Ziel habt. Leider dauert es oft viel zu lange, bis man denn endlich den richtigen Kontrahenten anvisiert hat, vor allem wenn sich 8 Gegner im Ring tummeln, wie beim 'Royal Rumble'.

Zu guter Letzt sollte noch der riesige Speicherbedarf von 'WWF SmackDown! Just Bring It!' erwähnt werden. Solltet ihr nämlich Daten irgendeiner Art speichern, müsst ihr volle 4MB Speicherkapazität eurer Memory Card opfern. Wer nicht mal eben die halbe Memory Card leeren kann, wird leider enttäuscht, da der Spielstand auch dann so gross ist, wenn nur wenige Einstellungen oder selbst erstellte Wrestler gespeichert werden.

 

Fazit

von Sascha Szopko
THQs neustem Titel für Wrestlingfans stehe ich leider mit sehr gemischten Gefühlen gegenüber. Jedes Element des Spiels kann sowohl mit Stärken als auch mit teils recht starken Schwächen aufwarten. Die Grafik beispielsweise bietet neben detaillierten Gesichtern, realistischen Animationen und einem sehr flüssigen Spielablauf auch spärlich ausmodellierte Körper, flache Zuschauer und ein starkes Flimmern sowie Aliasing (Treppeneffekt bei schrägen Linien). Der Sound wurde mit einem wirklich miesen Kommentar 'bereichert', bietet ansonsten aber die gewohnte Qualität, wenn dieser sich auch vorwerfen lassen muss, ziemlich abwechslungslos zu sein. Das Gameplay hat sich einen Schritt nach vorne und zwei nach hinten entwickelt, da der Story-Modus zumindest in der momentanen Form absolut kein Ersatz zum lange motivierenden 'Season'-Modus der Vorgänger ist. Für Wrestling-Fans ist 'WWF SmackDown! Just Bring It!' sowieso ein Pflichtkauf und wird wohl kaum wirklich enttäuschen, da neben den gewohnten Updates auch technische Neuerungen mit am Start sind. Alle anderen sollten dann über einen Kauf nachdenken, wenn ein kurzweiliges Mehrspieler-Spiel gesucht wird, bei dem man seine Mitspieler auf spektakuläre Art und Weise verprügeln kann. Trotz diverser Verschlimmbesserungen stellt 'WWF SmackDown! Just Bring It!' auf jeden Fall die aktuelle Referenz im Genre dar.  

Wertung

  • PS2
    82
    %

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