Preview - Yakuza 6: Das Lied des Lebens : Das Finale der Open-World-Saga

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Kazuma Kiryu ist ein anderer Mensch. Vorbei sind die Zeiten als gefürchtetes Yakuza-Mitglied mit legendärem Ruf in der Unterwelt von Tokio – der alternde Ex-Gangster hat ein neues Leben begonnen. Doch so sehr er sich auch bemüht, seiner dunklen Vergangenheit kann der einstige Drache von Dojima nicht entfliehen ...

Alte Sünden zwingen den Ex-Yakuza sogar wieder ins Gefängnis. Kazuma glaubt, nur so weiteren Schaden von Ziehtochter Haruka und den Kindern in seinem Waisenhaus abwenden zu können. Doch alles kommt anders: Als er nach zwei Jahren entlassen wird, ist Haruka spurlos verschwunden. Also macht sich Kazuma auf die Suche nach der jungen Frau.

Zwar soll es sich bei Yakuza 6: Das Lied des Lebens um das Finale der Reihe handeln, dennoch muss man die Vorgänger nicht zwingend kennen: Das Spiel macht euch zu Beginn mit der bisherigen Geschichte und den wichtigsten Charakteren vertraut. Langjährige Spieler der Reihe sind dagegen sofort drin und freuen sich über ein Wiedersehen mit alten Bekannten wie dem durchgeknallten Goro Majima oder dem ehrlichen Polizisten Makoto Date. Dabei wird wieder viel Japanisch gesprochen, verständlich gemacht durch englische Untertitel. Das erfordert etwas Eingewöhnung, klappt dann aber prima.

Die Geschichte nimmt schnell Fahrt auf und führt Kazuma einmal mehr ins berüchtigte Kamurocho zurück. Das Vergnügungsviertel von Tokio pulsiert wie eh und je: Kneipen, Restaurants, Nachtclubs und Geschäfte stehen Tür an Tür, dazwischen tummeln sich wenige ehrliche und viele zwielichtige Gestalten. Es dauert nicht lange, bis Kazuma in einen erbitterten Machtkampf zwischen den Yakuza vom Tojo-Clan und den chinesischen Triaden gerät.

Ich mach dich Krankenhaus!

Wer neu dabei ist, lernt rasch, dass Kazuma zwar gerne und viel spricht, aber noch lieber die Fäuste fliegen lässt. Während ihr durch die Straßen schlendert, tauchen immer wieder Fieslinge auf, denen ihr auf die Mütze kloppen müsst. Die Ladezeiten früherer Teile sind passé, stattdessen könnt ihr einzelnen Raufbolden oder ganzen Gruppen direkt auf die Zwölf zimmern. Kazuma setzt auf Faustschläge, Fußtritte, Würfe und den Einsatz von Reklameschildern oder Fahrrädern. Die Fights steuern sich eine Ecke flüssiger und präziser als in den früheren Spielen und sehen dank insgesamt hübscherer Grafik fesch aus.

Auf verschiedene Kampfstile müsst ihr dagegen verzichten – diesmal prügelt Kazuma nur auf eine einzige Art und Weise, aber immer noch vielfältig. Hat sich im Kampfverlauf eine Leiste gefüllt, stehen besonders heftige Schläge oder Finisher an: Da küsst die Visage des Feindes die nächste Hauswand oder macht Bekanntschaft mit dem Straßenbelag. Selbstverständlich bekommt ihr es auch mit dicken Brocken zu tun, bei denen Blocks, Ausfallschritte oder Konter besonders wichtig sind. Habt ihr dem Gesocks das Fressbrett poliert, fließen die Erfahrungspunkte. Auch durch Snacks und Getränke füllt ihr die verschiedenen Kategorien, um damit neue Fertigkeiten freizuschalten.

Vielfältiges Vergnügen

Zwischen Story und Schlägereien erwarten euch in Yakuza 6 unzählige schöne Ablenkungen. Denn die meisten Geschäfte haben geöffnet und wirken einladend auf vergnügungssüchtige Altverbrecher. Die Palette reicht vom schnellen Snack beim Imbiss über schlüpfrige Treffen mit offenherzigen Damen bis hin zum Besuch der Spielhalle Club Sega. Gerade Letztere lässt Spielerherzen höherschlagen, denn gegen kleines Geld zockt ihr gut emulierte Klassiker wie Virtua Fighter oder Super Hang-On.

Soll es etwas sportlicher zugehen, schwingt Kazuma den Baseball- oder Golfschläger. Außerdem steht es euch frei, in der Karaoke-Bar Songs in Quick-Time-Form zu schmettern, einen Tauchausflug zu wagen oder als Katzensitter zu glänzen. Sämtliche Aktivitäten fallen wunderbar kurzweilig aus und sind optional.

Ebenfalls völlig frei, aber fast immer ein Erlebnis sind diverse Nebenaufgaben, auf die Kazuma zufällig stößt. So probiert er eine etwas aufdringliche Sprachassistentin fürs Smartphone aus oder sucht einen besonderen Fanartikel für ein Mädchen. Die Geschichtchen lohnen sich auch deswegen, weil ihr dadurch viel in der Gegend herumkommt und einiges von der Stadt seht.

Yakuza 6: The Song of Life - Many Minigames Trailer
In Yakuza 6: The Song of Life gibt es zahlreiche Minispiele, die im Fokus dieses neuen Trailers stehen.

Nach ungefähr drei Stunden Spielzeit, die bereits vollgepackt sind mit dramatischen wie auch komischen Momenten, steht jedoch ein Ortswechsel an. Kazuma verlässt Kamurocho und bricht zu neuen Ufern auf. Das stimmt wortwörtlich, führt es den alternden Kämpfer doch in das Hafenstädtchen Onomichi. Dort geht es nur auf den ersten Blick beschaulicher zu als im bunten und lauten Kamurocho …

Obwohl die Mischung ziemlich merkwürdig klingt, geht sie auf: Die spannende, wendungsreiche Story, heftige Schlägereien und viele Nebenaufgaben machen Yakuza 6: Das Lied des Lebens attraktiv. Technische Verbesserungen, primär die allgemein polierte Grafik, minimale Ladezeiten und eine verbesserte Steuerung lassen Yakuza 6: Das Lied des Lebens zum bisher hübschesten und am besten spielbaren Serienteil werden.

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