Test - Zoo Tycoon DS : Zoo Tycoon DS

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Klassische Aufbau-Strategiespiele sind auf Handhelds eine absolute Rarität. Umso erfreulicher, dass Altron eine Umsetzung des PC-Titels ’Zoo Tycoon’ auf Nintendos DS gewagt hat. Ob das tierische Management-Spiel für unterwegs überzeugt, erfahrt ihr im Test.

Niedliches Getier und gaffende Besucher

Jedes System braucht eine Aufbau-Simulation, so auch der Nintendo DS. THQ möchte nun diese Lücke schließen und präsentiert eine Umsetzung der ´Zoo Tycoon´-Serie. Leider zeigt das Spiel auf eindrucksvolle Weise, wie man den Touch-Screen NICHT nutzen sollte ...

Das Konzept ist recht simpel: Ihr müsst einen Zoo bauen, wo sich sowohl Tiere als auch Besucher möglichst wohl fühlen. Für Erstere braucht es passende Gehege, artgerechte Böden und ein paar Pflanzen, für Letztere bastelt ihr an Wegen, Essensständen und Toiletten herum. Zwischendurch variiert der geschäftstüchtige Tycoon die Eintrittspreise und investiert Geld in die Forschung, damit er neue Tierarten fachgerecht halten darf. Genre-Profis merken schon: Da steckt kaum etwas Besonderes dahinter, ´Zoo Tycoon DS´ beschränkt sich auf diverse Grundelemente.

Auch das Design birgt keine echten Überraschungen: Entweder ihr wählt eines von 18 Tutorials bzw. Szenarios aus oder lasst gleich die kreative Sau raus, dank Sandkastenmodus. In ersterem Fall müsst ihr unter Zeitdruck bestimmte Ziele erreichen, z.B. ein Minimum an Profit oder Zufriedenheit von Tieren bzw. Personen.

Erstes Manko: Bei einigen Problemen oder Missständen muss der Spieler raten, wie diese zustande kommen. Beispielsweise wird nicht einmal in der Anleitung erklärt, welche Punkte die allgemeine ´Zoobewertung´ hinreichend beeinflussen oder wie ich ein krankes Tier gesund pflegen kann, wenn dessen Gehege eigentlich artgerecht aufgebaut ist. Genau genommen werden manche Details sehr ausführlich erklärt (z. B. welche Elemente in einem Tiergehege fehlen oder stören), andere dagegen gar nicht (etwa wann ich welche Art von Zaun benötige).

Nix Übersicht...

´Zoo Tycoon´-Profis dürfte das wenig stören, diese werden aber aufgrund der sehr schlechten Steuerung vergrault. Grundsätzlich seht ihr auf dem oberen Bildschirm euren Zoo und auf dem unteren das Menüsystem. Deren Struktur und Anordnung ist schon recht wirr zusammengestückelt, aber spätestens bei der Platzierung von Objekten oder Tieren versagt der eigene Verstand. So müsst ihr den Stylus manchmal einmal auf das Icon drücken, manchmal zweimal.

Noch schlimmer sieht es beim Platzieren von Gegenständen aus, beispielsweise werden Wege per A-Knopf gesetzt, Gras- oder Wasserplatten dagegen über ein extrem umständlich zu bedienendes Gitterkreuz. Stellt euch ein abstraktes Abbild eures Zoos auf dem zweiten Bildschirm vor, wo ihr nur die Art der Böden seht. Ihr steuert auf beiden Sceens gleichzeitig ein grünes, z. T. nur sehr schwer zu erkennendes Gitter. Dann malt ihr unten mit dem Stylus den gewünschten Boden, der sofort nach oben kopiert wird. So wirr sich das anhört, spielt es sich auch. Während dieses Krampfes wird sich jeder zweite Spieler fragen: Warum wird der Zoo nicht auf dem Stylus-Schirm gezeigt und das Menü oben, wo man ganz einfach per Pad-Steuerung die einzelnen Punkte hätte auswählen können?

Das i-Tüpfelchen ist die äußerst schwache Präsentation, wobei die sehr klein geratene Grafik (welche gar noch in zwei Stufen weggezoomt werden kann) technisch nur sehr schwer besser realisierbar wäre. Trotzdem wirken die Animationen lieblos, zudem stecken einige Fehlerchen im Detail, wie zum Beispiel Tiere, die optisch in Zäunen hängen. Dank der isometrischen Sicht mangelt es gleichzeitig an Übersicht und Details. Der Sound dümpelt schließlich ganz weit unten herum, Musik gibt es praktisch gar keine und die Effekte lassen sich ohne Übertreibung an zwei Händen abzählen.

Fazit

Andreas Altenheimer - Portraitvon Andreas Altenheimer
Simples Design, mäßige Präsentation, schlechte Steuerung: Für ´Zoo Tycoon DS´ sprechen nicht gerade viele Pluspunkte. Es mangelt an Alternativen, weshalb Fans des Genres zur Not reinschnuppern können. Aber ich empfehle eher, auf bessere Kost zu warten.

Überblick

Pro

  • niedliches Szenario
  • mangelnde Genre-Konkurrenz

Contra

  • verkorkste Steuerung
  • Mini-Grafik
  • kaum Sound

Wertung

  • DS(i)
    48
    %

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