Test - Age of Wonders: Planetfall : Das bessere Civilization

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Wir sind Helden von Macht & Magie

Es ließe sich noch viel über die Einflüsse von Civilization sagen oder die Art und Weise, wie Planetfall sie sich kongenial einverleibt oder um eigene Ideen ergänzt. Über die Eingeborenen-Fraktionen zum Beispiel, die jeden Planeten bewohnen, aber keiner bestimmten Konfliktpartei angehören, sondern zunächst neutral zwischen allen Stühlen sitzen – und entsprechend irgendwann zum Spielball im unsicheren Gleichgewicht der Mächte werden. Oder die umfangreichen Diplomatiefunktionen, die kriegerisches Vorgehen zu lediglich einer Option unter vielen werden lassen. Oder die geniale Aufteilung der Spielwelt in einzelne Sektoren wie im Brettspiel „Risiko“ (und nicht bloß in Hexfelder wie in Civilization), die ihr besetzen, erobern und bewirtschaften müsst.

Reden wir lieber noch kurz darüber, was Planetfall überhaupt noch mit den Heroes-Wurzeln der Serie gemein hat. Auf den ersten Blick nämlich nicht viel. Wo Heroes of Might & Magic stets ein Hybrid aus Rollenspiel und Rundenstrategie war, ist das neue Age of Wonders durch und durch auf 4X gepolt. Allenfalls erkennbar ist die Verwandtschaft zu den Vorgängern noch in den Helden-Einheiten, die nach und nach im Level aufsteigen und dadurch immer neue Fähigkeiten erlernen, sowie mit neuen Waffen und Ausrüstungsgegenständen bestückt werden dürfen.

Im Gegensatz zu Heroes spielen die Helden nicht die zentrale Rolle bei der Verwaltung eurer Armeen. Ihr könnt beliebig viele Helden in eine Armee packen – oder sie auch ganz weglassen. Während des Kampfes tauchen sie wie ganz normale (aber eben besonders starke) Einheiten auf dem Schlachtfeld auf - und nicht bloß als ferne Unterstützer im Hintergrund. Ironischerweise verwendete ausgerechnet der bei Fans ungeliebte vierte Teil von Heroes of Might & Magic ein ganz ähnliches System, das dort aber noch nicht im gleichen Maße ausgereift war wie nun in Planetfall. Denn indem das Spiel dem Spieler keine Vorschriften bei der Zusammenstellung seiner Truppe macht, erweitern sich die taktischen Möglichkeiten enorm: So lässt sich die Armee wie in einem klassischen Rollenspiel dem eigenen Mix aus beispielsweise Tank, Damage Dealer und Heiler anpassen. Im Extremfall zieht man gar mit einer reinen Heldentruppe wie mit einer Party ins Gefecht.

Konsolen-Test

Rundenstrategie-Spiele im Allgemeinen und die von Paradox im Speziellen spielt man traditionell eigentlich auf dem PC. Dass Planetfall auch auf PS4 und Xbox One erscheint, ist daher grundsätzlich schon mal ungewöhnlich, erst recht wenn man bedenkt, dass sich Civilization in der Vergangenheit nur äußerst zaghaft auf die Konsolen traute.

Daher haben wir uns die PS4-Version von Age of Wonders: Planetfall ganz besonders ausführlich angeschaut und müssen überrascht feststellen: Das ist schon erstaunlich durchdacht und ausgereift. Zwar ist das Gehangel durch manches Menü mit dem Controller etwas umständlicher als mit Maus und Tastatur, andererseits werden etliche Klicks durch sinnvoll gewählte Button-Shortcuts erspart, wodurch sich unterm Strich die Vor- und Nachteile von PC- und Konsolensteuerung sogar die Waage halten dürften.

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