Test - Battlefield V : Testtagebuch, Teil 3: Die finalen Eindrücke

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Der Kampf mit dem eigenen Körper

Das brandneue Animationssystem in Battlefield V macht in den meisten Situationen eine gute Figur und bietet einen großen Bewegungsspielraum. Ihr könnt euch an Vorsprüngen oder Dachkanten hochziehen oder geschmeidig aus dem Sprint in Deckung rutschen. Generell seid ihr flott unterwegs. Wer von Gegnern über den Haufen geschossen wird, kann von anderen Spielern wiederbelebt werden und dementsprechend bis zur Rettung per Knopfdruck den eigenen Tod etwas hinauszögern. Die zahlreichen Animationen sorgen für ein atmosphärischeres Mittendringefühl, auch wenn die Spieler nach Explosionen hin und wieder etwas albern durch die Luft fliegen.

Was gegenwärtig fehlt, ist jedoch die Möglichkeit, andere Körper durch die Gegend zu ziehen, zum Beispiel um gefallene Kameraden in Sicherheit zu bringen und ihnen dann erst wieder auf die Beine zu helfen. Wann dieses Feature den Weg ins Spiel findet, ist gegenwärtig noch nicht klar. Außerdem blieb ich manchmal an Ecken hängen oder in Gräbern stecken und konnte mich nur mit wildem Herumgeklicke befreien. Das passierte zwar nicht oft, aber wenn, dann störte es gewaltig. Mal sehen, ob DICE hier noch an den Schrauben dreht.

Acht schöne Schauplätze

Einen guten ersten Eindruck hinterlassen die verschiedenen Karten. Zwar fällt die Anzahl mit vier Ländern und insgesamt acht Karten etwas klein aus, dafür hat jeder Schauplatz eine Vielzahl interessanter Hotspots, die unterschiedliche Gameplay-Möglichkeiten anbieten. Persönliche Highlights aktuell sind Rotterdam (kennt man ja aus der Beta), Vernichtung (spielt ebenfalls in Holland) und Verbogener Stahl.

Speziell letztere Karte mit der gigantischen Brücke an der Grenze zwischen Belgien und Frankreich bietet intime Gefechte und offene Flächen, wo sich gerade Scharfschützen richtig austoben können. Norwegens Fjell 652 fällt nach den ersten Partien etwas im Spaßranking ab. Vielleicht liegt es daran, dass der Schauplatz auf dem Berg relativ überschaubar ist und nur begrenzt Interaktionen mit der Umgebung zulässt.

Dein Soldat, deine Waffe

In Battlefield V dürft ihr erstmals eure Klassen anpassen - nicht nur bezüglich Ausrüstung und Waffen, sondern auch das Aussehen. Ihr wählt aus unterschiedlichen Soldatinnen und Soldaten und kleidet sie in verschiedene Klamotten, die mit der Zeit freigeschaltet werden (keine Lootboxen!). Jedoch sind die Unterschiede der einzelnen Outfits und Waffen in den meisten Fällen gering und machen sich während des Gefechts kaum bemerkbar. Das ist nicht dramatisch, dem einen oder anderen wird das sogar recht sein. Ich jedoch hoffe, dass die Entwickler diesbezüglich mit der Zeit noch etwas kreativer werden, ohne mit dem Stil des Zweiten Weltkriegs zu brechen.

Etwas undurchsichtig sind die Menüs geraten. Nicht nur müsst ihr alles gefühlt doppelt bestätigen, damit Änderungen angenommen werden. Auch besitzt jede Waffe einen eigenen Baum an Perks, die ihr für Währung freischaltet. Diese Spezialisierungen stechen jedoch kaum aus den anderen Punkten heraus, können dadurch leicht übersehen werden und werden vom Spiel so gut wie gar nicht erklärt. Warum etwa kann ich bei einigen Waffen die Spezialisierungen frei auswählen, während sie bei anderen vorgegeben sind? Auch umständlich: Sowohl die Alliierten als auch die Achsenmächte haben Zugriff auf das gleiche Waffenarsenal, trotzdem müsst ihr ALLES gesondert für beide Seiten einstellen. Das kostet gerade am Anfang unnötig viel Zeit.

Was für ein schönes Spiel!

Grafisch ist Battlefield V ein Brett. Wir haben sowohl die Xbox-One-X- als auch die PC-Version gespielt. Im PC schlummerte zwar eine Grafikkarte der Marke Nvidia RTX 2080 Ti, deren brandneue Raytracing-Funktion fehlte aber leider im Spiel. Das ist vielleicht auch gar nicht so wichtig: Die Umgebungen sahen auch so schon beeindruckend genug aus mit der Zerstörung von Gebäuden oder ganzen Straßenzügen.

Alleine auf dem Schlachtfeld - Video-Preview zur Kampagne von Battlefield V
Die Kampagne stand bei Battlefield bislang nie wirklich im Fokus. Bei Battlefield V soll sich das ändern.

Entwickler DICE fährt alle Geschütze auf, die es zum Thema Spektakel gibt, vor allem weil die Battlefield-typischen Momente, die man sonst nur aus den Trailern kennt, tatsächlich im Spiel auftauchen. Zum Beispiel flog ein Spieler auf der Map Verbogener Stahl im Flugzeug unter der riesigen Brücke hindurch, während ich darauf stand, was speziell akustisch ein mächtig brummendes Highlight war.

Die Einzelspielerkampagne von Battlefield V durften wir bereits vor einigen Wochen ausprobieren. Alle Informationen dazu findet ihr im zugehörigen Artikel. In diesem Test haben wir uns daher auf den Mehrspielerpart konzentriert. In den kommenden Tagen werden wir aber auch der Kampagne noch mal unsere Aufmerksamkeit widmen und euch darüber informieren, ob sich die Kriegsgeschichten von Battlefield V ebenfalls lohnen.

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