Test - Bus Simulator : Ein Hoch auf unseren Busfahrer!

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Unerschlossener Nahverkehr

Das Fahren des Busses ist somit eine seltsam eigenwillige Angelegenheit. Weit weg von realistischen Verhältnissen und doch mutmaßlich ähnlich stressig wie reales Busfahren. Ich habe beim Spielen ein ums andere Mal wütend die Faust gehoben, wenn irgendein Holzkopf mal wieder die hintere Tür blockierte und ich vom Fahrersitz aufstehen musste, um ihn zu ermahnen. Selbst den Müll musste ich nach Dienstende von den Sitzen räumen. Ich schwöre, ich werde in einem echten Bus nie wieder auch nur ein Stück Kaugummipapier fallen lassen.

Ja, es ist anstrengend, aber auf gewisse Weise auch befriedigend, wenn man dann doch 20 Sekunden vor dem Auslaufen des Countdowns bei der nächsten Haltestelle ankommt. Es macht Spaß, die Stadt zu sehen, den Bus zu beherrschen und Fahrgäste sicher ans Ziel zu bringen. Das ist zwar nichts für längere Sitzungen, aber eine Stunde am Tag kann man sich das durchaus antun.

Wobei ja noch mehr auf dem Plan steht als nur das Fahren. Es gibt auch eine Management-Seite, in der man den Verlauf von Buslinien plant, weitere Fahrer anheuert und Busse diverser Marken für die eigene Flotte kauft, darunter einige sehenswerte Echtwelt-Nachbauten von Mercedes oder MAN. Es ist zwar nicht nachvollziehbar, wie das Busunternehmen nach nur einer Fahrt bei einem Ticketpreis von 1,80 Euro auf Summen von 10.000 Euro und mehr kommt, aber andererseits ist es genauso schwachsinnig, über 1.000 Euro zu verlieren, weil ein Reifen des Busses den Fahrbahnrand streift. Die Summen sind genauso Platzhalter wie das Gebiet, das man mit dem Unternehmen erschließt, denn Konkurrenz gibt es keine.

Wenn man das alles nicht so ernst nimmt, sondern einfach nur das Busfahren selbst genießt, entfaltet der Bus Simulator einen seltsamen Charme. Es ist ganz sicher kein hochwertiges Stück Software, aber trotzdem ein unterhaltsames. Der Vergleich mit einem B-Movie liegt nahe: kein Spitzen-Zeitvertreib, aber etwas, in das man sich hineinfuchsen kann. Und sei es nur, weil die schrullige Art des Spiels einen deutlichen Kontrast zu AAA-Produktionen bietet. Bleibt nur die Frage, ob ihr auch einen Kumpel habt, der dieses Vergnügen mit euch teilen will. Leider konnten wir den Koop-Modus über das Internet aufgrund mangelnder Mitspieler nicht testen.

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