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Test - From Dust : Auf göttlichen Pfaden

  • X360
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In From Dust ist nahezu alles möglich: Berge versetzen, Flüsse umleiten, Wüsten in grüne Graslandschaften verwandeln – selbst neues Land lässt sich inmitten eines kristallblauen Ozeans aufschütten! In Ubisofts neuem Download-Titel dürft ihr in die Rolle der Götter schlüpfen und die Umgebung manipulieren, um einem Eingeborenenstamm zu helfen, den Spuren ihrer Vorfahren zu folgen.

Sonderlich spannend ist die Geschichte von From Dust erwartungsgemäß nicht. Ihr seid als Gott dafür zuständig, einen kleinen Eingeborenenstamm durch 13 gefährliche Umgebungen zu leiten, damit die maskierten Männer und Frauen den Spuren ihrer Vorfahren folgen können – das war's. Die Handlung ist eben nur der Rahmen für den eigentlichen Star von From Dust: die Spielmechanik. Denn im zweiten Titel des „Summer of Arcade“ dürft ihr in die Haut der Götter schlüpfen und die Umgebung so manipulieren und beeinflussen, dass es die Eingeborenen sicher und unverletzt zum Ziel schaffen.

Zwischen Tsunamis, Springfluten und Vulkanismus

Die grundlegende Mechanik hat man schnell begriffen und verinnerlicht, sodass das Spiel nach einem kurzen Tutorial direkt durchstartet und ihr es mit massiven Naturgewalten zu tun bekommt. Konkret sind das unter anderem gefährliche Tsunamis und Vulkanausbrüche sowie überraschende und sich regelmäßig wiederholende Springfluten – der Weg zum Ziel ist alles andere als einfach. Und da die Eingeborenen es alleine nicht durch die brandgefährlichen Szenarien schaffen, kommt ihr ins Spiel und für Sicherheit sorgen.

Ihr könnt beispielsweise riesige Landmassen aufnehmen und an anderen Orten platzieren, um entweder große Täler zu erschaffen oder neue Hügel aufzuschütten. Es lassen sich sogar ganze Berge versetzen und Flüsse umleiten – die Möglichkeiten in From Dust sind nur selten limitiert und so werdet ihr mit Sicherheit viel Zeit damit verbringen, mit der Umgebung zu experimentieren.

From Dust - XBLA Launch Trailer
Ubisoft hat im Rahmen des Summer of Arcade die X360-Version von From Dust veröffentlicht; passend dazu gibt es den Launch-Trailer.

Das ist auch bitter nötig, da euch From Dust immer und immer wieder mit den erwähnten Gewalten der Natur konfrontiert. Ihr selbst steuert einen „Odem“ genannten Cursor und könnt damit verschiedene Dinge anstellen: Landmassen anheben und absenken ist nur der Gipfel des Eisbergs. Auch riesige Mengen an Wasser oder Lava könnt ihr so über weite Strecken transportieren, um an anderen Stellen Seen oder Steinmauern zu errichten. Das Ziel eines jeden Levels ist es, an vorgegebenen Totems Dörfer zu errichten und, sobald alle Totems „besiedelt“ sind, die Pforte ins nächste Level zu beschreiten. Mit einem einfachen Tastendruck schickt ihr die Eingeborenen zum nächsten Ziel. Normalerweise funktioniert die Wegfindung der Menschen auch recht gut, sodass hier keine Probleme aufkommen sollten.

Gelegentlich bleiben die Eingeborenen aber auch an Hindernissen hängen, die man oftmals nicht klar erkennen kann. Dies liegt vor allem daran, dass die beiden wählbaren Kameraperspektiven nicht gerade optimal sind. In der standardmäßigen Ausrichtung ist man stets zu nah am Geschehen, in der anderen zu weit davon entfernt. Dadurch gibt es immer mal wieder kleinere Probleme hinsichtlich der Übersicht, zumal man die Eingeborenen in der weiter entfernten Perspektive kaum noch erkennen kann. Eine dritte, in der Mitte angesiedelte Kameraausrichtung wäre hier wünschenswert gewesen.

Kinderkrankheiten

Unglücklicherweise leidet From Dust an zahlreichen kleinen Problemchen, die das eigentlich gute Grundgerüst ab und an beeinträchtigen. Dazu gehört neben der Kameraführung auch der auf Dauer auffallende Mangel an Abwechslung. In den späteren Umgebungen begegnet ihr erneut wieder und wieder den bekannten Naturgewalten, die zwar immer noch sehr spektakulär aussehen, aber eben nur noch selten für Überraschungen sorgen. Außerdem fehlen ein Endlosmodus sowie ein Leveleditor, die sich hier auf jeden Fall angeboten hätten.

Als großer Pluspunkt zu werten sind dagegen die sehr ansehnliche Grafik und die hervorragende Physik. Wenn gigantische Wassermassen physikalisch korrekt durch enge Täler fließen, dann sieht das nicht nur glaubwürdig aus, sondern weiß auch zu beeindrucken. Aus der Nähe fallen viele liebenswerte Details auf, die From Dust visuell auszeichnen. Der stimmungsvolle Soundtrack in Form von Trommelrhythmen untermalt das Geschehen außerdem sehr passend.

Fazit

von Tim Bissinger
From Dust versetzt zwar keine Berge, hat mich aber über vier bis fünf Stunden gut unterhalten. Gerne hätte ich mehr gesehen: Ein Endlosmodus, wie man ihn aus Spieleserien wie Anno kennt, oder ein klassischer Leveleditor hätten die Spielzeit schön verlängert und wären gute Ergänzungen gewesen. Trotzdem ist From Dust ein kleines Schmuckstück in der breiten Auswahl an XBLA-Spielen, das man sich nicht entgehen lassen sollte, wenn man ein Faible für außergewöhnliche Spielkonzepte hat. In From Dust wandelt man auf den Spuren der Götter - mit ein bisschen mehr Feinschliff wäre auch ein göttliches Spielerlebnis drin gewesen.

Überblick

Pro

  • glaubwürdige Spielphysik
  • detaillierte Umgebungsgrafik
  • unterhaltsame Spielmechanik
  • gute Inszenierung der Geschichte

Contra

  • auf Dauer Mangel an Abwechslung
  • Kamera zu nah oder zu weit weg
  • teilweise etwas hakelige Steuerung
  • weder Editor noch Endlosmodus

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From Dust
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