Special - Daedalic: Eine neue Ära bricht an : Herr der Ringe, A Year of Rain, Lord of the Dead und 3 weitere Spiele

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Mit erstklassigen Adventurespielen wie Deponia oder The Whispered World hat sich der Hamburger Entwickler und Publisher Daedalic einen einzigartigen Ruf erarbeitet – nicht umsonst gilt er seit Jahren als Rekordabräumer beim Deutschen Computerspielpreis. Doch Adventures waren, sind und bleiben eine Nische. Darum geht Daedalic den nächsten logischen Schritt. Keine Sorge, Adventures werden auch in Zukunft eine Schwerpunktrolle im Portfolio spielen, mit der Herr-der-Ringe-Lizenz, einem AAA-Echtzeitstrategiespiel und vielen originellen Indie-Titeln bricht bei den Hamburgern ab sofort aber eine neue Zeitrechnung an.

Gollum: The Lord of the Rings

Die Meldung ist wie ein Ritterschlag für Daedalic. In Deutschland werden die Hamburger seit jeher für ihre kreativen Meisterwerke gefeiert, international jedoch werden sie für ihre Abenteuerspiele bislang allenfalls aus den Augenwinkeln wahrgenommen. Umso stolzer ist der Publisher, dass ihnen die Verantwortung über eine der „weltweit größten Entertainment-Marken überhaupt“ anvertraut wurde, wie man dort selbstbewusst verlautbart.

Die Entwicklung von Gollum: Der Herr der Ringe befindet sich derzeit noch ganz am Anfang. Das Spiel wird nicht vor 2021 erscheinen. Entsprechend gibt es auch noch nichts aus dem Spiel zu sehen, und auch die Infos zum Gameplay gehen nicht über ganz allgemeine Fakten hinaus. Etwa das Genre: Ein Action-Adventure in Unreal Engine 4 wird es, also ein für Daedalic völlig ungewohntes Metier.

Und ja, wie der Name unmissverständlich andeutet, wird man Gollum selbst spielen. Von daher ist davon auszugehen, dass unter der Bezeichnung „Action-Adventure“ weniger mit einem Spiel in Richtung God of War oder den vergleichbaren Mittelerde-Titeln von Monolith zu rechnen ist. Wir erwarten eher ein von Schleich- und Erkundungspassagen geprägtes Spiel wie die der Styx-Reihe.

A Year of Rain

Daedalic will hoch hinaus. Selbstbewusst bezeichnen die Hamburger ihr Echtzeitstrategiespiel als ihr erstes AAA-Produkt – also ein Spiel, das mit großem Budget und hoher Produktionsqualität auf ein Massenpublikum zugeschnitten entwickelt wird. Ob RTS wirklich das richtige Genre für ein Massenpublikum ist, sei mal dahingestellt, doch wie es bei Daedalic üblich ist, steht auch bei A Year of Rain vor allem Kreativität und Innovation im Vordergrund, statt Marktanalysen und der Weichspülgang für den Mainstreamgeschmack.

A Year of Rain spielt in einer Welt, in der drei Fraktionen um die Herrschaft kämpfen und sich wie im Genreprimus Starcraft allesamt sehr unterschiedlich spielen sollen: Zum einen die an eher traditionellen Fantasykonventionen angelehnte Partei aus Menschen, Elfen und Zwergen. Dann die Fraktion der Untoten. Und schließlich die sogenannten „Outcasts“, also die Ausgestoßenen wie Barbaren oder Mischwesen aus Echsen und Menschen.

„Ein Jahr Regen“ ist in dieser Welt ein geflügeltes Grußwort, das man sich wie einen guten Tag gegenseitig wünscht, da das Klima dort sehr unbeständig ist und regelmäßig zu langen Perioden der Dürre führt, was den Anlass von Konflikten und Kriegen bildet. Also quasi „Winter is coming“, nur anders. Viel mehr verrät Daedalic zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht über die Hintergrundgeschichte. Da ein starkes Story-Telling aber seit jeher zum Aushängeschild des Entwicklers gehört, betont man dort, dass der Geschichte und den Charakteren ein ganz besonderer Stellenwert beigemessen wird.

Eine Singleplayer-Kampagne wird es dennoch nicht geben. Zwar kann der Spieler A Year of Rain auch alleine mit und gegen die KI spielen, doch ist der Strategietitel voll und ganz auf den Multiplayer zugeschnitten – was nicht bedeutet, dass es gar keine Kampagne geben wird, im Gegenteil. Nur sollte man sie eben nicht alleine, sondern mit einem Freund zusammen spielen. Was soll das nun bedeuten?

Daedalic bezeichnet A Year of Rain als das „ultimative Team-RTS“. In seinem Kern spielt es sich, wie man es im Genre seit Command & Conquer gewohnt ist: Man erntet Ressourcen, baut damit neue Gebäude, die wiederum neue Einheiten produzieren, bis man genug für den Tank-Rush beisammen hat. Dann gibt’s aufs Maul. So weit, so bekannt. Doch A Year of Rain spielt ihr grundsätzlich in 2-vs.-2-Matches, also mit einem Freund im Team zusammen gegen ein anderes Team.

A Year of Rain wird so zu einer Erfahrung, die sich für RTS-Veteranen sofort vertraut anfühlt, aber dennoch völlig frisch und anders wirkt – irgendwo zwischen klassischer Echtzeitstrategie und modernem MOBA. Aus Letzterem hat sich das Spiel auch die starken Heldeneinheiten abgeguckt, die eure Armeen in die Schlacht führen. Wir sind gespannt, ob es Daedalic damit ein zweites Mal gelingt, nach den Adventures ein bereits totgesagtes Genre wieder zum Leben zu erwecken. Nach etwa zwei Stunden Anspiel mit einer noch recht frühen Version können wir jedenfalls sagen: Die Chancen stehen gar nicht schlecht.

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