Preview - Mortal Kombat 11 : Finish him! So spielt es sich kurz vor Release

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Am vergangenen Wochenende ließ Warner die Vorbesteller von Mortal Kombat 11 probeweise Scheibchen schneiden. Wir haben uns ebenfalls in der Online-Beta ausgetobt. Besonders interessant daran war das Wiedersehen mit zwei alten Bekannten, die man erstmals spielen konnte.

Da denkt man, alles gesehen zu haben, und dann kommt Mortal Kombat 11 um die Ecke. Unser Besuch auf dem Reveal-Event in London Mitte Januar zeigte eindrucksvoll, dass die Serie in Sachen Absurdität und krasser Gewalt trotz des bereits extremen Vorgängers noch zulegen konnte. Dennoch war bereits offensichtlich, dass auch Deutschland die heftige Action komplett ungeschnitten erleben wird. Die Bestätigung erfolgte im März: Mortal Kombat 11 erscheint hierzulande ohne Kürzungen. Was bei früheren Teilen noch Grund für eine Beschlagnahmung war, wandert heute mit einer Freigabe ab 18 Jahren in die Läden.

Der Wind hat sich gedreht, und das ist gut so. Denn mal ernsthaft: Ja, Mortal Kombat 11 ist unfassbar brutal. Doch genau wie bei vielen Horrorfilmen aus der Kategorie B kommt man nicht umhin, aufgrund der bekloppten Inszenierung und enormen Überzeichnung zwar den Kopf zu schütteln, dabei jedoch ein dickes Grinsen auf den Lippen zu haben. Wer schon beim Anblick einer kleinen Schürfwunde fast ohnmächtig wird, braucht das Beat-'em-Up natürlich nicht anzurühren. Aber auch wenn Gewalt und Fatalities noch immer das Alleinstellungsmerkmal sein mögen: Mortal Kombat 11 hat spielerisch einiges drauf.

Neue alte Bekannte

Vorbesteller konnten sich davon am vergangenen Wochenende einen ersten Eindruck verschaffen: Von Donnerstag bis Sonntag lief eine sogenannte Online-Beta zu Mortal Kombat 11. Der Name lässt vermuten, dass nur gegen andere Spieler gezockt werden durfte, doch dem war nicht so. Stattdessen bot sich abseits des Versus-Kampfes via Internet auch die Möglichkeit, zwei andere Bereiche des Spiels auszuprobieren. Weitere Modi, darunter die Story, waren zwar sichtbar, standen jedoch nicht zur Verfügung.

Für den Fight gegen die KI stand der Modus Klassische Türme offen. Diese Spielart ist bereits aus dem Vorgänger bekannt: Ihr tretet mit dem Kämpfer eurer Wahl nacheinander gegen mehrere Gegner an, ähnlich einem Arcade-Modus. Im Fall der Beta ging es gegen insgesamt fünf Kontrahenten. Die setzten sich aus den spielbaren Charakteren zusammen. Mit Scorpion, Baraka und Skarlet konnten wir schon beim Reveal-Event die Fetzen fliegen lassen. Neu hinzu kamen zwei echte Serienveteranen: Jade und Kabal.

In Mortal Kombat X ließ sich Jade lediglich im Rahmen eines Gastauftritts blicken, doch nun mischt die grün gekleidete Lady mit ihrem Kampfstab wieder auf altbekannte Art und Weise mit. Ihr Aussehen ist jedoch gewöhnungsbedürftig, kehrt sie doch als Untote zurück. Nach ihrem Ableben wurde sie von Zauberer Shang Tsung wiederbelebt – die genauen Hintergründe wird wohl der Storymodus klären. In ihrer neuen Form hat Jade, neben zahlreichen Angriffen mit Stock und Klingenbumerang, auch einige magische Moves im Angebot. Selbstverständlich lässt sie sich weder beim Fatal Blow noch den Finishern lumpen. Besonders ihr Stangentanz steht für Mortal Kombat 11 in Reinkultur: unfassbar blutig, brutal und trotzdem mit einem Auge für das witzig-morbide Detail.

Deutlich vertrauter erscheint da Rückkehrer Nummer zwei, Kabal. Als Waffen dienen ihm zwei Schwerter, die er sowohl im Nahkampf herumwirbelt als auch in Richtung Gegner wirft. Natürlich kommen die scharfen Todbringer auch bei seinen Fatalities zum Einsatz. Im Gegensatz zu Jade verzichtet Kabal dabei auf jeglichen Anflug von Humor, sondern reißt sein Gegenüber einfach in Stücke.

Die fünf Beta-Charaktere stellen natürlich nur einen kleinen Teil des letztendlichen Rosters dar. Bisher sind folgende spielbare Figuren für Mortal Kombat 11 bestätigt: Scorpion, Raiden, Sub-Zero, Sonya Blade, Skarlet, Baraka, Geras, Kano, D`Vorah, Kabal, Jade, Johnny Cage, Cassie Cage, Erron Black, Jacqui Briggs, Kotal Kahn, Noob Saibot, Liu Kang, Kung Lao und Jax Briggs. Weitere sollen in den nächsten Tagen angekündigt werden.

Zünftige Online-Abreibungen

Ganz gleich, mit welcher Figur wir spielen: Mortal Kombat 11 ist flott, dynamisch und präzise. Jeder Kämpfer verfügt über ein stattliches Move-Arsenal, das wir während eines Offline-Kampfes jederzeit im Pausemenü studieren können. Aufgrund der Fülle an normalen Aktionen, Combos und Specials hätten wir gerne etwas Zeit im Training verbracht, aber leider stand diese Möglichkeit in der Beta noch nicht zur Verfügung.

Dass wir die Übung gebraucht hätten, zeigte sich schnell in den Online-Kämpfen: Unsere Gegner, die in den meisten Fällen mit Scorpion spielten, legten einige schicke Schlagfolgen an den Tag und ließen sich auch bei den Finishern nicht lange bitten. So gab es, trotz Gegenwehr, einige Male kräftig aufs Fressbrett. Meist lag es an fehlendem Können, hin und wieder allerdings auch an der Verbindung.

Mortal Kombat 11 - Old Skool Vs New Skool Trailer
Jax, Liu Kang und Kung Lao wurden im Rahmen von Sonys neuem Videoformat "State of Play" für Mortal Kombat 11 bestätigt.

Zwar bekamen wir vor dem Match die Qualität der Verbindung angezeigt, doch trotz grünem Balken bemerkten wir teilweise einen deutlichen Lag. Wäre das bereits vor Matchbeginn ersichtlich gewesen, hätten wir die Paarung einfach ablehnen und nach dem nächsten Gegner suchen können. So ließen sich außerdem Cracks umgehen, deren Kampfstatistik ungeachtet der relativ kurzen Beta-Laufzeit bereits knapp 300 Siege aufwies! Dennoch wünschen wir uns für das finale Spiel eine Möglichkeit, gezielt nach gleichstarken Gegnern suchen zu können. Schließlich möchte nicht jeder einen ganzen Abend lang nur auf die Mütze bekommen.

Krasse Kreationen

Ebenfalls reinschnuppern konnten wir in den Bereich Anpassung. Ähnlich den beiden Injustice-Prüglern aus gleichem Hause bietet Entwickler NetherRealm Studios bei Mortal Kombat 11 umfangreiche Personalisierungsoptionen für jeden Kämpfer. Nehmen wir Scorpion als Beispiel: Zunächst wählen wir aus unterschiedlichen Masken einen Favoriten aus, danach legen wir für das Schwert und den ikonischen Speer ein anderes Aussehen fest. Es folgt ein frisches Kostüm, das ihn entweder menschlich oder dämonisch aussehen lässt. Anschließend werden noch zwei Filme für Intro und Sieg festgelegt.

Während das alles rein kosmetischer Natur ist, hat die nachfolgende Wahl der Fähigkeiten spielerische Auswirkungen. Das grundsätzliche Move-Set eines jeden Kämpfers lässt sich mit drei besonderen Aktionen erweitern. In der Beta konnten wir unter anderem Scorpions Speer verstärken, einen neuen Teleport freischalten oder eine frische Combo hinzufügen. Bei der Wahl setzte jedoch ein Punktesystem Grenzen, sodass wir überlegen mussten, wie unser „neuer“ Scorpion ausgerichtet sein soll. Das Prinzip erinnert an die drei Kampfstile in Mortal Kombat X, fällt dank der gezielten Move-Auswahl jedoch flexibler aus.

Im fertigen Spiel werden voraussichtlich reichlich weitere Skins und Moves zur Verfügung stehen. Denn am Ende der Demo bestätigt sich, was wir bereits nach der Premiere vermuteten: Die Krypta kehrt zurück. Auf dem Friedhof kann man also erneut seine erspielten Koins ausgeben, um neue Fatalities, Kostüme und mehr freizuschalten.

Komfortabler kämpfen

Üppig fielen bereits die verfügbaren Optionen aus. Neben visuellen Anpassungen, beispielsweise bei Gesundheitsbalken, Tipps oder Untertiteln, gefielen besonders die verschiedenen Konfigurationen der Steuerung. So konnten die Tasten nach eigenem Wunsch belegt, die Eingabezeit für Spezialaktionen verändert sowie Schnellwahltasten für komplexe Manöver gewählt werden. Profizocker kriegen vermutlich schon beim Gedanken daran Krämpfe, aber für das entspannte Kloppen zwischendurch kommen solche Hilfen gerade recht.

Auch audiovisuell liegt Mortal Kombat 11 auf der Höhe der Zeit. Verpackt in 4K und HDR macht die Keilerei einen besonders guten Eindruck. Kämpfer und Arenen gefallen mit vielen sichtbaren Details und kräftigen Farben, vor allem die verschiedenen Kostüme sind ein echter Blickfang. Dazu wird mit glasklaren 60 Bildern pro Sekunde geschlagen und geschnitten.

Wir haben die Online-Beta auf der Playstation 4 Pro gespielt.

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